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Lokalsport
Trainer auf der Suche nach Sicherheit

Dormagen. "Wir sind krasser Außenseiter", sagt Trainer Jörg Bohrmann wenig überraschend vor der heutigen Partie des TSV Bayer Dormagen beim ungeschlagenen Zweitliga-Tabellenführer GWD Minden. Ziel ist die "Verbesserung der Angriffsleistung". Von Volker Koch

Die Ausgangslage könnte eindeutiger kaum sein vor dem Anpfiff der Unparteiischen Tolga Karamuk und Nikos Seliger heute um 20 Uhr in der Mindener Kampa-Halle: Hier der TSV Bayer Dormagen, dem in seiner zweiten Saison nach dem Wiederaufstieg in die Zweite Handball-Bundesliga bislang gerade mal drei Siege (plus einer am "grünen Tisch") gelungen sind - der letzte liegt jetzt genau 52 Tage zurück.

Da Gastgeber TSV GWD Minden, der in seiner ersten Spielzeit nach dem Abstieg aus der Bundesliga noch kein Spiel verloren hat und mit den zwei Unentschieden vom ersten Spieltag (25:25 in Friesenheim) und vom vergangenen Sonntag (29:29 in Rostock nach 27:22-Führung) die Tabelle mit einem Zähler Vorsprung vor Mit-Absteiger HC Erlangen anführt.

Der Abstand auf den ersten Nicht-Aufstiegsplatz beträgt bereits acht Punkte. "Minden und Erlangen spielen in einer eigenen Liga", sagt Jörg Bohrmann. Für den Dormagener Trainer steht deshalb auch fest: "Wir sind da heute krasser Außenseiter." Eine Rolle, die ihm nach all den Schlüssel- und Schicksalsspielen der vergangenen Wochen gar nicht so ungelegen kommt. Denn zu verlieren haben die Dormagener nun wirklich nichts am heutigen Abend. Bohrmann hat deshalb der Mannschaft aufgetragen, in Eigenregie "Lösungen zu finden, wie wir mehr Sicherheit im Angriff bekommen."

Denn da drückt den TSV Bayer der Handball-Schuh am heftigsten. Kein anderer Zweitligist trifft so selten ins gegnerische Tor wie die Dormagener, die bereits sechs Mal 22 oder weniger Treffer erzielten. Zieht man die 37 vom verheißungsvollen Auftaktsieg über den TuS Ferndorf ab, bleiben gerade mal 282 Tore aus zwölf Spielen übrig.

Macht 23,5 im Schnitt - zu wenig, um in irgendeiner Liga dieser Handball-Welt zu bestehen. Subtrahiert man davon noch die 54 verwandelten Strafwürfe, wird die Bilanz völlig gruselig. Die Problemzonen sind schnell ausgemacht: 33 Treffer aus dem rechten Rückraum, weniger als 40 aus der Mitte, so lässt sich kein Spiel gewinnen. Das heute Abend wohl schon gar nicht, auch wenn Mindens Trainer Frank Carstens sagt: "Unsere Abwehrleistung muss unbedingt besser werden. Das ist für uns immer die Basis zum Erfolg." Jammern auf hohem Niveau, denn mit 326 Gegentreffern stellt der Erstliga-Absteiger die viertbeste Abwehr der Liga. Was Carstens stört, sind die relativ vielen Gegentore, die sich seine Schützlinge zuletzt gegen Kellerkinder erlaubten: 29 in Rostock, 25 gegen Hagen, 30 in Springe.

So ein richtig überzeugender Sieg ist den Grün-Weißen in dieser Saison außer dem 26:18 in Hamm freilich noch nicht gelungen: Sechs Mal gewannen sie mit maximal zwei Treffern Differenz. " Ihre Spiele sind fast immer knapp, aber sie gewinnen sie - das ist der entscheidende Unterschied zu unseren knappen Spielen", sagt Bohrmann. Der wird die heutige Reise ohne die A-Jugendlichen antreten, auf die am Freitag (20 Uhr, Bayer-Sportcenter) das nächste wichtige Bundesliga-Spiel gegen Verfolger Bergischer HC wartet. Ob der erkrankte Mikk Pinnonen und der angeschlagene Max Bettin dabei sein werden, steht noch nicht fest.

Carstens sorgt sich beim ebenfalls von Verletzungen geplagten Spitzenreiter jetzt auch noch um die beiden am Fuß verletzten Christoffer Rambo, in Rostock mit sieben Treffern bester Werfer, und Torhüter Gerrie Eijlers. "Die Übrigen sind jetzt noch mehr gefordert", sagt der Trainer, der in Rostock nur neun Feldspieler einsetzte und heute Abend sicherlich versuchen wird, Kräfte zu schonen. Schließlich sind die Mindener am Freitag (19.30 Uhr) bei TuSEM Essen schon wieder gefordert - Dormagen hat einen Tag mehr Zeit, sich bis zum Heimspiel gegen den EHV Aue (Samstag, 19 Uhr, TSV-Bayer-Sportcenter) zu erholen.

Quelle: NGZ
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