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Lokalsport
Sommernachtslauf baut auf Atmosphäre

Neuss. Asics-Frontrunner sollen das Lauf-Fest der TG Neuss sportlich aufwerten, aber neuer Teilnehmerrekord ist keine Pflicht. Von Dirk Sitterle

Der Rekord steht bei 4067, so viele Teilnehmer am seit 1983 von der TG Neuss veranstalteten Sommernachtslauf erreichten vor einem Jahr das Ziel. Dreieinhalb Wochen vor der 35. Auflage, die am 10. Juni (16 Uhr) mit dem Eltern-Kind-Lauf für die stimmungsvolle Ouvertüre sorgt, ist von der Jagd nach der neuen Bestmarke indes noch nichts zu spüren. Beim entspannten Check der aktuellen Zahlen kam TG-Geschäftsführer Klaus Ehren gestern auf rund 300 Voranmeldungen. Nervös macht ihn das nicht. Es fehlten ja die Schulen, die in der Regel mehr als 1500 Kinder an den Start brächten, sagt er. Er weiß natürlich aus Erfahrung, richtig Fahrt nimmt das Geschäft erst auf der Zielgeraden auf, "ab Donnerstag vor Pfingsten, dann weiß jeder ungefähr, wie das Wetter wird."

Für Marc Hillen, der sich mit seiner Agentur h1 seit 2009 im Auftrag der Turngemeinde Neuss um Vermarktung und Organisation kümmert, muss freilich nicht alles immer nur noch höher und noch spektakulärer werden. Er betont: "Wir wollen ja gerade keine Rekordjäger sein, 3500 bis 4000 Teilnehmer sind absolut in Ordnung." Viel wichtiger findet er, dass der Volkslauf in anderen Bereichen Fortschritte gemacht habe. "Breitensportmäßig ist er Top und wir haben den Rekord, aber, um ehrlich zu sein, es fehlten die sportlichen Höhepunkte."

Der 2011 aus dem Programm genommene "Lauf der Asse" bleibt zwar weiterhin draußen, doch drei Jahre nach ihrem Ausstieg ist die Sportschuh- und -Bekleidungsmarke Asics zurück an Bord. Der langjährige Sponsor, mit seiner Deutschland-Zentrale seit 2005 an der Hansemannstraße im Gewerbegebiet Uedesheim zu Hause, ist am 10. Juni mit 117 Frontrunnern in Neuss vertreten. Das 2010 aufgelegte Projekt vereint Spitzenathleten, die an Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen teilnehmen, mit Hobbysportlern, die einen Großteil ihrer Freizeit in Laufschuhen verbringen und erfolgreich an Wettkämpfen teilnehmen.

Im Januar wurde das aus rund 600 Mitgliedern bestehende Team kräftig aufgestockt, betreut nun Athleten aus 17 Nationen, darunter drei Russen und fünf Südafrikaner. Deren Online-Tagebücher (Blogs) sind ungemein populär. Jan Erik Kruse, Digital Marketing Manager bei Asics Deutschland und Gründer der Frontrunner, geht davon aus, "dass wir mit unserem Team weltweit drei bis vier Millionen Menschen erreichen." Der Neusser Sommernachtslauf, fügt der mit seiner Familie in Rommerskirchen lebende Ausdauerathlet, dessen Bestzeit über zehn Kilometer bei 34:30 Minuten steht, sei das Herzstück eines Meetings, das zum ersten Mal Frontrunner aus allen Teilen der Welt zusammenführe. Mit dabei ist auch Lokalmatador Nikki Johnstone. Der Schotte, Lehrer an der Internationalen Schule in Neuss (ISR), sicherte sich am Freitag beim Rosellener Abendlauf in 32:07 Minuten den Sieg über zehn Kilometer.

Über diese Distanz geht es Anfang Juni auch in Neuss, und zwar auf im Vergleich zum Vorjahr identischer Strecke. "Wir haben geprüft, ob wir den Markt nicht wieder einbeziehen können, aber daraus ist dann nichts geworden", sagt Hillen, der eine Rückkehr indes nicht ausschließen will, zumal der Jedermannlauf über zehn Kilometer mittlerweile so angesagt sei, "dass wir auf dem aktuellen Kurs allmählich an die Kapazitätsgrenze stoßen." Ähnliches gilt für die an Atmosphäre reichen Staffelläufe, die unter Umständen sogar gesplittet werden müssen.

Quelle: NGZ
 
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