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Lokalsport
Simone Schuft hofft jetzt auf mehr Rennglück in Portugal

Neuss. Unfall mit dem Boot im freien Training, zu wenig Power auf der Strecke - WM-Lauf in Mâcon wird zum Desaster. Von Dirk Sitterle

Da hatte sich die Neusser Rennbootfahrerin Simone Schuft mit ihrem Rainbow-Team aus dem italienischen Casale Monferrato für das Rendezvous mit den großen Jungs der Formel 2 so sehr ins Zeug gelegt - und dann das: Wie schon beim Debüt Ende Juni in Campione d'Italia lief die Show ohne die Azzurri ab, auch den sechsten Lauf zur Weltmeisterschaft im französischen Mâcon erlebte Simone Schuft nur als frustrierte Zuschauerin. Eine Rolle, die selbst der Frohnatur aus dem Rheinland die Laune verdarb: "Wir alle hier sind sehr, sehr enttäuscht."

Und weil sie darüber den Sinn für die Realitäten nicht verloren hat, entschied die Pilotin am Montagabend nach einem offenen Gespräch mit Team-Manager Fabrizio Bocca, auf die Teilnahme an der Europameisterschaft im britischen Stewartby (24./25. September) zu verzichten. Schweren Herzens, denn auf diesen Höhepunkt war die ganze Saison ausgerichtet. Schuft: "Aber es würde keinen Sinn machen, wäre reine Zeitverschwendung. Im Moment hat das Boot nicht die Performance, um wettbewerbsfähig zu sein."

Dabei sollte in Mâcon alles besser werden. "Nach der vielen Arbeit, die wir seit dem enttäuschenden Abschneiden in Campione ins Boot gesteckt hatten, bin ich schon davon ausgegangen, dass wir uns in Frankreich für das Hauptrennen qualifizieren können", gibt die Neusserin zu. Doch schon im freien Training mussten die "Italiener" den ersten Rückschlag hinnehmen: Ein Crash mit einem unaufmerksamen Konkurrenten erforderte umfangreiche Reparaturarbeiten, die die Rainbow-Crew bis 1 Uhr in der Nacht auf Trab hielt. Kein Wunder, dass es im ersten Zeittraining nicht zu einem Platz unter den direkt für das Hauptrennen qualifizierten Top 15 langte. Schuft schonungslos: "Das Ding war einfach zu langsam, uns fehlten auf die Runde drei bis vier Sekunden." Im "Hoffnungslauf" der fünf langsamsten Boote wurde der Rainbow-Renner sogar überrundet: die Höchststrafe.

Doch Simone Schuft will kämpfen: "Im Gegensatz zu den anderen Teams, viele davon sind in der Formel 2 schon seit Jahren dabei, sind wir mit unserem Boot erst im März komplett neu eingestiegen. Vielleicht haben wir unterschätzt, wie viel Zeit und Geduld es braucht, um auf diesem Top-Niveau hundertprozentig wettbewerbsfähig zu sein." Wenngleich der eigentlich fest angepeilte EM-Start passé ist, die Saison hat die 42-Jährige mit ihrem Team noch nicht abgehakt. Anfang Oktober (7. bis 9.) zum WM-Abschluss im portugiesischen Ribadouro will sie es noch mal krachen lassen. "Bis dahin stehen Tests am Propeller an, arbeiten wir an der Balance des Boots und machen unter Umständen auch mal den Motor auf, um zu checken, ob er wirklich die volle Leistung bringt."

Dass es mit dem Rainbow-Team im nächsten Jahr weitergehen wird, steht für sie fest: "Rennfahren ist eben ein hartes Geschäft. Und unser Teamchef sagt: 'Verlieren ist schwerer als gewinnen'." Das stimmt.

Quelle: NGZ
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