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Lokalsport
Überraschungssieger Mats Moraing

Büttgen. Nachwuchsspieler schaltet im Kaarster Halbfinale Favorit Andreas Beck aus. Von Felix Strerath

Etwas überraschend hat Mats Moraing das ITF-Future-Tennisturnier "Kirschbaum International" gewonnen. Im Finale ließ er Filip Veger, seinem Teamkollegen vom Düsseldorfer Rochusclub, keine Chance und sicherte sich mit einem 6:1, 7:6 (8:6) den Titel. Für Turnierchef Marc Raffel eine unerwartete Konstellation: "Ich hatte eher mit Andi Beck oder Daniel Masur im Finale gerechnet."

Am Samstag gelang Moraing die erste kleine Sensation. Gegen den ehemaligen Davis-Cup-Spieler Andreas Beck setzte sich der 23-Jährige im Halbfinale mit 6:4, 7:5 durch und zog ins Finale ein. Dort traf er am gestrigen Sonntag auf seinen Mannschaftskammeraden Veger, der ebenfalls ungesetzt ins Turnier ging. Der kroatische Rechtshänder stand bereits mehrfach in einem Future-Turnier-Endspiel, konnte aber im Gegensatz zu seinem Gegenüber noch nie gewinnen. Und das sollte sich auch im Tespo Sportpark nicht ändern. Moraing erwischte einen Blitzstart und sicherte sich mit einem schönen Stoppball gleich das erste Break. Im gesamten ersten Satz brachte Veger nur einmal sein Aufschlagsspiel durch und verlor deutlich mit 6:1. Der 21-Jährige aus dem Norden Kroatiens fand kein Mittel gegen die wuchtige Vorhand seines Gegners und fühlte sich mit seinem eigenen Aufschlag nicht wohl. "Filip hat sich schwergetan, zu seinem Spiel zu finden", wusste auch sein Kontrahent.

Der zweite Satz blieb dann bis zum Ende spannend. Veger steigerte sich deutlich: Zwar brachte die deutsche Nachwuchshoffnung seine eigenen Aufschläge immer noch souverän durch, doch kam zu keiner einzigen Breakchance mehr. Die Entscheidung fiel also im Tie-Break. Es sah erst so aus, als würde die Partie in den dritten Satz gehen: Moraing begann mit einem Doppelfehler und servierte die weiteren drei Angaben erst im zweiten Versuch. Der Mann vom Balkan hatte beim Stand von 6:2 gleich vier Satzbälle, doch sein zwei Meter großer Widersacher fing sich. Moraing erkämpfte sich noch das 8:6 im Tie-Break und damit auch den Titel beim ITF-Future-Turnier im Büttgener Tespo Sportpark in etwas mehr als einer Stunde Spielzeit. "Ich war im Tie-Break nervös, deswegen habe ich nicht gleich die Aufschläge ins Ziel gebracht", gab er zu.

Dennoch waren vor allem die schnellen Aufschläge und die starke Vorhand das Rezept zum Sieg. Der Beck-Bezwinger erzählte: "Mein schnellster je gemessener Aufschlag war 235 km/h." Schon vor dem Turnier war für ihn klar, dass es bis ins Finale gehen könnte: "Ich habe in der Pause viel trainieren können, mein Ziel war schon, bis ins Endspiel zu kommen." Für Moraing, der von seinem Vater und seinem Onkel trainiert wird, geht die Reise nun weiter zum Future-Turnier in Nußloch. Anschließend wird er versuchen, sich bei Challengerturnieren zu etablieren, um im nächsten Jahr bei den Australian Open an den Start gehen zu können. Auch Raffel traut dem jungen Tennistalent einiges zu: "Wenn er noch eine Schippe drauf legen kann, können wir ihn nächstes Jahr in Melbourne sehen." Wichtig ist dafür: "Der Körper muss halten", weiß der Sieger des Kirschbaum International.

In der Doppelkonkurrenz spielten die Einzelfinalisten keine Rolle. Danylo Kalenichenko (UKR) und Denis Kapric (GER) besiegten das polnisch-russische Doppel Hubert Hurkacz und Alexander Bublik mit 7:6, 4:6, 10:7.

Quelle: NGZ
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