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Kleinenbroich
Umweltschützer testen Wasserproben

Kleinenbroich. Wer Grundwasser zum Gießen, Trinken oder Duschen verwendet, sollte die Qualität kennen. Ob und zu welchen Zwecken sich das Wasser eignet, will Harald Gülzow am Dienstag mit dem Labormobil in Kleinenbroich bestimmen. Von Ruth Wiedner

Wasser ist für Harald Gülzow mehr als nur ein Durstlöscher. Der 58 Jahre alte Diplom-Physiker befasst sich seit Jahrzehnten mit dem feuchten Element. Dabei ist ihm die Qualität besonders wichtig. Er arbeitet seit 1985 für den bundesweit tätigen VSR-Gewässerschutz. "Zu dem Verein haben sich Ende der 70er Jahre unterschiedliche Umwelt-Initiativen zusammengeschlossen, um gemeinsam den Rhein von Basel aus bis Rotterdam zu untersuchen", erinnert Gülzow an die erste große Messaktion.

"Das war auch die Geburtsstunde des Vereins zum Schutze des Rheins und seiner Nebenflüsse." 1981 bauten die Mitglieder dann ein ehemaliges Passagierschiff zum Labor- und Informationsschiff um. Damals wie heute haben Mitglieder und Förderer die Wasserqualität im Blick. Und so gönnt sich der VSR auch einen Hauptamtlichen, der sich eigens um die Auswertung von Wasserproben kümmert.

Entsprechend viel zu tun hat Harald Gülzow. Der Experte reist mit dem Labormobil quer durch Deutschland. Am Dienstag, 1. Oktober, macht er von 15 bis 17 Uhr auf dem Kleinenbroicher Kirmesplatz an der Matthiasstraße Station. Warum Gülzow jetzt nach Kleinenbroich kommt, steht in keinem direkten Zusammenhang mit dem Grundwasser-Problem. "Wir waren in diesem Jahr in Gladbach, Neuss und in Kaarst. Korschenbroich war für uns immer noch wie ein weißer Fleck auf der Karte, das wollen wir jetzt ändern."

Der VSR-Gewässerschutz – mit Sitz in Geldern – unterstützt Bürger, die das oberflächennahe Grundwasser aus dem Brunnen nutzen und das aus tieferen Schichten gewonnene Leitungswasser sparsam verwenden. "Doch leider ist das Grundwasser nicht immer frei von Nitraten, Pestiziden oder von Krankheitserregern", weiß Harald Gülzow. Und genau an dieser Stelle setzen die Gewässerschützer an.

Von 15 bis 17 Uhr nehmen sie am Dienstag Wasserproben von Brunnenbesitzern am Labormobil entgegen. Die Grunduntersuchung auf den Nitrat-, Säure- und Salzgehalt wird gegen eine Kostenbeteiligung von zwölf Euro direkt vor Ort vorgenommen, so dass der Bürger schon gegen Ende der Aktion sein Ergebnis erfragen kann. Brunnenbesitzer, die das Wasser auf weitere Parameter wie Eisen und Bakterien untersuchen lassen möchten, bekommen das Ergebnis mit einer Bewertung per Post zugeschickt. Wichtig für Harald Gülzow: "Keiner wird mit seinen Messwerten allein gelassen. Unser Team berät die Bürger, sobald die entsprechenden Ergebnisse vorliegen, ob das Wasser zum Gießen, zum Befüllen des Planschbeckens, zum Waschen oder sogar zum Trinken geeignet ist."

Damit die Ergebnisse auch aussagefähig sind, rät der Experte, "für die Probeentnahme und den Transport Mineralwasserflaschen zu nutzen. Die Flaschen sollten zuvor mehrfach mit dem Brunnenwasser gespült werden." Für die Vorsitzende Susanne Bareiß-Gülzow steht fest: "Bürger, die Brunnenwasser nutzen, haben das gleiche Ziel wie der VSR. Das Grundwasser soll möglichst unbelastet sein."

Quelle: RP
 
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