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Lokalsport
Super Tigers beenden schwarze Serie

Neuss. 83:77-Erfolg im rheinischen Derby ist für die Zweitliga-Basketballer aus Neuss der erste Sieg in Opladen seit fünf Jahren. Von Dirk Sitterle

Die TG Neuss Tigers führen das Tableau der 2. Basketball-Bundesliga an. Okay, nach zwei Spieltagen hat das noch nicht allzu viel zu bedeuten, aber es hätte schlechter laufen können für die Schützlinge von Janina Pils. Und darum war bei der Trainerin nach dem 83:77-Erfolg (Halbzeit 26:31) beim Lokalrivalen BBZ Opladen die Genugtuung fast physisch greifbar. "Natürlich haben wir gute Leute verloren, aber das ist halt ein Mannschaftssport", stellte sie fast trotzig klar: "Ich habe immer gesagt, 'lasst uns doch erst mal spielen.' Mit Reden gewinnst du nämlich kein Spiel."

Der 72:60-Heimsieg zum Auftakt über die Bergischen Löwen nur zwei Tage zuvor war vor allem befreiend gewesen, der Coup in Opladen ein echter Husarenstreich. Zum einen wird das personell verstärkte Team von Trainerin Birgit Kunel als heißer Play-off-Kandidat gehandelt, zum anderen lag der letzte Neusser Erfolg in der kleinen Halle des Werner-Heisenberg-Gymnasiums fünf Jahre zurück. "Ich habe da schon mit individuell besser besetzten Mannschaften verloren", bestätigte Janina Pils. Diesmal lief alles anders. Den Grundstein zum Sieg, "der besonders schön ist, weil du damit nicht unbedingt gerechnet hast" (Pils), legte ihr Team bereits im mit 31:19 gewonnenen dritten Viertel: Zunächst holte Briana Williams mit ihren Punkten zehn und elf zum 41:40 (25.) die im zweiten Abschnitt (21:22/16. Minute) verlorene Führung zurück, dann ließ die Tigers eine 12:2-Serie bis zur 30. Minute auf 57:50 davonziehen. "Unser drittes Viertel war wunderbar, das kann ich gar nicht anders sagen", frohlockte Janina Pils: "Briana hat ihre Mitspielerinnen gut eingesetzt. Ich war selber stark beeindruckt, wie kompromisslos unsere Werfer den Abschluss gesucht haben. Wir haben uns in einen Rausch gespielt."

Was dann geschah, schilderte Opladens fassungslose Trainerin so: "Vor dem letzten Viertel hatten wir uns dann noch mal so einiges vorgenommen, und was passiert? Zack, zieht Neuss auf 69:52 weg! In dieser Phase hatten wir jeglichen Zugriff aufs Spiel verloren, das waren entscheidende vier, fünf Minuten." Durch war das interessante Duell damit allerdings noch nicht: Angetrieben von der famosen Leonie Schütter, die 19 ihrer insgesamt 29 Punkte in den letzten zehn Spielminuten erzielte (10/10 Freiwürfe), startete Opladen eine Aufholjagd. "Wir haben Neuss ab der 34. Minute keinen Feldkorb mehr gestattet", wollte Kunel nicht unerwähnt lassen. Als 1:21 Minute vor Schluss sowohl Franziska Worthmann als auch Briana Williams den Korb verfehlten, brachte die von Julia Duggan per Foul an die Freiwurflinie geschickte Leonie Schütter die Gastgeberinnen bis auf drei Punkte heran (75:78). Der schöne Sieg schien den Tigers kurz vor dem Ziel noch aus den Pfoten zu gleiten. Doch Julia Duggan blieb eiskalt: Ihre beiden verwandelten Freiwürfe ließen Neuss mit einer 80:75-Führung in die letzten 65 Sekunden der Partie gehen. Diesen Vorteil ließen sich die Gäste nicht mehr nehmen. Wie schon gegen die Löwen stachen bei der TG erneut die Alphatiere: Duggan legte in der Konfrontation mit Größen wie Mareike Nettersheim (1,86 Meter), Karo Krabbe und Julia Krause (je 1,95) mit 20 Punkten und zwölf Rebounds ein Double-Double auf. Auch Briana Williams (17), Karo Tzokov, Franziska Worthmann (je 13) und Jana Heinrich (12) punkteten allesamt zweistellig. Genauso wichtig sei ihr jedoch der "frische Input" von Inga Krings, Lisa Spießbach, Carlotta Ellenrieder und ganz besonders von Seraphina Asuamah-Kofoh, betonte Pils: "Sie ist unser X-Faktor. Ihr Fazit: "Ich bin extrem stolz auf meine Mannschaft. Trotz der Belastung - Sonntag Spiel, Montag Training, Dienstag Spiel - sind die Mädchen total fit ins letzte Viertel gestartet."

Quelle: NGZ
 
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