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Lokalsport
Tandem-Tag geht auch im Hochsommer

Lokalsport: Tandem-Tag geht auch im Hochsommer
Mit viel Spaß auch bei hochsommerlichen Temperaturen bei der Sache: die Teilnehmer an der Tandemfahrt um Landrat Hans-Jürgen Petrauschke (oben) und Dr. Ellen Czygan (r.) und die am integrativen Fußballspiel. FOTO: Woitschützke, Andreas (woi)
Gnadental. Eigentlich gab es nur zwei Menschen, die ein bisschen verdrießlich dreinschauten an diesem sonnigen Samstagmittag auf Gut Gnadental: Gerd Motes und Heinz Hilgers. Der Trainer des KSK Konkordia Neuss, weil seine jungen Schützlinge ihre Vorführung abbrechen mussten, weil es bei hochsommerlichen Temperaturen auf den Ringermatten unangenehm heiß wurde für ihre nackten Schultern. Von Volker Koch (Text) und Andreas Woitschützke (Fotos)

Und der Präsident des Deutschen Kinderschutz-Bundes, weil ihn Hausherrin Jutta Zülow erst jetzt zur neunten Auflage des Tandem-Tages eingeladen hatte: "Da wäre ich gerne schon öfter dabei gewesen. Das hat nämlich Spaß gemacht", bekannte der Dormagener Alt-Bürgermeister nach der morgendlichen Ausfahrt mit dem Tandem an der Erft entlang zum Nixhof, wo Marlies Klüter die zwei Dutzend Teilnehmer, unter ihnen Landrat Hans-Jürgen Petrauschke und der schon mit dem Fahrrad angereiste Neusser Bürgermeister Reiner Breuer, mit einem zweiten Frühstück begrüßte.

In den Augen von Heinz Hilgers zeigte das integrative Sportfest der "Tandem-Stiftung Burkhard Zülow", in dessen Verlauf wieder Hunderte Menschen zum Schauen und Ausprobieren auf das historische Gut an der Erft und seine umgebenden Anlagen pilgerten, "dass Integration und Inklusion wirklich gelebt werden müssen, damit sie erfolgreich sind. Das geht nicht per Verordnung."

Verordnen musste man niemandem etwas an diesem Samstagmittag. Höchstens mal ein Ruhepäuschen im spärlichen Schatten, denn die hochsommerlichen Temperaturen, die über Mittag bis auf 28 Grad kletterten, forderten nicht nur von den jungen Ringern ihren Tribut, sondern brachten Aktive mit und ohne Handikap gehörig ins Schwitzen. "Gut für den Getränkeumsatz",zeigte sich Organisationschefin Sylvia Schlesak hocherfreut - schließlich kommt der gesamte Erlös der Veranstaltung inklusive der reich bestückten Tombola dem ganzjährigen Trainings- und förderungsprogramm der Tandem-Stiftung zu Gute.

Zwei Projekte erhielten ihre Förderschecks gleich vor Ort: Die integrative Fußballmannschaft des BV Weckhoven um ihren rührigen Initiator Markus Bausch, damit sie zu einem Turnier in die Schweiz fahren kann. Und die "Handikaps", die geistig behinderten Tennisspieler des TC Grün-Weiss Neuss als Zuschuss für ihre Teilnahme an den Special Olympic Games in Hannover. "So viel Geld, das ist ja klasse", freute sich Boris Becker, als Teamchef Helmut Kloubertz ihm und seinen Teamkollegen den Betrag verriet. Dass sie für die nationalen Spiele bereits gut in Form sind, zeigten auch die Spieler des GWN-Teams um Oliver Burbach beim gemeinsamen Training mit den besten Tischtennisspielern des Rhein-Kreises Jana Vollmert, Miriam Jongen (beide DJK Holzbüttgen), Michael Servaty und Sebastian Schwarz (beide TG Neuss).

Später wurden die "Profis" an der Platte von Klaus Nickl abgelöst. Der ist Pfarrvikar auf der Neußerfurth und kennt einige der GWN-Spieler noch aus ihrer Messdienerzeit. "Ich bin extra vorbeigekommen, um mit ihnen ein paar Bälle zu spielen", erklärte Nickl, der weiß: "Als Pfarrer musst du nicht alles können - aber Tischtennisspielen."

Hausherrin Jutta Zülow freute sich nicht nur über den "geistlichen Beistand", sondern auch über viel Prominenz unter den Besuchern, angeführt von Bundes-Gesundheitsminister Hermann Gröhe. "Um gesund zu bleiben, gibt es nichts Besseres als Bewegung und gesunde Ernährung" - ob er mit diesem Satz auch das reichhaltig bestückte Kuchenbuffet meinte, blieb offen. Dass an diesem zwischenzeitlich auch Thomas Schütz, der Leiter Leistungssportförderung im Rhein-Kreis, bediente, war ein Stück Integration der speziellen Art - beim Tandem-Tag packen alle mit an.

Quelle: NGZ
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