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Tigers bleiben sich treu

Lokalsport: Tigers bleiben sich treu
Auf dem Weg zum Korb muss die US-Amerikanerin Kita Waller morgen auf jeden Fall an Barmens 1,89 Meter großem Center/Forward Leonie Bleker vorbei. FOTO: Andreas Woitschützke
Neuss. Von der Konkurrenz werden sie jetzt als Titelkandidat Nummer eins bezeichnet, doch das lässt die Neusser Zweitliga-Basketballerinnen kalt. Von Dirk Sitterle

Wer mit fünf ungefährdeten Siegen in eine Saison startet und dabei als vorläufige Krönung in Opladen einen Play-off-Kandidaten mit 93:52 abfertigt, darf sich der Wertschätzung der Konkurrenz gewiss sein. Dass die von ihr trainierten TG Neuss Tigers in der 2. Basketball-Bundesliga Nord mittlerweile als heißer Aufstiegskandidat gehandelt werden, stört Janina Pils deshalb gar nicht, auch wenn das Oberhaus im Lager der Turngemeinde bislang nie ein Thema war. Vor dem Gastspiel morgen (16.30 Uhr) in der Sporthalle Heckinghausen beim Barmer TV stellt sie allerdings klar: "Es ist doch völlig egal, was du auf dem Papier bist, entscheidend ist, was auf dem Feld passiert."

Die Rückkehr in die nationale Eliteklasse, die die TG Neuss 1995 aus finanziellen Gründen freiwillig verlassen hatte, spielt in den Überlegungen von Mannschaft und Trainerin auch deshalb keine Rolle, weil die Saison noch viel zu jung ist, um wirkliche Schlüsse zu ziehen. Genau aus diesem Grund bereitet Janina Pils ihre Mädels auch nicht auf das Duell mit einem Abstiegsaspiranten vor. Obwohl Barmen am vergangenen Wochenende mit dem 77:62-Erfolg in Braunschweig erst im fünften Anlauf der erste Sieg in dieser Saison gelungen war, geht sie fest davon aus, "dass der BTV am Ende sicher nicht auf dem drittletzten Platz landen wird. Dazu ist Barmen individuell viel zu stark."

Die dazu passenden Namen gehen ihr leicht über die Lippen: Regisseurin Franziska Goessmann ist für sie "eine der besten Basketballerinnen der 2. Liga." Forward Wiebke Bruns sei mit einer überragenden Athletik ausgestattet. Die 1,89 Meter große Leonie Bleker, mit 17,8 Punkten und 7,8 Rebounds im Schnitt Topscorerin des Teams, sowie Elina Stahmeyer seien gestandene Größen auf diesem Leistungsniveau. Bitter für die Truppe aus Wuppertal: In der Slowakin Michaela Stankova und der ehemaligen Neusserin Hannah Wischnitzki fallen wichtige Stammkräfte mit Kreuzbandrissen aus. Ziemlich sicher ist darum, dass sich der ohne US-Import antretende Ex-Meister in naher Zukunft personell verstärken wird. Indes flößt den Tigers auch der aktuelle Kader großen Respekt ein. Janina Pils fände es jedenfalls ausgesprochen "dumm, wenn du da nicht voll konzentriert ins Spiel gehst. Das ist kein Selbstläufer für uns - aber das gilt grundsätzlich für alle Partien."

Vollkommen uninteressant ist für sie dagegen die vergangene Spielzeit, die den Neusserinnen in Barmen eine herbe 63:81-Niederlage beschert hatte (22 Punkte von Franziska Goessmann). "Ist doch völlig egal, was letztes Jahr passiert ist. Das wäre es auch, wenn wir hoch gewonnen hätten. Das ist eine neue Saison und eine neue Mannschaft. In diesem Spiel waren wir einfach sauschlecht, so was kann immer mal passieren." In jedem Fall sind die Tigers seither nicht nur personell, sondern auch taktisch um einiges variabler geworden. So ist nicht davon auszugehen, das es die Gäste wie gegen Opladen über weite Strecken der Partie mit einer Ganzfeldpresse versuchen werden. Und auch die 39 Zähler von Kita Waller dürften eine Ausnahme bleiben, widersprechen derartige Punkte-Explosionen doch der auf gemeinschaftlicher Arbeit fußenden Spielidee der Tigers. Janina Pils witzelt: "Wenn mir das früher aufgefallen wäre, hätte ich Kita ausgewechselt."

Quelle: NGZ
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