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Lokalsport
TG Tigers bleiben trotz Höhenflug auf der Erde

Neuss. Die Zweitliga-Basketballerinnen aus Neuss fühlen sich auch nach drei Siegen nicht als Topteam. Morgen wartet der Neuling Osnabrücker TB. Von Dirk Sitterle

Auch nach drei Siegen zum Auftakt und dem Sprung auf Platz eins der Tabelle bleibt eine Frage unbeantwortet: Wie gut sind die Zweitliga-Basketballerinnen der TG Neuss Tigers wirklich? Ritz Ingram, Trainer der Bender Baskets Grünberg, legte sich nach der 69:81-Niederlage seiner Mädels am vergangenen Sonntag fest: "Neuss wird unter die ersten Drei der Liga kommen." Und darum fand er schon richtig gut, "dass wir dagegengehalten haben. Es hätte zwar besser sein können, aber ich bin zufrieden."

Eine recht bemerkenswerte Aussage nach einer Partie, in der Grünberg vor heimischem Publikum nie eine Chance hatte und zwischenzeitlich mit 41:61 ins Hintertreffen geraten war. Janina Pils, als Trainerin seit 2012 für die erste Mannschaft verantwortlich, weiß derlei Aussagen indes sehr gut einzuordnen. Ihr ist natürlich bewusst, dass der Spielplan ihren Schützlingen bislang noch kein Topteam vorgesetzt hat. Bei allem Respekt vor den Bergischen Löwen, die in Neuss mit 52:78 verloren, dem Aufsteiger Krofdorf Knights (59:72) und Grünberg, wo die Reise der Tigers in dieser Saison tatsächlich hingehen könnte, wird sich wohl erst am 5. Spieltag erweisen, wenn sich Opladen an der Bergheimer Straße vorstellt.

Dass bedeutet freilich nicht, dass der Spitzenreiter die morgige Aufgabe, die den Vergleich mit dem Neuling Osnabrücker TB (17.30 Uhr, OTB-Halle 1, Obere Martinistraße) bereithält, im Schongang zu erledigen glaubt. Ganz im Gegenteil sogar. Schon der 57:46-Sieg ihrer Mädchen im Testspiel gegen die OTB-Titans Ende August hat Janina Pils gezeigt, "dass da ein solider Aufsteiger auf uns wartet, der seinen Job bisher mehr als nur erfüllt hat." Vor allem der 64:50-Erfolg bei der Premiere in Barmen hat sie beeindruckt. "Damit kannst du nicht unbedingt rechnen." Sie ist ganz froh um den direkten Vergleich zu Beginn der Vorbereitung, denn aus dem Videostudium der beiden anderen Partien vermochte sie keine großen Schlüsse zu ziehen: Die 42:68-Heimniederlage der Titans im Stadtduell mit dem Titelkandidaten GiroLive Panthers Osnabrück taugte in ihren Augen nicht, "weil du in einem Derby nun mal ganz anderen Basketball spielst", und der Nichtangriffspakt mit Braunschweig beim 48:38-Sieg lieferte so gut wie keine Erkenntnisse. Aber was ihre Tigers morgen in Niedersachsen erwartet, weiß die Neusser Trainerin trotzdem: In der Regiezentrale hat sie in der Kanadierin Amencie Mercier (12,3 Punkte im Schnitt) eine solide Spielerin ausgemacht, "die den Ball gut nach vorne bringt, die ihre Mitspielerin sieht und auch mal wirft." Punkte aufs Tableau bringt US-Girl Elizabeth Belanger, für die im Schnitt bislang 15,7 Zähler und 9,3 Rebounds zu notieren sind. Pils: "Sie ist mit 1,78 Meter relativ groß und physisch stark. Sie ist gefährlich, kann zum Korb ziehen und reboundet gut." Diesem Führungsduo zur Seite steht in Michelle Müller, Larissa Schwarz, Birte Seyer und der bereits 45 Jahre alten Katrin Sokoll-Potratz, "die du nie außer Acht lassen darfst" (Pils), eine potente Armada bundesligaerfahrener Basketballerinnen. Von ihrem Team fordert die Trainerin darum vor allen eins: "Da ist sehr viel Geduld gefragt."

Dass ihre extrem motivierten Kolleginnen auf dem Feld nicht überdrehen, dafür sorgt die total geerdete Regisseurin Dara Taylor. Die 25-Jährige führt die Tigers mit Bedacht und findet mit ihren zum Teil genialen Anspielen immer häufiger ein freies Teammitglied. "Bei ihr musst du permanent mit einem Anspiel rechnen", mahnt Janina Pils, für die es mitunter den Anschein hat, "als wäre Dara dem Spielgeschehen immer um zwei Sekunden voraus."

Quelle: NGZ
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