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Lokalsport
TVK soll sich "auf Handball konzentrieren"

Korschenbroich. Es herrscht Unruhe im Team des Drittligisten - keine guten Voraussetzungen im Abstiegskampf. Von Volker Koch

Ronny Rogawska ist seit gut zwei Jahrzehnten im Handballgeschäft, war als Spieler und Trainer in Erster, Zweiter und Dritter Liga tätig. Deshalb weiß der Däne aus eigener Erfahrung: "Im November und Dezember herrscht immer Unruhe, da geht es für viele Spieler um neue Verträge."

Bei dem von ihm im fünften Jahr trainierten TV Korschenbroich scheint die Unruhe momentan besonders groß. Die guten Leistungen der vergangenen Spielzeiten und die auslaufenden Verträge etlicher Leistungsträger haben Begehrlichkeiten anderer Klubs geweckt, die ihnen finanziell bessere Angebote unterbreiten können als der eher knapp bemessene Korschenbroicher Etat hergibt. Glaubt man der im Handball vor allem um diese Jahreszeit stets heftig brodelnden Gerüchteküche, droht dem Drittligisten am Saisonende ein Ausverkauf.

Nicht gerade günstige Voraussetzungen für die jetzt anstehenden Duelle mit den unmittelbaren Tabellennachbarn: "Wir stecken im Abstiegskampf", sagt Ronny Rogawska vor der morgigen Partie (19.30 Uhr, Waldsporthalle) gegen GWD Minden II, "das sollte sich jeder bewusst machen." Denn seine guten Platzierungen der vergangenen Jahre hat der TVK vor allem der Tatsache zu verdanken, dass er stets als Kollektiv funktionierte. Davon ist augenblicklich wenig zu spüren: "Wir sind nicht konstant genug in unseren Leistungen", bemängelt der Trainer, "wenn wir nicht konzentriert und diszipliniert spielen, tun wir uns selber weh."

Der kleine Kader, durch den Abgang von Mathias Deppisch und die Verletzung von Michel Mantsch noch schmaler geworden, tut ein übriges. Wenn aktuell Jan Jagieniak den Top-Torschützen Mantsch im linken Rückraum ersetzen soll, "geht das nicht von heute auf morgen. Da brauchen wir Zeit", sagt Rogawska.

Zeit, die der TVK angesichts von nur sechs Zählern aus elf Spielen eigentlich nicht hat. Zeit, die der TVK eigentlich auch braucht, um personell nachzulegen. "Klar suchen wir nach einem Rechtsaußen und jetzt auch nach einem Halblinken", sagt Rogawska. Doch das sollten Spieler sein, "die uns wirklich weiterhelfen, am besten über das Saisonende hinaus." Einen oder sogar zwei davon vor Weihnachten zu verpflichten, das sei "ein Signal an die Mannschaft", ist der Trainer überzeugt. Denn Spieler werden nicht allein für ein Spiel, sondern auch fürs Training gebraucht: "Du kannst nicht immer nur 3 gegen 3 oder 4 gegen 4 trainieren", sagt Rogawska.

Doch solche Spieler dürften zum jetzigen Saisonzeitpunkt schwer zu finden sein. Vor allem für einen Verein, der gegen den Abstieg kämpft und bei dem sich, egal wie dieser Kampf ausgeht, ein großer personeller Umbruch ankündigt. Von daher stecken die Korschenbroicher in einem Teufelskreis, "den wir nur gemeinsam durchbrechen können", sagt Rogawska. Deshalb appelliert der Trainer an seine Spieler, sich "ganz auf den Handball zu konzentrieren" und die Begleiterscheinungen auszublenden: "Der Fokus sollte ganz klar auf dem Verein liegen, für den du gerade aufläufst", sagt der Däne, "im Spiel sollten andere Dinge keine Rolle spielen."

Vor allem nicht in einer Partie wie der morgigen. Die Gäste aus Minden sind ähnlich schlecht aus den Startlöchern gekommen wie der TVK, der erste Punktgewinn gelang am achten Spieltag ausgerechnet bei der HSG Krefeld (26:26), dem folgten Siege über Lemgo (33:27) und Ratingen (33:29). Im Gegensatz zu Rogawska kann GWD-Trainer Markus Ernst immer wieder auf "Leihgaben" aus dem eigenen Reservoir zurückgreifen. Bestimmt auch morgen, denn die A-Jugend erwartet in der Bundesliga erst am Sonntagabend den Neusser HV.

Quelle: NGZ
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