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Jüchen
Steuerzahlerbund: Jüchen muss sparen

Jüchen. Eberhard Kanski, der Haushaltsexperte des Bundes der Steuerzahler in Nordrhein-Westfalen, hat den Haushalt der Gemeinde Jüchen unter die Lupe genommen. Die gute Nachricht: Die Steuereinnahmen werden voraussichtlich trotz Krise nicht sinken. Die schlechte: "Die Jüchener müssen massiv sparen, sonst droht der Gemeinde ein Haushaltssicherungskonzept", warnte Kanski.

Zwar gehen in Jüchen die Einnahmen aus der Einkommensteuer zurück, doch nehmen die Gewerbesteuereinnahmen stark zu. "Hintergrund dürfte eine erfolgreiche Wirtschaftsansiedlungspolitik der Gemeinde sein", vermutet Eberhard Kanski. Dennoch drohe der Gemeinde am Rand des Tagebaus ein Haushaltssicherungskonzept – "und für die Jahre 2011 bis 2013 muss wohl ein Sparpaket geschnürt werden", meint der Vertreter des Steuerzahlerbundes.

Dazu gehört nach seiner Meinung eine noch größere interkommunale Zusammenarbeit. "In der Kultur und in der Rechnungsprüfung geschieht dies bereits mit Erfolg", vermerkt Kanski in seiner Haushaltsanalyse. Intensiviert werden könne die Kooperation mit angrenzenden Kommunen bei den so genannten "Querschnittsämtern" – also bei Stadtkasse, Kämmerei oder Personalwesen", rät der 49-Jährige den Jüchener Politikern.

Nach Meinung des Bundes der Steuerzahler sollte bereits heute eine Sparkommission gebildet werden, um den drohenden Absturz der Gemeindefinanzen noch zu verhindern.

Eberhard Kanski hat sich in den vergangenen Jahren durch die Haushaltssanierung in Bergneustadt (20 000 Einwohner) einen überregionalen Namen gemacht. Stadt und Rat standen dort vor einem mehr als 50 Millionen Euro schweren Schuldenberg. Kanski entwickelte für die Stadt ein so genanntes "Spar-Buch" mit konkreten Vorschlägen, wie die oberbergische Kommune Geld sparen und damit ihren Haushalt entlasten kann. Mit dieser Aktion sorgte er über Nordrhein-Westfalen hinaus für Aufsehen.

Die Nachbarstadt Grevenbroich (aktuelles Haushaltsdefizit: fast 28 Millionen Euro) ist bereits auf Eberhard Kanski aufmerksam geworden. Dort haben die Aktiven Bürger vorgeschlagen, den Haushalts-Experten nach Einsparmöglichkeiten im Rathaus suchen zu lassen. Der Antrag wird morgen nun dem Stadtrat vorgelegt.

(NGZ/dhk)
 
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