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TVK benötigt Kraftakt zum Sieg

Lokalsport: TVK benötigt Kraftakt zum Sieg
Mathias Deppisch ließ sich als einziger Korschenbroicher nicht von Volmetals Torhüter Manuel Treude den Schneid abkaufen. FOTO: TVK/J. Hering
Korschenbroich. Handball-Drittligist Korschenbroich müht sich zu 22:19 über Neuling Volmetal. Von Volker Koch

Ob der TuS Volmetal eine spielerische Bereicherung der Dritten Handball-Liga West darstellt, wird sich zeigen. Stimmungsmäßig ist der Aufsteiger aus dem Hagener Land ganz bestimmt eine. Zwei Busladungen mit Anhängern waren am Freitagabend nach Korschenbroich gereist, um den ersten Auftritt der Volmetaler in der dritthöchsten Spielklasse zu erleben.

Sie sorgten zwar für mächtig Stimmung in der mit 570 Zuschauern gut gefüllten Waldsporthalle, mussten am Ende aber einsehen, dass dem Neuling auf dem Parkett noch einiges fehlt, um mithalten zu können. Denn dem TV Korschenbroich reichten ein Kraftakt und eine bestenfalls durchschnittliche Leistung, um mit dem 22:19 (Halbzeit 9:10) den ersten Saisonsieg feiern zu können.

Nun spielt man bekanntlich immer nur so gut, wie es der Gegner zulässt. Und ein richtig gutes Handballspiel ließen die Gäste mit einer, vorsichtig formuliert, äußerst robusten Deckungsweise nicht unbedingt zu. "Wir haben nicht zu unserem gewohnten Tempo gefunden", monierte TVK-Manager Kai Faltin den eher zähflüssigen Auftritt seiner Mannen. Aus schleppendem Tempo entstehen selten zwingende Angriffsaktionen und durchschlagende Würfe, und so brachten es die Hausherren fertig, bis zur Pause ein Dutzend Mal an Manuel Treude zwischen den Volmetaler Pfosten zu scheitern. Da offenbarte sich ein Manko, das den Korschenbroichern noch öfter in dieser Saison das Leben schwer machen könnte. Denn der bis auf Henrik Schiffmann und den noch verletzt zuschauenden Tom Wolf eher schmächtig geratene Rückraum tut sich schwer, gegen solch kompakte Deckungsreihen zu den so genannten "einfachen" Toren zu kommen.

Das geht nur über Schnelligkeit, und folgerichtig angesichts eines 9:10-Pausenrückstandes beschränkte sich Ronny Rogawskas Kabinenansprache auf wenige Worte: "Wir müssen mehr Tempo ins Spiel bringen." Das setzten seine Schützlinge nach Wiederbeginn auch um. "Da hatten die Korschenbroicher Vorteile, weil wir vorne zu einfache Fehler gemacht und sie zu Gegenstößen eingeladen haben", erkannte Volmetals junger Trainer Stefan Neff. Dass seine Spieler ihr Heil nun in noch härterem Zupacken suchten - die ruppige Gangart gipfelte in einem unschönen Foul von Philipp Dommermuth an seinem beim Punktspieldebüt eher unglücklich agierenden Positionskollegen Dennis Backhaus, was dem Volmetaler Kreisläufer zu Recht die Rote Karte (49.) einbrachte - wurde schließlich zum klassischen Eigentor: Zumeist in Unterzahl, liefen die Gäste dem TVK ins offene Messer, der seinen Vorsprung bis auf 21:16 (51.) ausbaute. Auch, weil Manuel Treude nun kaum noch eine Hand an den Ball bekam.

Dirk Sackmann, einst als Torhüter in Diensten des TSV Bayer Dormagen, jetzt Co-Trainer des TuS Volmetal, reagierte und schickte Ablösung in Person von Sydney Quick zwischen die Pfosten. Was die Korschenbroicher Angreifer offensichtlich nicht so recht mitbekommen hatten: Drei Mal in Folge scheiterten sie an dem 23-Jährigen, blieben insgesamt acht Minuten ohne Torerfolg, was die Sache beim 19:21 (55.) wieder ausgesprochen spannend machte. Und hätte Silas Kaufmann nicht sechzig Sekunden vor Schluss nur den Pfosten getroffen, hätte es noch enger werden können. So traf Henrik Schiffmann zum 22:19-Endstand, der offenbarte, dass der TV Korschenbroich noch eine Menge Luft nach oben besitzt. Die wird er aber auch nötig haben, um gegen spielerisch stärkere Gegner als den TuS Volmetal bestehen zu können.

Quelle: NGZ
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