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Lokalsport
Tandem-Tag: Volksfest und Promi-Treff

Gnadental. Sonnenschein und ein immer größeres Angebot zum Mitmachen locken Hunderte zum integrativen Sportfest auf Gut Gnadental. Von Volker Koch

Der Promi-Faktor hätte locker für zwei bis drei Talkshows gereicht. Dass trotzdem nur eine Minderheit den Interviews mit Fußball-Weltmeister Berti Vogts oder den Olympiasiegern Ulrike Nasse-Meyfarth und Marcus Ehning lauschte, lag keineswegs daran, dass die prominenten Gäste nichts zu sagen gehabt hätten.

Sondern schlicht und einfach daran, dass die meisten Besucher - gut tausend werden es über den Tag verteilt gewesen sein - zum Tandem-Tag auf Gut Gnadental gekommen waren, um eines der vielen Mitmach-Angebote auszuprobieren, die das integrative Sportfest der "Tandem-Stiftung Burkhard Zülow" für sie bereit hielt. Jedes Jahr sind ein bis zwei neue hinzu gekommen, so dass bei der zehnten Auflage, am Samstag vom ersten sonnigen Frühlingstag seit Wochen begünstigt, fünf Stunden ununterbrochen irgendetwas los war.

"Das Programm ist fast schon zu umfangreich geworden", meinte Hausherrin Jutta Zülow. Was in ihrem Fall allerdings daran lag, dass die Stiftungs-Vorsitzende versuchte, überall vorbei zu schauen und mit jedem ein nettes Wort zu plaudern: Vom integrativen Fußballspiel, das auf der Wiese vorm Hoftor weitaus mehr Anklang fand als in den Jahren zuvor auf dem gepflegten Rasen der nahen Bezirkssportanlage, bis zur Turnkür der Dormagener Olympia-Hoffnung Sarah Voss, vom Eintreffen der Kanuten am Wiesenwehr, wie immer begleitet von den Klängen der "Jazz-Brothers", bis zur Auslosung der bestens bestückten Tombola mit zwei Karten fürs DFB-Pokalfinale als Hauptgewinn - die 65-Jährige war überall zu finden. Oder auch nicht, weil sie gerade zur nächsten Attraktion unterwegs war: "So oft, wie ich heute gefragt worden bin, wo meine Mutter ist....", meinte David Zülow in gespielter Verzweiflung. Seinen Einsatz als Torjäger wollte sich selbst Düsseldorfs Stadtspitze um OB Thomas Geisel und Stadtdirektor Burkhard Hintzsche nicht entgehen lassen - wobei sie sich nicht nur wegen der roten Trikots des GWN-Sportteams an manchen Auftritt der Fortuna erinnert fühlten. Viel Spaß hatte auch die integrative Mannschaft des BV Weckhoven, vor allem, als sich am Nachmittag Berti Vogts für Autogramme und Selfies zur Verfügung stellte.

Wie Integration und Inklusion funktionieren, zeigte neben den Ringern des KSK Konkordia und den erstmals beim Tandem-Tag aktiven Sportlern des Taekwondo-Clubs Neuss einmal mehr das Geschehen an der Tischtennis-Platte: Als die "NGZ-Sportlerin des Jahres" Miriam Jongen und ihre Teamkollegin Jana Vollmert vom Regionalliga-Meister DJK Holzbüttgen eintrafen, wurden sie von den Aktiven des GWN-Teams erst einmal geherzt und geküsst, ehe es im gemischten Doppel um Punkte ging. "Für die Jungs ist der Tandem-Tag stets ein Highlight", verriet ihr Trainer Thomas Gindra.

Der freute sich auch über den Andrang an den zwei mit Hilfe von Tandem- und Volker-Staufert-Stiftung angeschafften Boccia-Bahnen. Sie kommen auch bei den Special Olympics Landesspielen zum Einsatz, die vom 10. bis 12. Juli in Neuss ausgetragen werden. Deren Organisationsteam kam an seinem Infostand mitten im Geschehen aus dem Staunen nicht mehr heraus: "Dass hier so viel los ist, hätten wir nicht gedacht", sagte Geschäftsstellenleiterin Anna-Lena Schiel, "das lässt für die Landesspiele einiges erwarten." Neuss ist auf bestem Weg zur Landeshauptstadt der sportlichen Inklusion.

Quelle: NGZ
 
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