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Lokalsport
Tigers sind nun mal keine Roboter

Neuss. Basketball-Zweitligist aus Neuss überrascht mit 66:68-Niederlage in Opladen. Von Dirk Sitterle

Mit bewundernswerter Konstanz sind die Zweitliga-Basketballerinnen der TG Neuss Tigers bislang durch die Saison marschiert. Die beiden Niederlagen gegen Spitzenreiter TK Hannover: geschenkt! Nur am sechsten Spieltag in Barmen (63:81) lieferte der Tabellenzweite nicht ab. Doch Tigers sind nun mal keine Roboter - und so setzte es am Samstag beim ersatzgeschwächt angetretenen rheinischen Rivalen BBZ Opladen eine nicht unbedingt erwartete 66:68-Schlappe (Halbzeit 30:31).

Dass ihre Mädels verloren, ärgerte Trainerin Janina Pils dabei gar nicht mal so sehr. Seit der Rückkehr ins Erstliga-Unterhaus 2010 ist die Halle an der Werner-Heisenberg-Straße in Leverkusen nicht unbedingt die Lieblings-Location der TG. Bei nun sechs Versuchen sprang für sie dort nur in der Saison 2012/13 ein Sieg heraus (73:71). Was die fünfte Nullnummer für sie jedoch nur ganz schwer erträglich machte, war die Art und Weise ihres Zustandekommens: "Opladen hat 100 Prozent Herz, 100 Prozent Leidenschaft gezeigt - und hat gespielt, als wenn es um die Weltmeisterschaft ging. Die waren auf jeder Position zehn Zentimer kleiner als wir, haben aber gespielt, als wenn sie zehn Zentimeter größer sind."

Diese Tugenden, bislang ein Markenzeichen der Tigers, vermisste die enttäuschte Trainerin zuletzt bei ihrer Mannschaft. "Da geht es um Einstellung, Ehre und Stolz. Davon habe ich in den ersten 30 Minuten bei uns nichts gesehen." Ausnehmen von dieser Kritik wollte der Coach nur die Arbeitstiere Anne Storck und Miriam Boulkheir. Vor allem die Defense-Leistung sei eine einzige Katastrophe gewesen: "Das war nicht ansatzweise Play-off würdig. Wir schaffen es im Moment einfach nicht, die Leute 1:1 zu verteidigen, verlassen uns viel zu sehr auf die Offensive. Und dafür sind wir heute mal zu Recht bestraft worden." Weil die Tigers dieses Problem nicht erst seit der Partie in Opladen belastet, ließ Janina Pils ihr Team über 40 Minuten hinweg "Mann gegen Mann" verteidigen. "Natürlich hätte ich auf die Spielsituation reagieren können, aber dazu war ich nicht bereit. Wer mich kennt, der weiß, dass ich das Spiel nicht extra verloren habe, aber ich will, dass die Mannschaft wieder das zeigt, was uns stark gemacht hat. Nämlich Herz, Leidenschaft und Köpfchen. Da muss jetzt eine Reaktion kommen."

Wie die aussehen könnte, zeigte in Opladen das Schlussviertel. In das hatten Leonie Schütter (am Ende 20 Punkte, 3/8 Dreier, acht Rebounds), Christina Krick (13 Punkte, 4/9 Dreier, fünf Rebounds), Leonie Prudent (zwölf Punkte, fünf Rebounds) und Nicola Happel (zwölf Punkte, 3/4 Dreier) die um einen Play-off-Platz kämpfenden Gastgeberinnen mit einer 53:41-Führung geschickt. Jetzt erst standen die Tigers als eine Einheit auf dem Spielfeld und verkürzten den Rückstand 20 Sekunden vor dem Ende mit einem Korb von Kita Waller (insgesamt 18 Punkte, Jana Heinrich folgte mit 16) auf 64:68. Mit nur noch acht Sekunden auf der Uhr wurde Waller bei ihrem erfolgreichen Wurfversuch zum 66:68 von Prudent gefoult. Um sich das Angriffsrecht zurückzuholen, setzte die New Yorkerin in Neusser Diensten den Ball mit Absicht an den Ring, der Rebound ging auch wie gewünscht an Mara Höfer, doch in dem folgenden Tohuwabohu vermochten die Tigers keinen Wurf mehr anzubringen.

Quelle: NGZ
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