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Turbulentes Ende einer tollen Hinrunde

Lokalsport: Turbulentes Ende einer tollen Hinrunde
Hiergeblieben: Dennis Mestrum hindert Tom Wolf am Zug zum Tor. Der lange Korschenbroicher tat sich schwer gegen quirlige Longericher. FOTO: G. Salzburg
Korschenbroich. Dramatik, Hektik, Palaver - doch am Ende waren sowohl TV Korschenbroich als auch der Longericher SC mit der Punkteteilung zufrieden. Beide Klubs gehören zu den positiven Überraschungen der Hinrunde in der 3. Liga West. Von Volker Koch

Am Ende waren am Freitagabend alle in gleichem Maße zufrieden oder unzufrieden in der Waldsporthalle. Die Frage, wer letztlich einen Punkt verloren oder einen Punkt gewonnen hatte beim 28:28-Unentschieden zwischen dem TV Korschenbroich oder dem Longericher SC, blieb unbeantwortet nach sechzig überaus turbulenten und unterhaltsamen Handball-Minuten auf - trotz vieler Flüchtigkeitsfehler auf beiden Seiten - gutem Niveau.

Dem sich nur zwei Beteiligte verweigerten: Tobias Gehle und Stefan Osebold. Was sich die beiden Unparteiischen aus Hagen dabei dachten, in einer zwar intensiv geführten, aber niemals harten, gar brutalen Drittliga-Partie 28 (!) Strafminuten zu verhängen, wird wohl ebenso ihr Geheimnis bleiben wie die Antwort auf die Frage, warum sie den finalen Freiwurf von Tom Wolf, der überraschenderweise den Weg über Abwehrmauer und den bärenstarken LSC-Torhüter Valentin Inzenhofer hinweg ins Netz fand, wiederholen ließen. Wohlgemerkt: Sie unterbrachen nicht dessen Ausführung, wie sie es im Falle einer Regelwidrigkeit hätten tun müssen, sie versagten dem Treffer nicht die Anerkennung, weil er nach Spielende fiel - sie warteten, bis der Ball im Tor lag und die Hausherren ob des vermeintlichen Siegtreffers schon ein erstes Freudentänzchen aufs Parkett gelegt hatten. Dass Inzenhofer dann die Wiederholung abwehrte, konnte nicht wirklich überraschen.

Unter anderen Umständen wäre es wohl zu heftigem Palaver gekommen. Doch weil beide Kontrahenten zu den absolut positiven Überraschungen der Hinrunde in der Dritten Liga West gehören, konnten beide Klubs mit der Punkteteilung gut leben. Die Longericher, weil sie nach starkem ersten Durchgang nach der Pause von den Gastgebern förmlich überrannt worden waren: Aus einem 11:15-Halbzeit-Rückstand machte der TVK mit einem 9:2-Lauf bis zur 42. Minute eine 20:17-Führung. "Darauf hatten wir uns eigentlich eingestellt", gab Trainer Christian Stark zu, der freilich zunächst kein Mittel fand, den gnadenlosen Tempo-Handball der Hausherren zu stoppen.

Dass sich seine Schützlinge selbst angesichts eines Vier-Tore-Rückstandes (21:25, 50., 22:26, 51.) nicht in ihr Schicksal ergaben sondern ebenso gnadenlos zurückfighteten, machte den Longericher Trainer mächtig stolz: "Da kann ich meiner Mannschaft nur ein Riesenkompliment machen."

Ronny Rogawska war zwar auch nicht unzufrieden, hielt sich mit Komplimenten an die Seinen aber eher zurück. "Wir können nicht immer erst in der zweiten Halbzeit anfangen, Handball zu spielen", sagte der TVK-Coach und dachte dabei an den Auftritt seiner Mannen in der Vorwoche, als sie in Aurich aus einem 8:14 noch ein 24:24 gemacht hatten. Da waren sie froh, am Ende noch den einen Punkt gerettet zu haben. Am Freitagabend wären trotz schwachem ersten Durchgang zwei Zähler durchaus möglich gewesen. "In der Schlussphase haben wir uns selber geschlagen", bemängelte TVK-Manager Kai Faltin, "wir hatten zwei doch mehrmals die Chance, den Sack zu zu machen." Die größte vergab Max Zimmermann, der 100 Sekunden vor Schluss beim Stande von 28:27 alleine auf das Longericher Tor zulief, aber an Valentin Inzenhofer scheiterte.

Seinen 43. Geburtstag konnte Faltin trotzdem in aller Gelassenheit (und mit etlichen früheren TVK-Spielern wie Olaf Mast, Dirk van Walsem oder Matthias Thiemann) feiern. "Denn mit der Hinrunde können wir ausgesprochen zufrieden sein", bilanzierte er 17:13 Punkte und Tabellenplatz sieben zur Halbzeit. Dem wollte Mathias Deppisch nicht widersprechen: "Vor der Saison, nach dem Weggang von Marcel Görden hat uns das doch kaum einer zugetraut", sagte der Mannschaftskapitän und gab ehrlich zu: "Ich eigentlich auch nicht."

Quelle: NGZ
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