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Lokalsport
TG Tigers sind heiß wie Frittenfett

Neuss. Basketball-Zweitligist aus Neuss muss zum rheinischen Rivalen BBZ Opladen. Von Dirk Sitterle

Die kluge Trainerin baut vor. Darum hat sich Janina Pils fest vorgenommen, den Zweitliga-Basketballerinnen der TG Neuss Tigers im Hinblick auf die Play-off-Spiele wertvolle Pausen zu gewähren, "die Belastung an die verlängerte Saison anzupassen." Dieser schöne Plan existiert noch immer, ruhte aber in der Vorbereitung aufs rheinische Derby morgen Abend (18.30 Uhr) in der WHG-Halle an der Werner-Heisenberg-Straße in Opladen.

"Wir können nicht schlecht spielen - und dann die Belastung reduzieren", begründet die Trainerin. Also begegnete der Tabellenzweite der eher bescheidenen Leistung beim 56:50-Heimsieg über Barmen mit noch mehr Arbeit. Sogar am Rosenmontag ging es in die Trainingshalle, und zwar ohne Widerspruch. Pils: "Das war einfach nichts gegen Barmen - und das weiß auch die ganze Mannschaft." Ausnahmen gab es deshalb keine. "Wir hatten 100 Prozent Trainingsbeteiligung", sagt der Coach. Vorbildlich. Auch in der Endphase der regulären Saison leisten sich die Tigers keinen Durchhänger, gilt es doch im Fernduell mit Wolfenbüttel, Rang zwei abzusichern. Zudem gehört Opladen nicht gerade zur Laufkundschaft. Noch zu frisch ist bei den Neusserinnen die Erinnerung an die vergangene Saison, in der die BBZ-Basketballerinnen den Tigers den letzten Play-off-Platz vor der Nase weggeschnappt hatten.

Noch ist Opladen nicht aus dem Rennen, doch schleppt das Team von Trainer Mario Kyriasoglou seit Wochen eine schwere Hypothek mit sich herum: In Mareike Nettersheim (10,7 Punkte/7,6 Rebounds), Britta Worms (10,3/4,2) und Elke Henning (4,1/3,1) fällt die komplette Center-Garde verletzt aus. Eine ungewohnte Situation, auch für Janina Pils, die sich nicht daran zu erinnern vermag, "ob in Opladen je ein Basketballspiel ohne Mareike stattgefunden hat. Sie ist Opladen!" Sie kann sehr gut nachvollziehen, in welchen Nöten ihr Trainerkollege nun steckt: "Unter diesen Umständen ist es unmöglich, noch strukturiert Basketball zu spielen. Du kannst als Trainer deine ganzen Plays, deine ganzen Verteidigungsvarianten über Bord schmeißen."

Trotzdem mahnt sie zur Vorsicht: "Du darfst nicht denken, das wird ein Selbstläufer." Denn im nur mit deutschen Akteurinnen besetzten Kader der Gastgeberinnen finden sich immer noch eine ganze Reihe außergewöhnlicher Kräfte: Christina Krick, mit durchschnittlich 13,3 Punkten Topscorerin der Truppe, holte mit Oberhausen noch 2012 den deutschen Pokal, stand ein Jahr später noch mal im Finale. Gleiches gilt für Leonie Prudent. Im Aufbau kann die nur 1,64 Meter große Nicola Happel (10,6 Punkte) jede Kontrahentin in Verlegenheit bringen. Und die 18-jährige Leonie Schütter (6,1) gilt zu Recht als Riesentalent, nutzt die vermehrte Spielzeit immer besser aus. Gegen Braunschweig reichten ihre 18 Punkte (dazu 15 von Nicola Happel und 14 von Christina Krick) allerdings nicht, das Match ging mit 59:66 verloren. Auch in Hannover (66:89) und gegen Göttingen (39:51) war nichts zu holen.

Janina Pils sieht ihr Team nach dem Barmen-Spiel "so ein bisschen in der Bringschuld, und zwar unabhängig vom Gegner."

Quelle: NGZ
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