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Lokalsport
Sieberger spricht von einem "gefühltem Sieg"

Neuss. Handball-Drittligist Neusser HV erkämpft sich gegen Aufsteiger Longericher SC in der Schlussphase wenigstens einen Zähler. Von Christos Pasvantis

Als Christoph Krosch in der Neusser Hammfeldhalle am Freitagabend nach 39 Minuten zum 18:13 für seinen Longericher SC traf, schien das Schicksal des Neusser HV - mal wieder - seinen Lauf zu nehmen. Dass am Ende trotzdem noch ein 24:24-Unentschieden (10:12) heraussprang, darf für den Handball-Drittligisten also durchaus als Achtungserfolg gewertet werden.

"Das Spiel war ja eigentlich schon verloren. Von daher fühlt sich das besser an als so mancher Sieg", gab Trainer Jens Sieberger auch unumwunden zu. Denn darauf, dass sich sein NHV, der bis dahin kein Scheunentor getroffen hatte, mit einem 11:6-Lauf aus dem Jahr 2015 verabschieden würde, hatte in der besagten 40. Minute rein gar nichts hingedeutet.

Weil die bis dahin so entschlossenen, personell aber aus dem allerletzten Loch pfeifenden Gäste in den folgenden neun Minuten aber nur einmal trafen, verkürzte Neuss auf 18:19 und konnte in einer packenden Schlussphase durch Felix Handschke 20 Sekunden vor Schluss zum Endstand ausgleichen. Vorausgegangen war freilich ein mehr als dämlicher Ballverlust der Gäste in der eigenen Hälfte. Spielmacher Handschke war gemeinsam mit Christopher Klasmann (je 6 Tore) auch der einzige Akteur, der im Angriff zu seiner Form fand.

Damit kaschierte der NHV gerade noch, dass er bis weit in die zweite Hälfte überhaupt nicht zu seinem Spiel fand. So stand die Deckung um Bennet Johnen und Philipp Schneider eigentlich recht gut, was Longerich bei fast jedem zweiten Angriff in Zeitprobleme brachte. In den entscheidenden Momenten schaffte sie es dennoch nicht, zuzupacken. Vor allem gegen den Dampfhammer von Marian Dahlke (8 Tore), den der meistens eher aus der Not heraus als vorbereitet auspackte, fand die Neusser Deckung kein Mittel.

Im Angriff verwandelten die Gastgeber selbst klarste Chancen nicht zu Toren, Gästetorwart Valentin Inzenhofer hatte schon nach acht Minuten satte sieben Paraden auf dem Konto und beendete die Partie mit 19 gehaltenen Bällen. Vielleicht waren es auch die Psychospielchen des überragenden Mannes auf der Platte, die die Neusser beeindruckten: Als er früh gegen Viktor Fütterer parierte, folgte er dem Rechtsaußen schreiend bis in die gegnerische Hälfte des Spielfeldes. "Wir müssen nach der ersten Viertelstunde 8:1 führen. Stattdessen machen wir ihren Torwart zum König", sagte Sieberger. Dinge, über die er in der Nachbetrachtung aber hinwegsehen konnte: "Die Mannschaft hatte heute mehr Druck als sonst. Wichtig ist das Erfolgserlebnis zum Schluss."

Ab dem Auswärtsspiel in Ratingen am 16. Januar gilt es, die nicht minder schwere Rückrunde erfolgreicher zu gestalten. Von den sieben verbleibenden Heimspielen geht es allerdings in dreien gegen die Top zwei bis vier der aktuellen Tabelle, auswärts reißt der NHV (sechs von acht Spielen verloren) bislang keine Bäume aus. "Ich hoffe, dass wir die Blockade lösen können und das Potenzial ausschöpfen, das zweifellos in der Mannschaft steckt", sagt Sieberger. Rhetorik, die stark an die seines Vorgängers erinnert.

Quelle: NGZ
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