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So hat Neuss in der 1. Liga keine Chance

Lokalsport: So hat Neuss in der 1. Liga keine Chance
Ein Schwarzer gegen vier Rote: Sebastian Draguhn steht im Angriff gegen die Düsseldorfer Clemens Oldhafer, Florian Fischer, Frederik Schank und den fünfmal erfolgreichen Julius Heimanns (v.l.) auf verlorenem Posten. FOTO: Georg Salzburg
Neuss. Im nur am Ende emotional geführten Derby der Hallenhockey-Bundesliga geht Schwarz-Weiß in Düsseldorf 3:9 unter. Von Dirk Sitterle

Erst als die Partie längst entschieden war, ging es auf dem Feld zur Sache: Bei einer dem Düsseldorfer HC Sekunden vor Schluss zugesprochenen Strafecke - nicht unbedingt die klügste Entscheidung des jungen Schiedsrichters Ivo Breitenbruch (22) - hämmerte Felix Meyer den rund 160 Gramm schweren Kunststoffball mit aller Macht aufs Neusser Tor. Da die Gäste zu diesem Zeitpunkt ihren Goalie Martin Wagner zugunsten eines zusätzlichen Feldspielers auf die Bank geholt hatten, hütete jedoch der für diesen gefährlichen Job nur höchst unzureichend gerüstete Ivo Otto den Kasten. Sicher nicht die feine englische Art, zumal beim Spielstand von 8:3. Der Neusser Kapitän blockte die Kugel zwar beherzt ab, doch eröffnete sich für die HTC-Crew damit die Gelegenheit, den angestauten Frust nach dem am Ende sogar noch mit 3:9 (Halbzeit 0:3) verlorenen Derby zum Start der Hallenhockey-Bundesliga West quasi auf einen Schlag loszuwerden.

Denn im Grunde war Schwarz-Weiß in erster Linie der eigene Auftritt aufs Gemüt geschlagen. Im vielleicht langweiligsten Duell der beiden linksrheinischen Lokalrivalen seit mehr als einem Jahrzehnt fand das wesentlich erfahrenere Personal des HTC SW Neuss erst spät den richtigen Dreh. Eine mögliche Erklärung für die über weite Strecken emotionslose Vorstellung der Gäste lieferte Routinier Christoph Martial: "Bei Düsseldorf kennst du doch fast keinen mehr - die Jungs, gegen die wir jahrelang gespielt haben, sind ja alle nicht mehr dabei. Das fehlt einfach." Er und seine Teamkollegen hatten sich viel zu lange damit begnügt, im klassischen Fünfer-Würfel (zwei Stürmer, ein zentraler Mittelspieler, zwei Verteidiger) das Angriffsspiel der Hausherren lahmzulegen. So dauerte es bis zur siebten Minute, ehe es durch Sebastian Draguhn, der sich im verständlichen Bemühen, der Mannschaft auf unterschiedlichen Positionen zu helfen, komplett verzettelte, zu ersten zaghaften Torannäherung kam. Da lag der DHC bereits vorne, denn in der dritten Minute hatte der vor der Saison auch auf dem Wunschzettel des HTC notierte Daniele Cioli ein hartes Zuspiel übers ganze Feld von Clemens Oldhafer eiskalt verwertet. Weil Schwarz-Weiß in der Folge die wenigen Torchancen mitunter fahrlässig verstreichen ließ - Matthias Gräber scheiterte mit einer schwach geschossenen Strafecke am Ex-Neusser Lennard Leist im DHC-Gehäuse (8.), Martial verzog in Überzahl knapp (19.), Draguhn semmelte die Kugel aus kurzer Entfernung über die Latte (30.) -, lagen die erstaunlich coolen, indes auch nur mäßig geforderten DHC-Bubis zur Pause nach weiteren Treffern von Raphael Hartkopf (12.) und Julius Heimanns (Strafecke/30.) mit 3:0 in Führung. Die zweite Hälfte sah leicht verbesserte Neusser. Doch die Treffer von Gräber zum 1:3 (32.) nach Vorarbeit Draguhns und Martial zum 2:4 (43.) im Nachschuss an eine Ecke von Carsten Merge konterte Düsseldorf ziemlich ungerührt durch Heimanns: 4:1 (35). per Ecke, 5:2 (47.) aus spitzem Winkel. Nach Meyers Treffer zum 6:2 (50.) nahm Neuss Wagner aus dem Tor, versuchte fortan mit sechs Feldspielern sein Glück. Trotz erstklassiger Einschussmöglichkeiten gelang es Steven Dühr bei gleich zwei Versuchen, Gräber und Draguhn indes nicht, Leist zu überwinden. Der Knackpunkt für Teammanager Stephan Busse, der während der Spiele als Coach auf der Bank sitzt: "Triffst du da, hast plötzlich ein ganz anderes Spiel, ist wieder alles drin."

Per Flugeinlage nutzte allerdings nur Dühr die Vorleistung Draguhns zum 3:7 (58.), für den DHC konterten Heimanns (7:2/57., 8:3/59.) und Cioli zum 9:3-Endstand (60.).

Quelle: NGZ
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