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Lokalsport
TG Tigers sind als Team einfach unwiderstehlich

Neuss. Im Spitzenspiel der 2. Basketball-Bundesliga Nord schlägt Neuss die BG Göttingen mit 81:66 und ist damit jetzt seit acht Partien ungeschlagen. Von Dirk Sitterle

Die TG Neuss Tigers wollten Spaß - und sie bekamen Spaß. Nach drei eher unspektakulären Pflichtsiegen über die unangenehm zu spielenden Kellerkinder Bensberg, Königs Wusterhausen und Grünberg war der Tabellenzweite der 2. Basketball-Bundesliga Nord im Topduell mit den in der vergangenen Saison nur knapp am Aufstieg gescheiterten BG 74 Veilchen Ladies aus Göttingen auf den Punkt topfit und baute mit dem 81:66-Heimsieg (Halbzeit 37:31) seinen Vorsprung auf den letzten zur Teilnahme an den Play-offs berechtigenden Platz (vier) auf stattliche acht Punkte aus.

Was den Gastgeberinnen vor allem im letzten Viertel federleicht von der Hand zu gehen schien, war freilich das Produkt harter Arbeit. Die Veilchen starteten nämlich furios und lagen nach einem gelungenen Drei-Punkte-Versuch der besonders in der Verteidigung überragenden Monique Smalls (am Ende mit zehn Ballgewinnen) in der vierten Minute mit 13:5 vorne. Dann jedoch übernahmen erst mal die Tigers: Den Rest des ersten Viertels gewannen sie - auch dank der acht Zähler von Franzi Worthmann (2/3 Dreier in nicht mal sechs Minuten) - mit 16:2. Mehr noch: Mit einem Drei-Punkt-Spiel von Anne Storck zum 21:15 initiierten die Neusserinnen schon kurz vor der ersten Pause einen 12:0-Lauf, den Jana Heinrich in der 14. Minute mit dem Korb zum 30:15 krönte. Das konnte natürlich nicht so bleiben. "Dazu ist Göttingen einfach zu gut", sagte TG-Trainerin Janina Pils und fragte mahnend: "Wer sind wir denn, dass von uns erwartet wird, dass wir einen Gegner von dieser Qualität mit 20 Punkten schlagen müssten?"

Die Gäste, die vor der Pause nur sehr zaghaft den Weg zum Korb gesucht hatten (0/1 Freiwürfe!, 11:24 Rebounds), gingen mit ihren vielen kleinen, aber athletischen Spielerinnen schon gegen Ende des zweiten Abschnitts energischer zur Sache - und brachten die Tigers damit in Schwierigkeiten. Besonders im dritten Viertel (16:13 für Göttingen) wussten sich die Neusserinnen unter dem eigenen Korb oft nur durch Fouls zu helfen: Zehn ihren 16 Zähler in Durchgang drei erzielten die Veilchen, die mit Katarina Flasarova, Smalls und Jennifer Crowder ungeheuren Druck auf den Aufbau der TG ausübten, an der Freiwurflinie. Aber ausgerechnet, als das packende Match, das von den beiden Schiedsrichterinnen Janina Kuczmann und Kerstin Kammann wunderbar souverän geleitet wurde, im Schlussviertel endgültig zu kippen schien, schlugen die Tigers eiskalt zurück: Gerade erst hatten Vera König (51:51/32.) und Birte Bencker (53:51/33.) Göttingen mit vier verwandelten Freiwürfen erstmals seit dem ersten Abschnitt wieder in Führung geworfen. Mara Höfer glich jedoch im Gegenzug aus, Kita Waller (2/2 Freiwürfe) sowie die bis dahin unauffällige U18-Nationalspielerin Karo Tzokov (16) und Jana Heinrich sorgten per Dreier für das 61:55 (35.). Von diesem Schlag erholte sich der Gast aus Niedersachsen nicht mehr. Das letzte Viertel (31:19) entwickelte sich zu einem Neusser Triumphzug.

Janina Pils arbeitete in ihrem Fazit zwei Schlüsselelemente im Spiel ihrer Mädels heraus: Zum einen die ungemein effektive Verteidigung, der - bei guter Spielleitung - in dieser Liga kaum ein Gegner über 40 Minuten widerstehen kann. Zum anderen die Zusammenarbeit des gesamten Personals. Klar, Kita Waller (14 Rebounds), die elf ihrer 15 Punkte im Schlussdurchgang markierte, war wie immer famos, dazu stachen Franziska Worthmann (17 Punkte), Jana Heinrich (14 Punkte/11 Rebounds) und Karly Roser (14 Punkte/acht Assists). "Doch die entscheidenden Akzente setzt immer eine andere, das macht uns fast nicht ausrechenbar", sagt Pils.

Quelle: NGZ
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