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Lokalsport
Spieler des 1. FC Köln strahlen nach Heimsieg um die Wette

Köln. Nach dem wohl schönsten Tag seines Fußballer-Lebens strahlte Dominique Heintz über das ganze Gesicht, seine Stimme überschlug sich beim Erzählen fast vor Aufregung. "Geburtstag des Vereins, Sieg, ein Tor vor mir. Da haben wir ja alles richtig gemacht, meine Vertragsverlängerung genau heute zu verkünden", sagte der 22 Jahre alte Innenverteidiger des 1. FC Köln.

Und vielleicht hatten an dieser Häufung der positiven Nachrichten beim 3:1 gegen Eintracht Frankfurt auch acht Ziffern ihren Anteil: 02.08.1990 hatte sich Heintz in seine Schuhe gravieren lassen. Es ist der Hochzeitstag seiner Eltern. "Anscheinend hat es geholfen", sagte er mit einem breiten Schmunzeln und versprach: "Dieses Paar Schuhe behalte ich, bis die neuen Farben kommen. Und in die neuen werden gleich die Zahlen wieder eingraviert." Auf dem rechten Schuh trägt er 15.08.1993, sein Geburtsdatum.

Seit er im Sommer für 1,5 Millionen aus Kaiserslautern kam, lief es gleich gut für ihn. Der sympathische Pfälzer mit dem unüberhörbaren Dialekt und dem leichten Buckel ist Publikumsliebling und Leistungsträger. Nur einmal fehlte er krankheitsbedingt, sonst spielte er immer durch. Nun verlängerte er seinen bis 2019 laufenden Vertrag vorzeitig bis 2021, "und als der Verein mich gefragt hat, habe ich keine Sekunde gezögert". Und ausgerechnet an diesem Tag, dem 68. Geburtstag seines Klubs, erzielte er auch sein zweites Bundesliga-Tor. Das erste im Hinspiel "ist etwas untergegangen", da der FC 2:6 verlor. Diesmal war es ein entscheidendes und Heintz der wohl fröhlichste Mensch im Stadion.

Nach der Partie war FC-Trainer Peter Stöger direkt auf Yannick Gerhardt zugesteuert und hatte symbolisch sein graues Kapperl gezogen. Das 31. Bundesliga-Spiel des Eigengewächses war mit Sicherheit das Beste: Mit einem Tor, einer Vorlage und einer überragenden Leistung war er der Matchwinner gegen Eintracht Frankfurt. "Dass der Trainer den Hut vor mir zieht, bedeutet mir viel. Das macht mich richtig stolz", sagte der 21-Jährige: "Es war ein bedeutsamer Tag für mich. Alles hat gepasst." Die Einsatzzeiten des U21-Nationalspielers, der 2003 als Neunjähriger zum FC gewechselt war, hatten sich in den vergangenen Wochen zu einer Art Politikum ausgewachsen. "Darüber wird mir ein bisschen zu viel diskutiert", sagte Stöger genervt: "Aber wenn er jede Woche so arbeitet und spielt, ist die Chance ziemlich groß, dass er spielt." Der Trainer sieht Gerhardt inzwischen offenbar nicht mehr als "Sechser", sondern auf offensiveren Positionen, wo er seine Dynamik besser ausspielen kann. Und er ist offenbar der Meinung, dass der Hochbegabte eher Druck statt Streicheleinheiten braucht. Doch es scheint der richtige Weg gewesen zu sein. "Kritik ist gut für jeden", sagte Gerhardt schmunzelnd.

Köln muss indes mehrere Wochen auf Simon Zoller verzichten. Der Stürmer erlitt eine Muskelverletzung im rechten Oberschenkel.

(sid)
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