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Lokalsport
TG Tigers fehlt in Berlin nur das Quäntchen Glück

Neuss. Die Zweitliga-Basketballerinnen aus Neuss verlieren mit 63:65, obwohl sie bis auf 30 Sekunden immer vorneliegen. Von Dirk Sitterle

Die 63:65-Niederlage (Halbzeit 35:28) im letzten Spiel der Hinrunde beim TuSLi Berlin beendete für die Zweitliga-Basketballerinnen der TG Neuss eine Serie von fünf Siegen in Folge. Doch einen Vorwurf mochte Trainerin Janina Pils ihren Mädels nicht machen. Ganz im Gegenteil: "Natürlich bist du traurig, wenn du ein Spiel verlierst, in dem du neununddreißigeinhalb Minuten führst. Aber ich bin auch sehr stolz auf die Mannschaft, weil sie trotz aller Widrigkeiten immer weiterspielt und sich einfach weigert, zu verlieren."

In Berlin mussten die Tigers auf ihre verletzte Spielmacherin und zweitbeste Scorerin Briana Williams verzichten. Als sich dann auch noch ihre fähige Vertreterin Sera Asuamah-Kofoh schnell ihr drittes persönliche Foul fing, standen die Gäste ohne echte Regisseurin da. Also rückte Scharfschützin Karo Tzokov in die Regiezentrale, und als die in Schwierigkeiten geriet, übernahm wie selbstverständlich Power Forward Jana Heinrich.

Trotzdem gewannen die Neusserinnen das erste Viertel mit 21:12. Dieser Vorsprung hielt lange, zu Beginn des letzten Durchgangs lagen die Tigers immer noch mit 48:40 vorne. Dass die Berlinerinnen das Match noch zu drehen vermochten, lag stark an Ireti Amojo. "Sie hat am Ende das Spiel an sich gerissen", lobte Janina Pils die ehemalige Nationalspielerin des Herner TC. Die bislang nur bei Heimspielen eingesetzte 27-Jährige kontrollierte nicht nur TG-Topscorerin Franzi Worthmann, sondern dirigierte auch den Auftritt ihrer Mannschaft, die das Schlussviertel tatsächlich noch mit 25:15 gewann.

In der letzten Minute hatten die Tigers ihr Schicksal indes selber in der Hand: Beim Spielstand von 63:63 wurde Jana Heinrich beim Einwurf gefoult, stand damit 22 Sekunden vor der Schlusssirene an der Freiwurflinie. Doch die so erfahrene Arbeitskraft der Neusserinnen patzte, ging komplett leer aus. Besser machte das auf der anderen Seite Lena Gohlisch, mit am Ende 21 Zählern beste Punktesammlerin der Partie. Die aus Frankreich an die Spree zurückgekehrte Leitwölfin nutzte ihre Freiwürfe, um Lichterfelde zum ersten Mal in Führung zu bringen (65:63). Noch aber blieben den Tigers nach einer Auszeit 17 Sekunden, um das Duell doch noch für sich zu entscheiden. Eine kleine Ewigkeit. Da Briana Williams, die zuvor in Osnabrück (70:71) und gegen Braunschweig (84:82) die Verantwortung übernommen hatte, nur zum Anfeuern mitgefahren war, kreierte Janina Pils eine Wurfaktion für Centerin Julia Duggan, die die Begegnung in die Verlängerung geschickt hätte. Doch die US-Amerikanerin kam nicht frei, so dass Plan B in Kraft trat: Karo Tzokov, bis dahin immerhin für 16 Punkte gut (4/10 Dreier), zog drei Sekunden vor Spielschluss (unter Druck) von jenseits der Drei-Punkte-Linie ab. Der Wurf der 18-Jährigen hätte den Tigers den Sieg gebracht, wenn der Ball nicht nach einem kurzen Flirt mit dem Netz wieder aus dem Ring hinausgetanzt wäre.

Pils: "Schade, wir hätten den Sieg verdient gehabt, weil wir so viel investiert haben."

Quelle: NGZ
 
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