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Team Neuss ist für die EM bestens vorbereitet

Lokalsport: Team Neuss ist für die EM bestens vorbereitet
Durchgestylt bis ins Schlussbild: die Europameisterschaftskür des amtierenden Weltmeisters vom RSV Grimlinghausen. FOTO: Berns, Lothar (lber)
Neuss. Voltigier-Bundestrainerin Ulla Ramge urteilt nach der öffentlichen Generalprobe auf dem Nixhof: "Das war nahezu perfekt". Von Volker Koch

Gut, dass Voltigierer keine Schauspieler sind. Müsste man sich bei Letzteren nach einer rundum gelungenen Generalprobe Sorgen um die Premiere machen, gilt für das "Team Neuss" das Gegenteil: "Das war nahezu perfekt", befand Bundestrainerin Ulla Ramge, nachdem der amtierende Weltmeister gestern Nachmittag seine aktuelle Europameisterschaftskür auf dem heimischen Nixhof der Öffentlichkeit vorstellte.

Genau drei Wochen vor dem Finale im Gruppenvoltigieren bei den ersten Europäischen Reiterspielen in der Aachener Soers verzückte der RSV Grimlinghausen bei seiner öffentlichen Generalprobe die gut 400 Fans in der Starsky-Halle. Und nicht nur die: "Außerirdisch", urteilte Ulla Ramge über die fünfminütige Kür, die Longenführerin Jessica Lichtenberg in Zusammenarbeit mit Einzel-Weltmeister Jaques Ferrari ausgearbeitet hatte.

Womit die Bundestrainerin nicht allein das Thema und die Musik aus dem Film "Interstellar" meinte. Sondern auch die Art und Weise, wie das Team mit Johannes Kay, Pauline Riedl, Mona Pavetic, Julia Dammer, Janika Derks, Eva Adrian und Leonie Falkenberg das Ganze auf dem Rücken der zehnjährigen Fuchsstute Delia FRH umsetzt. Wer davon gestern Nachmittag nicht beeindruckt war, sollte schleunigst einen Optiker aufsuchen ...

"Nahezu perfekt" urteilte Bundestrainerin Ulla Ramge über das, was Julia Dammer, Johannes Kay und Mona Pavetic (v.l.) gestern bei der öffentlichen Generalrpobe auf Delia FRH den 400 Zuschauern in der Starsky-Halle boten. FOTO: Lothar berns

Gegenüber jener Kür, mit der sie vor Jahresfrist im französischen Caen den Weltmeistertitel gewannen, "haben sie noch zwei, drei Schwierigkeiten draufgelegt", sagt die Bundestrainerin. Und die meisterten sie gestern ohne die sonst bei solchen Gelegenheiten obligatorischen Wackler und Patzer. Was Ulla Ramge keine Angst macht, im Gegenteil: "Sicher habe ich noch ein paar Kleinigkeiten gesehen, die noch nicht hundertprozentig stimmten", sagte die Warendorferin, nachdem sie die Kür mitgeschnitten hatte, um anhand des Videos letzte Schwachstellen ausmerzen zu können: "In der Haltung sind noch ein paar Dinge zu verbessern. Aber insgesamt war das heute schon sehr, sehr gut."

Befürchtungen, dass der RSV Grimlinghausen zu früh in Form sein könnte - die Voltigierwettbewerbe innerhalb der Europäischen Reiterspiele beginnen am 20. August, die entscheidende Kür im Deutsche Bank-Stadion steht drei Tage später ab 13.10 Uhr auf dem Programm - hat die Bundestrainerin nicht: "Wir sind genau in der Zeit, können in den zweieinhalb Wochen bis zum Beginn noch an den letzten Kleinigkeiten feilen."

Dass die Favoritenrolle beim amtierenden Weltmeister liegt, darüber ist sich Ulla Ramge im Klaren. Dass durch den Heimvorteil in der Aachener Soers die Erwartungshaltung noch einmal steigt, weiß sie auch. Sorgen bereitet ihr das keine: "Dass die EM in Aachen mit diesem fantastischen Publikum stattfindet" - das Voltigierfinale ist bereits ausverkauft - sieht sie eher "als zusätzliche Motivation" an. Und findet: "Natürlich ist der Druck groß. Aber wenn irgendeiner Druck aushalten kann, dann das Team Neuss - das haben sie in den vergangenen Jahren oft genug bewiesen."

Was sicher auch viel mit der "Teamchefin" zu tun hat. Jessica Lichtenberg verfiel auch gestern trotz lobender Worte und minutenlangem Applaus nicht in große Euphorie, sondern blieb gewohnt cool und zurückhaltend: "Ich glaube, dass war schon ganz gut" - was aus ihrem Mund schon nach hoher Auszeichnung klingt.

Quelle: NGZ
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