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3. Handball-Liga West Das Erste Kreisduell
TVK und NHV begegnen sich mit viel Respekt

3. Handball-Liga West Das Erste Kreisduell: TVK und NHV begegnen sich mit viel Respekt
So war es vor Jahresfrist: Mathias Deppisch entreißt mit seinem Treffer zum 27:27 dem Neusser HV noch den schon sicher geglaubten Sieg. Christopher Klasmann (r.) und Torhüter Mikkel Moldrup sind machtlos gegen die Überraschungsaktion in der Schlusssekunde. FOTO: J. Hering
Neuss. Gastgeber TV Korschenbroich sieht sich morgen Abend trotz des Heimvorteils nicht in der Favoritenhalle gegen den Nachbarn aus Neuss. Von Volker Koch

Rhein-Kreis Es kommt früh in der Saison, das erste Kreisduell in der 3. Handball-Liga West morgen Abend (19.30 Uhr) in der sicherlich zum Bersten gefüllten Waldsporthalle. Vielleicht am zweiten Spieltag ein bisschen zu früh: "Klar wäre es besser, etwas eingespielter in eine solche Partie zu gehen", sagt Ceven Klatt, "aber das können wir uns nicht aussuchen."

Von einer Favoritenrolle will der Trainer des Neusser HV denn auch nichts wissen. Er hat den TV Korschenbroich am vergangenen Freitag bei dessen Auftritt beim Top-Favoriten Eintracht Hagen unter die Lupe genommen. Und was er da sah, nötigt ihm trotz der 34:35-Niederlage Respekt ab: "Die sind zu diesem Zeitpunkt schon gut drauf. Die kennen sich alle aus dem Eff-eff, haben fast ein blindes Verständnis untereinander. Und in Sachen Tempo-Handball macht denen in der Liga keiner etwas vor."

Ronny Rogawska hört das gerne: "Wenn die Neusser Respekt vor uns haben - das will was heißen", meint der Däne, der in sein fünftes Jahr auf der Bank des TVK geht. Schließlich verbindet die beiden Klubs nicht gerade eine innige Freundschaft, die durch zwei hitzige Duelle in der vergangenen Saison nicht gerade vertieft wurde: Im Hinspiel zerstörte Mathias Deppisch mit seinem Treffer zum 27:27 in der Schlusssekunde die Neusser Träume vom ersten Sieg nach dem Trainerwechsel von Rene Witte zu Jens Sieberger.

Im Rückspiel fügte der TVK dem Nachbarn mit 23:22 eine von nur vier Niederlagen bei, die die Neusser nach der Beförderung von Ceven Klatt vom Co- zum Cheftrainer in diesem Handballjahr überhaupt erst kassierten. Gegen die Schiedsrichter-Entscheidung, die zum finalen Siebenmeter und zum Siegtreffer durch Michel Mantsch führte, legten sie Protest ein - letztlich vergeblich. "Allein aus diesem Grunde haben die Neusser noch eine Rechnung offen. Ungeachtet dessen muss man festhalten, dass Neuss mit einem 17er Kader kommen wird, der sicherlich Zweitliganiveau hat," sagt Korschenbroichs Manager Kai Faltin.

Für ihn (wie für viele in der Handball-Szene) ist es deshalb unverständlich, dass die Quirinusstädter Platz sechs als offizielles Saisonziel ausgeben: "Für mich gehört der NHV zu einem der Top-Favoriten um die Meisterschaft. Warum nach außen hin so ein Understatement betrieben und nur Platz 6 als Saisonziel ausgegeben wird und nicht wie andere Vereine klar der Aufstieg in die 2. Liga, ist mir mit Blick auf deren Kader und deren Neuverpflichtungen völlig unklar. Daher sehe ich den NHV, auch wenn wir ein Heimspiel haben, als klaren Favoriten." Ronny Rogawska sieht das ähnlich: "Die Neusser haben sich in den vergangenen Jahren immer um ein paar Mosaiksteinchen ergänzt. Jetzt sind sie so weit, dass sie neben Hagen ganz oben mitspielen können." Der Däne, immer für eine witzigen Spruch gut, fügt mit süffisantem Lächeln an: "Der Kampf um Platz sechs fängt am Samstag an."

Sein Kollege will von einer Favoritenrolle nichts wissen: "So ein Derby ist immer eng, da gibt es keinen Favoriten, da entscheidet die Tagesform." Und was die angeht, sieht er bei seinen Schützlingen durchaus noch Steigerungsmöglichkeiten gegenüber dem 24:21-Auftaktsieg über die SG Ratingen: "Das war ein typisches Auftaktspiel, der Mannschaft hat man die Anspannung und Nervosität deutlich angemerkt." Um so erleichterter sei er über die zwei Punkte: "Wir sind zum ersten Mal überhaupt mit einem Sieg in eine Drittliga-Saison gestartet. Das ist positiv, den Schwung und das Selbstvertrauen daraus müssen wir jetzt mit nach Korschenbroich nehmen."

Bei den Gastgebern ist die Gemütslage genau umgekehrt: Zum Auftakt in Hagen hätten sich seine Schützlinge "in richtig guter Verfassung" präsentiert, sagt Rogawska, "deshalb ist es einfach sau-ärgerlich, dass wir nicht einen Punkt mitgenommen haben." Was den TVK morgen schon ein bisschen in Zugzwang setzt: Bei einer Niederlage und mit Blick auf die folgenden, nicht minder schweren Aufgaben in Longerich und gegen Titelverteidiger Leichlinger TV droht ein veritabler Fehlstart. Was dem ersten Kreisduell zusätzliche Brisanz verleiht.

Quelle: NGZ
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