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Starke und Pietsch teilen sich den Titel

Lokalsport: Starke und Pietsch teilen sich den Titel
Die Entscheidung um den Titel des deutschen Jockey-Champions fiel gestern Abend auf der Neusser Rennbahn buchstäblich mit dem letztmöglichen Galoppsprung: Andrasch Starke fängt auf Beagle Boy (linkes Bild rechts) kurz vor dem Zieleinlauf Alexander Pietsch noch ab und schafft den Gleichstand. Pietsch war ein Rennen zuvor durch seinen Sieg mit Vabinsaru (Bild rechts) in Führung gegangen. FOTO: K. J. Tuchel
Neuss. 5000 Zuschauer sehen gestern Abend auf der Neusser Galopprennbahn ein bis zum letzten Ritt spannendes Championats-Duell. Von Marco Hoffmann und Volker Koch

Sozusagen mit dem letztmöglichen Galoppsprung hat sich Andrasch Starke gestern Abend zum achten Mal den Sieg im deutschen Jockey-Championat erkämpft. Durch seinen Sieg mit Beagle Boy im sechsten (und für ihn letzten) Rennen zog er mit Alexander Pietsch gleich, der zuvor durch seinen Erfolg auf Vabinsaru in Führung gegangen war. "Ich bin unglaublich froh, denn ich wäre schon enttäuscht gewesen, wenn es nicht geklappt hätte", sagte Starke, "aber ich freue mich genauso für Alexander Pietsch."

Die letzte Veranstaltung des Jahres 2015 auf der Galopprennbahn am Neusser Hessentor stand unter besonderen Vorzeichen. Der Kampf um das deutsche Jockeychampionat zwischen Alexander Pietsch und Andrasch Starke zog gestern Abend gut und gerne 5000 Besucher auf die Bahn. Nachdem sich dieses Duell über Wochen hinzog, konnte auch das Finale kaum spannender ablaufen. Ehe der Flutlicht-Renntag mit der Ehrung der deutschen Champions endete, stiegen beide Kontrahenten sechsmal in den Sattel. Das Ergebnis war ein "totes Rennen" mit jeweils 86 Siegen für beide.

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Der vor Wochenfrist noch mit vier Siegen führende Alexander Pietsch ging mit einem Punkt Vorsprung in die Veranstaltung und musste unter kuriosen Umständen erleben, dass Andrasch Starke den Ausgleich schaffte. Dessen Ritt Near Excellent wurde am Morgen zum Nichtstarter erklärt. Doch nun saß der bereits siebenfache Championjockey plötzlich auf dem haushohen Favoriten Rock Academy, dessen eigentlich vorgesehene Reiterin krankheitsbedingt passen musste. Der Sandbahndebütant gewann überlegen für Trainer Mario Hofer und Besitzer Guido Schmitt.

Im zweiten Rennen hatten die Protagonisten des Jockey-Zweikampfs mit ihren Ritten keine Siegchancen. Den Sprint gewann der von Sascha Smrczek trainierte Square Lamartine, ein fleißiger Wallach, der noch vor einer Woche in Dortmund Dritter war. Die Wettchance des Tages mit garantierter Auszahlung von 10.000 Euro in der Viererwette wurde als drittes Rennen gestartet. Auch in dieser über 1500 Meter führenden Prüfung hatten weder Pietsch noch Starke Siegchancen. Um den Sieg kämpften die zwei jüngsten Pferde im Feld, Brendan und Power Star. Der Sieger wird von Elfi Schnakenberg im kleinen Örtchen Jerusalem bei Verden trainiert. Ihr Wallach galt lange Zeit als sehr startschwierig. Das Problem wurde durch fleißiges Üben behoben. Der überzeugend siegende Außenseiter Brendan soll auf Besitzerwunsch bald Hindernisrennen in Frankreich bestreiten. Hinter ihm und Power Star belegten Nightdance Prince und Pascani die weiteren Platzränge. Die Viererwette zahlte 38.198 Euro für einen Einsatz von zehn Euro.

Im vierten Rennen, da waren sich viele Besucher und Experten einig, würde Andrasch Starke in Führung ziehen. Er ritt mit Ledena die heiße 15:10-Favoritin, musste sie jedoch bereits früh bemühen. Eine Siegchance bestand weder für ihn noch für Kollege Pietsch, der mit World's Danger kurzzeitig die Führung inne hatte. Es siegte der unterschätzte Außenseiter Praetor aus dem Stall von Christian Peterschmitt aus Zweibrücken. Wie im Rennen zuvor saß Stephen Hellyn im Sattel.

Eine halbe Stunde später ging Alexander Pietsch in Führung. Mit seiner besten Chance des Tages, dem von Christian Freiherr von der Recke in Weilerswist trainierten Vabinsaru, kam der gebürtige Dresdener im fünften Rennen zu einem überlegenen Treffer und schlug im richtigen Augenblick zu. Denn es stellte sich nun nur noch die Frage, ob er alleiniger Titelträger sein würde oder ob Andrasch Starke im sechsten Rennen, das passenderweise den Titel "Preis des Jockeychampionats" trug, den Ausgleich schafft. Er gelang ihm tatsächlich. Knapp setzte der gebürtige Stader sich mit dem wiederum von Christian Peterschmitt trainierten Beagle Boy durch. Alexander Pietsch wurde mit Elgin Zweiter - und zwar in einem "toten Rennen" mit Fuscano.

In der Fachsprache bedeutet dieser Begriff Gleichstand. Und den gab es auch bei der Deutschen Meisterschaft der Jockeys in der Saison 2015: Sowohl Alexander Pietsch, für den es der erste Titel war, als auch Andrasch Starke gewannen im nun zu Ende gegangenen Rennjahr 86 Rennen in Deutschland.

Quelle: NGZ
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