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Sportgeschichten (80)
So viel Dormagen steckt in der Handball-EM

Neuss. Zwei Spieler und zwei Trainer mit Dormagener Vergangenheit dürfen bei der Handball-Europameisterschaft noch auf Medaillen hoffen. Von Volker Koch

Dormagen Am TSV Bayer Dormagen führt im Handball einfach kein Weg vorbei. Auch wenn die großen Zeiten mit dem Europapokalfinale 1993 und Platz 17 in der "ewigen" Bundesliga-Tabelle Vergangenheit sind und unwiederholbar sein dürften - sogar bei der Europameisterschaft in Polen setzen Spieler und Trainer, die in Dormagen unübersehbare Spuren hinterlassen haben, derzeit Akzente. Vier von ihnen sind dabei, und alle vier haben noch die Chance auf eine Medaille.

Simon Ernst (21, als Spieler von 2009 bis 2014 beim TSV Bayer). Neun Minuten und ein paar Sekunden hat der Rückraumakteur bisher bei den fünf Spielen der deutschen Nationalmannschaft auf der Platte gestanden, die meisten davon beim 29:19-Sieg über die Ungarn, bei dem er auch sein erstes EM-Tor erzielte. Auch wenn alle anderen aus dem Kader von Bundestrainer Dagur Sigurdsson bisher auf mehr Einsatzzeiten kommen, unzufrieden ist der Mittelmann des VfL Gummersbach keineswegs: "Insgesamt ist es für mich natürlich eine super Sache, schon mit 21 Jahren bei der EM dabei zu sein, egal, wie viele Spielanteile da sind", sagte Ernst gegenüber handball-world.

com, "aber natürlich möchte jeder Handballer auf der Platte stehen und der Mannschaft dort helfen." Dazu könnte es morgen im "Endspiel" um den Halbfinaleinzug gegen Dänemark schon kommen, muss Sigurdsson doch die verletzten Steffen Weinhold und Christian Dissinger ersetzen. Und Dissingers Position im linken Rückraum könnte er ebenso gut bekleiden wie sein gestern nachnominierter Vereinskollege, der beim TV Aldekerk und der HSG Düsseldorf ausgebildete Julius Kühn (22).

Kentin Mahé (24, als Spieler von 2000 bis 2011 in Dormagen). Weltmeister ist er schon, jetzt möchte der einstige Dormagener Publikumsliebling (vor allem des weiblichen Teils) Europameister werden. Dazu benötigen die Franzosen morgen einen Sieg über das bisherige Überraschungsteam Norwegen, das Gastgeber Polen die erste Niederlage beibrachte. Mahé soll nach ausgeheilter Daumenverletzung dann wieder dabei sein.

Wie wichtig der Neu-Flensburger inzwischen im Team von Nationaltrainer Claude Onesta ist, zeigte sein Fehlen gegen Kroatien - da lief es nämlich trotz des 32:24-Sieges im Rückraum des Weltmeisters etwas holprig. "Ich habe an mich selbst immer den Anspruch, meiner Mannschaft so gut wie möglich zu helfen. Daher freut es mich natürlich sehr, dass ich inzwischen viel Vertrauen beim Trainer genieße und viel Spielzeit bekomme - auch im Rückraum, meiner Lieblingsposition", sagt Mahé.

Gudmundur Gudmundsson (55, als Trainer von Juli 1999 bis März 2001 in Dormagen). Als Trainer der Dänen könnte "Gummi" morgen Abend seinem ehemaligen Schüler den Weg ins Halbfinale verbauen, denn Bundestrainer Dagur Sigurdsson wurde unter seiner Regie als Spieler mit Island 2002 EM-Vierter und zwei Jahre später Olympia-Neunter. Seit Olympia-Bronze 2008 ist Gudmundsson, der vier Jahre die Rhein-Neckar Löwen trainierte, in seiner Heimat ein Nationalheld.

Michael Biegler (54, als Co-Trainer in Dormagen von 1990 bis 1994). Der gebürtige Leichlinger hat einen heiklen Job: Er soll, ja muss Gastgeber Polen zum EM-Titel führen. Danach ist er erst einmal arbeitslos: Der HSV Hamburg, der 13. Verein seiner Trainerkarriere, hat den Spielbetrieb eingestellt.

Quelle: NGZ
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