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TG Neuss Tigers stehen vor "Woche der Wahrheit"

Lokalsport: TG Neuss Tigers stehen vor "Woche der Wahrheit"
Attacke: Aufbauspielerin Seraphina Asuamah-Kofoh macht bei den TG Neuss Tigers bislang einen ausgezeichneten Job. FOTO: A: WOITSCHÜTZKE
Neuss. Schwere Spiele für Basketball-Zweitligisten zum Hinrundenende: Morgen kommt Wolfenbüttel, dann geht's nach Berlin. Von Dirk Sitterle

Die TG Neuss Tigers stehen in der Zweiten Basketball-Bundesliga Nord vor der "Woche der Wahrheit": Im Heimspiel morgen Abend (17.30 Uhr, Sporthalle an der Bergheimer Straße) gegen das Wolfpack Wolfenbüttel und eine Woche später in der Partie beim TuSLi Berlin fällt die Entscheidung, ob die vor der Saison neuformierte Mannschaft tatsächlich schon stark genug ist, um bis zum Schluss um einen Platz in den Top 4 mitzuspielen.

Die Frage, ob ihre Truppe den damit verbundenen Sprung in die Aufstiegs-Play-offs schafft, ist für Trainerin Janina Pils allerdings von eher zweitrangiger Bedeutung. "Klar, wer mich kennt, der weiß, dass ich mehr als jeder andere in die Play-offs will, aber eben nicht um jeden Preis." Denn das Hauptziel in dieser Saison sei nun mal, "junge Mädchen zu entwickeln und im Leistungssport zu etablieren." Wer den Erfolg trotzdem weiterhin an einer bestimmten Platzierung festmache, fügt sie sehr energisch hinzu, habe absolut keine Ahnung vom Sport. "Man kann eben nicht alles haben."

Dass ihre Mädels zwei Spieltage vor Ende der Hinrunde Platz zwei belegen, ist für die durchsetzungsstarke Trainerin nur ein Beleg dafür, "dass wir bislang einen Superjob gemacht haben." Rückschläge hat sie allerdings fest mit eingeplant. "Aber auch dann werde ich an den jungen Spielerinnen festhalten." Exemplarisch führt sie die erst 18 Jahre alten Jugend-B-Europameisterinnen Seraphina Asuamah-Kofoh und Karo Tzokov ins Feld. "Die erfüllen ihren Job bislang prima, aber selbst wenn sie es mal nicht tun, lasse ich sie spielen. Sie machen Fehler, jedenfalls mehr als eine Amerikanerin oder eine erfahrene Spielerin wie Franzi Worthmann auf dieser Position, aber das dürfen sie auch." Das gelte im Übrigen ebenso für die in der Rotation noch nicht so weit aufgestiegenen Carlotta Ellenrieder, Yanina Todorova, Anke Ollig und die auch erst 22-jährige Inga Krings. "Wir haben uns auf dieses Konzept vor der Saison geeinigt - und das ziehen wir jetzt auch durch", sagt die Trainerin.

Zu den Vereinen, die von Nachwuchsförderung nicht nur reden, sondern sie auch aktiv betreiben, zählt unbedingt auch Wolfenbüttel. Nach den beiden US-Profis Nakeshia Hyde (27 Jahre) und Brianna Rollerson (23) kommt Theresa Simon, die mit erst 19 Jahren schon die Kapitänsrolle übernommen hat. Die Startformation vervollständigen Leonie Rosemeyer und die kleine Bulgarin Aneliya Draganova (beide 18), wichtigste Akteurin von der Bank ist die sogar erst 16-jährige Nina Rosemeyer. Auf diese Top 6 baut Trainer Frank Lagerpusch, der auf der Bank nach den beiden Auftaktniederlagen bei den Bergischen Löwen (63:68) und daheim gegen Opladen (56:71) Christian Raus abgelöst hatte. Auf mehr als zehn Einsatzminuten pro Spiel kommt außerdem nur Antonia Rennspieß (19 Jahre). Beeindruckend findet Janina Pils, dass zehn der im Kader aufgeführten zwölf Spielerinnen in allen acht Partien des Wolfpacks aufgelaufen sind. Unter dem neuen Coach gab es bislang nur eine Nullnummer, vor zwei Wochen setzte es beim Tabellenführer GiroLive Panthers Osnabrück eine 73:75-Niederlage nach Verlängerung. Die Tigers gingen mit einer Serie von vier Siegen in Folge in die einwöchige Spielpause. Die ist ihnen offensichtlich nicht allzu bekommen, denn "gesundheitlich sind wir ein bisschen angeschlagen", sagt die Trainerin. "Darunter litt die Vorbereitung."

Quelle: NGZ
 
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