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Tigers schaffen im Topspiel den eigentlich unmöglichen Sieg

Lokalsport: Tigers schaffen im Topspiel den eigentlich unmöglichen Sieg
Dicker Wermutstropfen: Briana Williams verletzte sich am Sprunggelenk und musste danach von ihrer Teamkollegin Franziska Worthmann (r.) getröstet werden. FOTO: WOI
Neuss. Die Zweitliga-Basketballerinnen der TG Neuss trotzen beim dramatischen 80:76-Heimerfolg über Wolfenbüttel allen Widerständen. Von Dirk Sitterle

Nein, mehr geht nicht. Jetzt gewinnen die TG Neuss Tigers selbst Spiele, die eigentlich nicht zu gewinnen sind. Mit bewundernswerter Moral trotzten die Mädels von Trainerin Janina Pils beim 80:76-Sieg (Halbzeit 39:40) im Topspiel gegen das Wolfpack Wolfenbüttel allen Widerständen und bauten ihre Serie auf 10:0 Punkte in Folge aus.

Die Partie, die den Coach schließlich "unfassbar stolz" machen sollte, begann damit, dass Lisa Spießbach in die erste Fünf rückte, weil sowohl Karo Tzokov als auch Sera Asuamah-Kofoh die ganze Woche über mit Fieber im Bett gelegen hatten. Weil schon im ersten Durchgang nacheinander Franzi Worthmann, Jana Heinrich und Julia Duggan in Probleme gerieten (alle zwei Fouls), musste Janina Pils früh improvisieren. Die Gäste, die ihre Kapitänin Theresa Simon zu ersetzen hatten, nutzten die Lücken in der Neusser Defensive eiskalt aus und zogen erstmal auf 32:24 (14.) davon.

Und dann kam es richtig dick für die Tigers: Nach ihrem erfolgreichen Wurf von jenseits der Drei-Punkte-Linie zum 36:36 (16.) landete Briana Williams (bis dahin elf Punkte) auf dem ausgestreckten Fuß von Aneliya Draganova. Dass Schiedsrichter Nils Bergenthum, der mit seinem Partner Florian Möllmann ein "kongeniales", aber kaum zu ertragendes Gespann bildete, die Aktion trotz bester Sicht gar nicht ahndete, danach indes nicht zögerte, der in einer Mischung aus Fassungslosigkeit und Sorge intervenierenden Neusser Trainerin ein technisches Foul anzulasten, war mehr als ärgerlich. Zumal die Amerikanerin, deren Sprunggelenk im Nu anschwoll, womöglich länger ausfallen könnte.

In der Kabine warnte Janina Pils ihre Schützlinge jedoch kurz darauf, nach Ausreden zu suchen. "Davon will ich nichts hören!" Und die Tigers reagierten: Die Initialzündung gab mit einigen sehr gewagten, aber spektakulären Verteidigungsmanövern Julia Duggan, deren Konto mittlerweile ebenso wie das von Karo Tzokov und Jana Heinrich drei Fouls belastete. Da Jana Heinrich nach nur 71 Sekunden im dritten Viertel mit Foul Nummer vier für lange Zeit auf der Bank Platz nahm, rückte Carlotta Ellenrieder noch mehr als sonst in die Verantwortung und machte dabei einen herausragenden Job als Gegenspielerin der körperlich äußerst robusten Amerikanerin Brianna Rollerson. Den Aufbau übernahm Sera Asuamah-Kofoh, "die ich", verriet ihre Trainerin, "eigentlich gar nicht hätte spielen lassen dürfen." Auch Lisa Spießbach, Inga Krings und Anke Ollig legten noch ein Schüppchen drauf, und weil die wiederum überirdische Franzi Worthmann für die nötigen Punkte sorgte (zehn in diesem Abschnitt), gewannen die Tigers das dritte Viertel mit 21:13, gingen so mit einer 60:53-Führung in die letzten zehn Minuten.

Sieben Punkte betrug der Vorsprung auch noch in der 36. Minute (70:63), als Jana Heinrich aufs Feld zurückkehrte. Allerdings dauerte ihr Auftritt nur 14 Sekunden. Ihr fünftes Foul kommentierte sie beim frustrierendem Gang zurück auf die Bank unbeherrscht, was ihr prompt noch ein technisches Foul einbrachte. Glück für die Tigers, dass Wolfenbüttel die drei fälligen Freiwürfe und das anschließende Angriffsrecht lediglich zum 65:70-Anschluss nutzen konnte. Zu wenig, um Neuss noch mal zu gefährden. Zwar musste auch Julia Duggan mit dem fünften Foul raus, doch an der Freiwurflinie (17/18 Würfe insgesamt, 6/6 in den letzten drei Minuten) machten die Gastgeberinnen, für die Franzi Worthmann satte 36 Punkte (13/24 Würfe aus dem Feld) erzielte, schließlich alles klar.

Quelle: NGZ
 
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