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SW Neuss gelingt Paukenschlag

Lokalsport: SW Neuss gelingt Paukenschlag
Phil Graue (l.) warf sich im Sturmzentrum mächtig rein, ein Treffer blieb dem Neusser im ersten Saisonspiel aber verwehrt. FOTO: Andreas Woitschützke
Neuss. Zum Saisonauftakt der 2. Hockey-Bundesliga schlägt der HTC Titelkandidat BW Köln mit 3:2. Von Dirk Sitterle

Nach dem nicht unbedingt erwarteten 3:2-Heimsieg (Halbzeit 1:1) am ersten Spieltag der 2. Hockey-Bundesliga Nord über den von allen Teams als heißen Aufstiegsaspiranten gehandelten Kölner Hockey-Tennis-Club Blau-Weiß machte sich Steven Dühr in seiner unnachahmlichen Art daran, das Unmögliche zu erklären. Bei seinem Murmeltor zur zwischenzeitlichen 2:1-Führung, führte der 33-Jährige aus, "habe ich es zuerst mit dem Rückhandzieher versucht, und weil das nicht geklappt hat, habe ich den Ball dann per Stecher reingemacht." Der Neusser Co-Trainer Till Brucke machte es kürzer, stellte schmunzelnd fest: "Er hat den Ball gedührt."

Die Stimmung an der Jahnstraße war gelöst nach dem glücklichen, aber beileibe nicht unverdienten Coup. Wirklich besser waren die als Nord-Vizemeister angereisten Kölner nur im ersten Viertel. Da lagen sie nach (mit Wiederholungen) der vierten Strafecke von Spielertrainer Jan-Marco Montag - beim ersten Versuch des Olympiasiegers hatte der Neusser Torhüter Jonas Radeke die Kugel ans Gebälk gelenkt - auch vollkommen zu Recht mit 1:0 (12.) vorne.

Mit Beginn des zweiten Abschnitts kämpften sich die Hausherren indes zurück auf Augenhöhe: Während in der Zentrale der junge Max Hubert (19) in Abwesenheit von Christoph Martial gemeinsam mit Abbas Haider die Abwehr zusammenhielt, zeigten in der Offensive die erstligaerfahrenen Routiniers ihre Klasse: Noch vor der Halbzeitpause nutzte Ivo Otto - in der schwierigen Umbruchphase vielleicht die wertvollste Arbeitskraft im Neusser Kader - einen Siebenmeter zum Ausgleich (20.). Um den Führungstreffer von Steven Dühr machte sich Philipp Weide verdient. Der 35-Jährige nutzte gedanken- und handlungsschnell einen Moment der Unachtsamkeit im von Montag umsichtig organisierten Deckungsverband der Gäste, um Dühr in Position zu bringen. Geschlagen waren die Blau-Weißen damit allerdings noch nicht. Mit der insgesamt siebten Strafecke glich der diesmal von Montag bediente Leif Scherer zum 2:2 (53.) aus. Bis zur Antwort der Schwarz-Weißen dauerte es freilich keine zwei Minuten: Otto, der wieder die vollen 60 Minuten auf dem Feld stand, war auf seinem Sturmlauf Richtung Tor nur regelwidrig aufzuhalten, so dass Schiedsrichter Stephan Peters (Essen) keine andere Wahl blieb, als erneut auf den Siebenmeterpunkt zu zeigen. Auch bei seinem zweiten Versuch blieb Otto stabil und traf zum 3:2 (55.). Dass Sebastian Draguhn (Grüne Karte) in dieser Phase nur an der Außenlinie mit zitterte, war bezeichnend. Der Ex-Weltmeister, von Lars Schulte zumeist in Manndeckung genommen, konnte sich längere Pausen als gewöhnlich genehmigen - seine Mannschaftskollegen kam diesmal auch ohne seine Treffer aus.

In der Schlussphase schickten die Kölner für den auf die Bank beorderten Torhüter Julian Wälzholz einen zusätzlichen Feldspieler auf den Kunstrasen. Eine Maßnahme, die allerdings nur weitere Großchancen für Neuss produzierte. Darum durfte Trainer Matthias Gräber kurz darauf feststellen: "Ein Unentschieden wäre schon okay gewesen, aber wir hätten auch noch höher gewinnen können."

Quelle: NGZ
 
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