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TV Korschenbroich wie entfesselt

Lokalsport: TV Korschenbroich wie entfesselt
Ganz starke Leistung auf der Spielmacherposition: Justin Müller erzielte selber fünf Tore und war nie in den Griff zu bekommen. FOTO: g. salzburg
Korschenbroich. Handball-Drittligist fährt 31:19-Erfolg über HS Gummersbach/Derschlag II ein. Von Christos Pasvantis

Es gibt diese Spiele, nach denen selbst ein Trainer - von Natur aus Vertreter einer höchst selbstkritischen Zunft - nicht das geringste zu beanstanden hat. Weil ihre Schützlinge die Marschroute perfekt umgesetzt haben. Und ein Stück weit auch, weil man selbst einen Teil zum Erfolg beigetragen hat. Ein solches Spiel war die 31:19-Abreibung (16:8), die Handball-Drittligist TV Korschenbroich den Konkurrenten von Handball Sport Gummersbach/Derschlag II in der Dritten Liga verpasste.

"Das war bis zur letzten Minute ein sehr guter Auftritt", sagte Trainer Ronny Rogawska. Sein TVK hatte die neu gegründete Gummersbacher Spielgemeinschaft zuvor in allen Belangen in die Schranken gewiesen. Vor allem in der Deckungsarbeit war ein Klassenunterschied sichtbar. Grund dafür war eine kleine Anpassung Rogawskas mit großen Auswirkungen. Von der eher passiven 5:1-Deckung zu Spielbeginn, die die Gäste zu vier schnellen Toren nutzten, stellte der Coach bereits nach fünf Minuten auf ein deutlich aggressiveres 3:2:1 um. Es folgte ein 8:0-Lauf, der aus einem 3:5 binnen zehn Minuten eine 11:5-Führung machte. Insgesamt gelangen den Gummersbachern in den 25 Minuten bis zur Pause ganze vier Treffer. "Wir wollten mehr Zugriff und haben gemerkt, dass der Gegner mit dem Druck nicht gut klar kommt", erklärte der Coach.

In der Tat fanden die jungen Gäste überhaupt kein Mittel gegen die bisweilen recht wild aussehende Korschenbroicher Deckung. Insgesamt 16 Ballverluste leistete sich die Mannschaft von Michiel Lochtenbergh. "Nach so einem Spiel gibt es viel aufzuarbeiten. Wir haben heute viel Lehrgeld bezahlt, Korschenbroich war uns in allen Belangen überlegen", sagte der ehemalige Dormagener Bundesligaspieler.

Richtig deutlich wurde der Erfolg deshalb, weil Korschenbroich sich im Angriff variabel präsentierte und so zu vielen einfachen Treffern kam. "Wir haben für jede Situation eine Lösung gefunden. Wir sind hohes Tempo gegangen, haben die Geschwindigkeit aber auch in den richtigen Momenten gut herausgenommen", fand Rogawska. So standen für Matthias Deppisch, Gerrit Stassen und Justin Müller je fünf, für Michel Mantsch und Max Zimmermann je sechs Tore auf dem Spielberichtsbogen - ausgeglichener geht es kaum.

Glücklich konnte der Coach aber trotzdem nicht sein. Schon nach zwei Minuten verletzte sich Henrik Schiffmann schwer am Knie. Die Tatsache, dass das Gelenk schon nach wenigen Augenblicken auf Handballgröße anschwoll, lässt Schlechtes vermuten. "Wir müssen davon ausgehen, dass er lange ausfällt. Für den Jungen tut es mir unfassbar leid, weil er sich fast auf den Tag genau vor einem Jahr den Fuß gebrochen hat", sagt Rogawska.

Doch auch mit Blick auf den Kader reißt der Ausfall ein kaum zu füllendes Loch. Geld für einen Ersatz gibt es in Korschenbroich ohnehin nicht, ein zweiter Spieler fehlt im rechten Rückraum. Ersatzmann Gerrit Stassen ( gelernter Rechtsaußen) erfüllte die Aufgabe zwar ordentlich, kann auf Dauer aber nur eine Notlösung sein. Die Fachkenntnisse Rogawskas sind also erneut gefordert. "Da muss ich jetzt kreativ sein und mir etwas ausdenken", sagte der Däne.

Quelle: NGZ
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