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Stabile Abwehr ist NHV-Trumpf

Handball: Stabile Abwehr ist NHV-Trumpf
NHV-Kapitän Bennet Johnen (l.) und Thomas Bahn machen gegen Simon Breuer vor Torhüter Mikkel Moldrup die Schotten dicht. FOTO: Andreas Woitschützke
Neuss. Starke zweite Hälfte beschert dem Handball-Drittligisten gegen Ratingen den ersten Saisonsieg. Von Dirk Sitterle

Was war das jetzt? Glückes Geschick, perfektes Timing, eine Trotzreaktion oder die Demonstration eigener Stärke? In den Minuten nach dem unerwartet deutlichen 34:22-Sieg (Halbzeit 15:13) über die SG Ratingen interessierte René Witte die Antwort auf diese wichtigen Fragen nicht die Bohne. Der Trainer des Handball-Drittligisten Neusser HV nahm den ersten Saisonsieg einfach nur erleichtert zur Kenntnis und bilanzierte dementsprechend aufgeräumt: "Wir haben es endlich mal geschafft, Ratingen zu schlagen. Nach der Auftaktniederlage in Longerich war es nicht einfach für uns, denn die Messlatte liegt hoch in dieser Saison."

Bis zum am Ende locker anmutenden Kantersieg hatten die Hausherren freilich ein dickes Brett zu bohren. In der ersten Hälfte begegneten sich beide Teams absolut auf Augenhöhe. Nicht in den Griff bekam die Neusser 6:0-Deckung, in der in Kapitän Bennet Johnen zunächst nur ein Neuer stand, vor allem Simon Breuer. Der erfahrene Mittelmann der "Dumeklemmer" erzielte alle seine sieben Treffer bis zur 25. Minute und war damit maßgeblich daran beteiligt, dass Ratingen im Verlauf des ersten Abschnitts zweimal mit zwei Toren vorne lag: 9:7 (20.) und 11:9 (25.). Doch ein Mix aus, so SG-Trainer Richard Ratka, "dummen Aktionen und unnötigen Zeitstrafen" sowie der kurzen Deckung von Viktor Fütterer (später auch Dennis Aust) gegen den damit fast wirkungslosen Breuer bescherte den entschlossenen Gastgebern bis zur Halbzeitpause eine 6:2-Serie von 9:11 (25.) auf 15:13 (30.).

Wie wichtig es für seine Truppe war, "mit einem positiven Ergebnis in die Kabine zu gehen", zeigte sich für Witte im zweiten Durchgang. Die Gäste gingen nun förmlich unter, warfen zwischen der 29. (13:12/Mike Schulz) und 35. Minute (14:18/Siebenmeter Schulz) halbzeitübergreifend keinen Treffer mehr. Für Ratka keine Überraschung, sondern ein Déjà-vu-Erlebnis: "Wir sind in der Lage, 30, 40 Minuten gut mitzuhalten, verlieren dann aber regelmäßig den Faden."

Im Gegensatz zur vermeidbaren 27:30-Schlappe in Longerich, als der NHV zu Beginn der zweiten 30 Minuten fünf Treffer in Folge schluckte, war er gegen Ratingen selber am Drücker. Seine sechs Tore hintereinander zur 18:13-Führung (35.) trafen die irritierend ratlosen Gäste bis ins Mark. Im Grunde war das lange so ausgeglichene Match damit entschieden. Da er deshalb schon früh mit der emotionalen Aufarbeitung des am Ende restlos misslungenen Gastspiels in der mit 550 Zuschauern gut gefüllten Hammfeldhalle beginnen konnte, präsentierte sich Ratka in der Rückschau recht entspannt. "Neuss, das muss man anerkennen, war uns überlegen, sowohl in der Breite als auch individuell", resümierte er und stellte klar: "Neuss muss mit dieser Qualität oben stehen und wird das auch."

Für René Witte, der in den Rückraum-Shootern Christopher Klasmann (9/1) und Felix Handschke (6) seine erfolgreichsten Torschützen sah, war derweil in erster Linie die bemerkenswerte Deckungsleistung "der Schlüssel zum Erfolg. Nur neun Gegentore in der zweiten Hälfte, das ist schon eine Hausnummer." Bennet Johnen bestach dabei als Organisator im Innenblock. Der von seinem Coach mit einem Sonderlob bedachte Kapitän vergaß in seinem persönlichen Resümee freilich nicht den starken Vortrag des Torhüters Mikkel Moldrup: "Er hat ein Riesenspiel gemacht!"

Quelle: NGZ
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