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Team Neuss geht schon hauchdünn in Führung

Lokalsport: Team Neuss geht schon hauchdünn in Führung
Auf dem Weg zur Führung: Jessica Lichtenberg führt Delia FRH hinter dem Neusser Team in den Voltigierzirkel in der Aachener Soers. FOTO: Kaiser Impressions
Aachen.. Mit einem deutschen Sieg in der Pflicht hatten die wenigsten gerechnet bei den Voltigier-Europameisterschaften. Heute steht die erste Kür an. Von Daniel Kaiser

Der Auftakt ist geschafft: Die Voltigierer des RSV Neuss-Grimlinghausen - Julia Dammer, Janika Derks, Leonie Falkenberg, Johannes Kay, Mona Pavetic, Pauline Riedl sowie Ersatzfrau Eva Adrian - liegen bei den Europameisterschaften nach der gestrigen Pflicht in Führung. Mit 7,701 Punkten rangieren die Rheinländer mit ihrer Fuchsstute Delia FRH hauchdünn vor der Mannschaft Lütisburg aus der Schweiz. Die als extrem pflichtstark bekannte Truppe von Monica Winkler-Bischofberger kassierte 7,696 Punkte - und damit nur 0,005 Zähler weniger. Ein absoluter Wimpernschlag.

Als "Arbeitssieg" - mit dem im deutschen Team keiner so richtig gerechnet hatte - betitelte Trainerin und Longenführerin Jessica Lichtenberg das Resultat. "Es war wirklich schwierig. Ich musste sehr viel auf das Pferd einwirken. Das ging nicht einfach mal so von der Hand, aber der Druck ist auch wirklich nicht gering. Ich bin jetzt total erleichtert", gab die 34-Jährige zu Protokoll. Nur wenige Augenblicke vor dem ersten Einlauf im Deutsche-Bank-Stadion stockte der gesamten deutschen Equipe der Atem. Beim Einturnen war Pauline Riedl übergekippt und unsanft mit dem Oberschenkel auf dem Griff gelandet. "Sie war danach mega verunsichert und ein klein wenig neben sich", berichtete Lichtenberg, sprach ihrer erfahrenen Turnerin aber zugleich ein großes Lob aus: "Selbst wenn Pauli nicht bei hundert Prozent ist, ist sie noch richtig gut." Auch der Rest der Gruppe konnte ein hohes Niveau auf den Pferderücken bringen. Lichtenberg: "Sie haben alle an einem Strang gezogen, eine super Mannschaftsleistung." Herausragend zeigte sich einmal mehr Mona Pavetic. Die Zwölfjährige turnte trotz ihres jungen Alters eine außergewöhnliche Übung. "Sie hat eine Pflicht wie ein erwachsener Voltigierer", konstatierte ihre Trainerin.

Für Aufsehen hatte ein Championats-Novum gesorgt: Das Pferd der österreichischen Mannschaft aus Wildegg hatte sich beim morgendlichen Auftritt vor einem TV-Kameramann erschrocken. Die Voltigiererinnen verzeichneten dadurch einen Sturz und gingen zunächst mit lediglich 7,1 Punkten aus dem Zirkel. Einem Protest des österreichischen Bundesreferenten Manfred Rebel wurde schließlich von Seiten des Richterkollegiums stattgegeben. Das Team wiederholte am späteren Abend die Pflicht - und schob sich mit 7,54 Punkten auf Rang drei vor den bereits abgeschlagenen Franzosen (7,105).

"Das ist unfassbar. So etwas hat es noch nie gegeben und das sicherlich auch zurecht. Wir sind nun mal im Pferdesport, da sind Ablenkungen nicht ungewöhnlich," sagte Lichtenberg und kritisierte die nicht mehr gegebene Vergleichbarkeit mit den anderen Teams. Dem stimmte Kai Vorberg zu. "Wo fängt man denn künftig an und wo hört man auf, ich empfinde das schon ein bisschen lächerlich", meinte der Co-Bundestrainer. Gleich mehrere Nationen hatten gegen die Wiederholung Einspruch eingelegt. Der Fokus war am Abend aber bereits auf den heutigen Wettkampftag gerichtet. Die Neusser starten ab 17 Uhr mit ihrer ersten Kür. Lichtenberg ist zuversichtlich. "Jetzt hat Delia die Halle schon gesehen. Die Kür wird deutlich leichter als die Pflicht."

Quelle: NGZ
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