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SW Neuss gibt nicht auf

Lokalsport: SW Neuss gibt nicht auf
Attacke: Mit zwei Treffern ist der Niederländer Joris Eshuis schon der erfolgreichste Torschütze des noch sieglosen Hockey-Erstligisten HTC SW Neuss. FOTO: Andreas Woitschützke
Neuss. Obwohl er selbst seinen bislang einzigen Punkt wohl bald verlieren wird, glaubt der Hockey-Bundesligist weiterhin an den Klassenverbleib. Von Dirk Sitterle

Noch ist nichts entschieden, doch selbst Trainer Omar Schlingemann hofft nicht mehr wirklich: Der HTC SW Neuss wird seinen mit dem 2:2 bei BW Berlin erkämpften Punkt verlieren - und was noch schlimmer ist. Weil er gegen die Blau-Weißen die nicht spielberechtigten Malaien Faiz Jali und Muhammad Rashid Baharom eingesetzt hat, bekommt der direkte Konkurrent im Kampf gegen den Abstieg zwei Zähler dazu und hätte dann bereits sechs Punkte mehr auf seinem Konto als der Neuling. Um den Anschluss nicht schon früh in der Saison zu verlieren, sollte heute (16 Uhr) im Heimspiel gegen den UHC Hamburg schon irgendwie Zählbares herausspringen.

Zwar sind die Hanseaten mit den Olympiasiegern Nicolas Jacobi (im Tor), Florian Fuchs, Jan Philipp Rabente, Oliver Korn und Moritz Fürste alles andere als gut in die vorolympische Saison gekommen (erst fünf Punkte), doch Schlingemann hat im Moment mehr als genug mit seinen Jungs zu tun. Die als wesentliche Verstärkung eingeplanten Malaien werden fehlen - und auch die beiden spielstarken Australier Jeremy Edwards und Kurt Mackey können nun gleich in "Down Under" bleiben. "Das tut uns und ihnen unglaublich leid", sagt Schlingemann: "Sie waren gut integriert und haben echt Spaß gemacht. Das war echt cool. Und es ist ja nicht so, als hätten wir hier einen Überschuss an guten Spielern."

Nichtsdestotrotz hat er die Hoffnung auf ein zweites Jahr im Oberhaus noch längst nicht aufgegeben: "Wenn wir so weitermachen, werden die Punkte kommen, davon bin ich überzeugt. Ich glaube immer noch daran, dass wir nicht absteigen." Die Talsohle sieht er ausgerechnet mit dem 1:5 am vergangenen Samstag in Nürnberg erreicht. "Schlimmer kann es uns eigentlich nicht mehr treffen", findet er. Die personelle Ausstattung sei so dünn gewesen, dass selbst Mannschaftsbetreuer Till Brucke auf der Reservebank gesessen habe.

Heute fehlen in Matthias Gräber (35) und dem bald 33-jährigen Philipp Weide lediglich zwei der ältesten Akteure im Kader. Mit Blick auf die ganz jungen Jan Mausberg (16), Vincent Güttler (17) oder auch Niclas Garms (18) stellt er schmunzelnd fest: "Wir haben zehn Leute dabei, die unter 19 sind. Dadurch werden wir von einer ganz alten Mannschaft zu einer der jüngsten in Deutschland." Er vertraut seinen Schützlingen, die nun wieder jeden Tag trainieren. "Zusätzlich hat jeder sein ganz persönliches Fitnessprogramm, dienstags und donnerstags informieren wir uns per Video über den jeweiligen Gegner. Die Art und Weise, wie wir arbeiten, ist Welten von dem entfernt, was wir hier früher gemacht haben. Wir sind taktisch viel variabler und professioneller geworden. Was wir jetzt brauchen ist: Geduld, Geduld, Geduld."

Dass der HTC demnächst wieder mit null Zählern am Tabellenende der Liga steht, beunruhigt ihn keineswegs: "Sicher, drei Punkte wären zum jetzigen Zeitpunkt realistisch gewesen, aber unsere Spiele kommen noch ..."

Quelle: NGZ
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