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Handball
TSV peilt "gute Ausgangsposition" an

Handball: TSV peilt "gute Ausgangsposition" an
Sie können die A-Jugend des TSV Bayer Dormagen in den letzten Saisonspielen nur noch moralisch unterstützen: Während Gertjan Bongaerts schon länger ausfällt, wurde Frederik Spinner (l.) am Mittwoch am Kreuzband operiert. FOTO: H. Zaunbrecher
Dormagen. Im ersten Halbfinale um die Deutschen A-Jugendmeisterschaft erwartet der TSV Bayer Dormagen morgen den SC Magdeburg. Trainer Ulli Kriebel sieht die offensive Abwehr als Schlüssel zu einem möglichen Erfolg gegen den Favoriten. Von Volker Koch

Die Gäste haben Routine: Zehn Mal wurden die Handballer des SC Magdeburg seit 1991 Deutscher A-Jugendmeister. Der letzte Titelgewinn liegt zwar bereits zehn Jahre zurück, doch in den Spielzeiten 2012/13 und 2013/14 erreichte der Nachwuchs des frisch gekürten DHB-Pokalsiegers das Finale, unterlag jeweils denkbar knapp (vor zwei Jahren fehlte nur ein Tor) gegen die Füchse Berlin.

Für die Gastgeber bedeutet der morgige Nachmittag hingegen Neuland: Vier Jahre nach dem Titelgewinn der B-Jugend steht erstmals eine A-Jugend des TSV Bayer Dormagen in einem Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft. Allein schon deshalb ist die Favoritenrolle klar vergeben, zumal die Magdeburger in dieser Saison erst ein Spiel verloren haben - am 9. Oktober 2015 mit 27:30 gegen die Füchse Berlin - und im Viertelfinale den letztjährigen Vizemeister HSG Wetzlar recht eindeutig beherrschten (26:25, 29:24).

Dennoch sieht Ulli Kriebel eine Chance für sein Team: "Sicher, Magdeburg ist stark. Aber wir sind nicht bis ins Halbfinale gekommen, um einfach nur dabei zu sein", gibt sich der Dormagener Trainer kämpferisch. Sein Ziel für morgen ist klar gesteckt: "Wir wollen uns eine gute Ausgangsposition verschaffen." Wobei die in seinen Augen durchaus auch eine knappe Niederlage sein könnte: "Die Jungs haben ja im Viertelfinale und in den Gruppenspielen bewiesen, dass sie auch auswärts punkten können" - unter anderem bei GWD Minden, das nun im anderen Halbfinale auf Titelverteidiger SC DHfK Leipzig trifft.

Der Schlüssel zum Erfolg liegt für Kriebel in der Defensive: "Morgen treffen zwei Abwehrwelten aufeinander", sagt der Bayer-Trainer. Seine Magdeburger Kollegen Martin Ostermann und Manfred Jahn bevorzugen "eine hart einsteigende" (Kriebel) 6:0-Formation, Kriebel lässt seine Schützlinge wesentlich offensiver (3-2-1 oder sogar 4:2) decken. Was den Hausherren zum Vorteil gereichen könnte, "denn Magdeburg hat nur wenig Erfahrung gegen dieses System, das spielt im Norden und Osten kaum eine Mannschaft", weiß Kriebel. Die Taktik ist also vorgegeben: Hinten möglichst viele Bälle erobern, vorne wenige abgeben. "Wir müssen diszipliniert spielen, dürfen Magdeburgs erste und zweite Welle nicht ins Rollen bringen", sagt Kriebel.

Das hat er mit seinen Schützlingen unter der Woche geübt. "Wir haben uns gut vorbereitet", sagt der Trainer, auch die Folgen des in der Vorwoche am Sportinternat in Knechtsteden grassierenden Magen-Darm-Virus, die dem TSV im Viertelfinal-Rückspiel gegen die SG Pforzheim/Eutingen mit zunehmender Spieldauer zu schaffen machten, seien inzwischen abgeklungen.

Dumm nur, dass er morgen gleich auf beide Stammspieler auf den Außenpositionen verzichten muss, die auch schon Erfahrung im Zweitliga-Team des TSV Bayer sammelten: Während Gertjan Bongaerts (links) schon länger ausfällt, zog sich Frederik Spinner am Sonntag einen Kreuzbandriss zu, der Rechtsaußen wurde am Mittwoch bereits operiert. "Wir vertrauen da auf Jan Hüfken und Damian Toromanovic, die ihre Sache sehr gut gemacht haben", sagt Kriebel. Und er vertraut auf die Begeisterung der Dormagener Handballfans: "Die 550 Zuschauer im Viertelfinale haben uns enorm geholfen. Ich hoffe, dass sie morgen alle wiederkommen - und vielleicht noch ein paar mehr."

Quelle: NGZ
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