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Veilchen geben Tigers die Favoritenrolle

Lokalsport: Veilchen geben Tigers die Favoritenrolle
Treffsicher: Franziska Worthmann könnte morgen in Göttingen ihr Saisondebüt für die TG Neuss Tigers geben. FOTO: Andreas Woitzschützke
Neuss. Obwohl ihr Ziel der Meistertitel ist, fühlen sich die Ladies Göttingen im Duell der 2. Basketball-Bundesliga Nord mit dem Tabellenführer aus Neuss als Außenseiter. Damit kann TG-Trainerin Janina Pils allerdings rein gar nichts anfangen. Von Dirk Sitterle

In ihrer sechsten Saison in der Zweiten Basketball-Bundesliga Nord haben es die TG Neuss Tigers endgültig in die Beletage geschafft. Vor dem Gastspiel des nach drei Spieltagen noch ungeschlagenen Tabellenführers morgen Nachmittag (14 Uhr) in der traditionsreichen Sporthalle des Felix-Klein-Gymnasiums an der Böttingerstraße bei den BG 74 Veilchen Ladies wird Trainer Hermann Paar im Göttinger Tageblatt mit den Worten zitiert: "Wenn die Mannschaft die Leistung aus dem Opladen-Spiel noch mal bringt, sollten wir auch gegen den Favoriten Neuss eine Chance haben." Ob der langjährige Erstliga-Coach (TV Saarlouis), mit den Frauen des BTV Wuppertal Deutscher Basketball-Meister und Pokalsieger 2002, dabei wenigstens rot geworden ist, ist nicht übermittelt.

Die Neusser Trainerin Janina Pils nervt dieses im Sport fast ritualisierte "Hin-und-her-Geschiebe" der Favoritenrolle zwar schon ein bisschen, die Aussage ihres prominenten Kollegen nimmt sie jedoch eher amüsiert zur Kenntnis. Im Gegensatz zu Paar, der bei seinem Antritt in der Basketball-Hochburg Göttingen keinen Zweifel an seinen Absichten gelassen hatte ("Ich will Meister werden!") legt sie wert darauf, "dass wir uns die Rolle des Aufstiegskandidaten nie selber gegeben haben. Wir trainieren auch nicht zweimal am Tag, haben keinen Trainer, der ein paar Mal Deutscher Meister war und in der Euroleague gecoacht hat. Und über die Rahmenbedingungen, wie sie Göttingen hat, verfügen wir ebenfalls nicht." Mehr noch: In der vergangenen Saison scheiterten die Veilchen in der Endspielserie gegen Osnabrück nur ganz knapp am Aufstieg ins Oberhaus. Trotzdem - und das wiederum findet die Neusser Trainer extrem ärgerlich - war es Göttingen bis gestern nicht gelungen, das eigentlich für alle Zweitligisten verpflichtende Scouting vom 72:50-Heimsieg am zweiten Spieltag (4. Oktober) über Opladen auf der offiziellen Seite der 2. DBBL Nord allen Mitbewerbern zur Verfügung zu stellen: "Es ist wahrscheinlich keine Absicht, aber eine Nachlässigkeit und nicht besonders fair, denn es erschwert natürlich die Vorbereitung."

Selbstverständlich wissen die Tigers, was sie morgen in Göttingen erwartet: Die gegenüber der vergangenen Spielzeit kaum veränderte deutsche Fraktion - dazugekommen ist in der 1,87 Meter großen Vera König lediglich eine, so Janina Pils, allerdings "ganz interessante Centerin" - und zwei US-Importe ergeben einen höchst ansprechenden Mix aus Schnelligkeit und physischer Stärke. Die Körperlichkeit bringen die beiden US-Girls ein: Im Aufbau hat Joanna Miller (21 Punkte bei freilich ausbaufähiger Trefferquote von 25 Prozent, 8/31 Würfe, am Sonntag beim 75:71-Sieg nach Verlängerung in Braunschweig), die zum Erstligisten BG Rotenburg gewechselte Monique Smalls abgelöst. An den Brettern liegt das Arbeitsfeld von Raven Anderson (1,88 Meter), die Janina Pils so beschreibt: "Sehr groß, sehr kräftig - eine physische Präsenz, wie ich sie selten gesehen habe."

Ausgerechnet jetzt fehlt der TG in Mara Höfer eine Spielerin, die da mithalten könnte. Die bundesligaerfahrene Centerin ist beruflich unabkömmlich. Pils: "Dass sie nicht spielen kann, tut uns schon weh." Nicht dabei ist neben der zuverlässigen Julia Kleen (chronische Knieprobleme) auch die gesundheitlich schwer angeschlagene Dijana Zepic. Dafür fährt Franzi Worthmann mit nach Niedersachsen. Die versierte Scharfschützin hat in dieser Runde wegen ihrer Verpflichtungen im Job jedoch noch keine Partie für die Tigers absolviert, ja seit dem ersten Spieltag noch nicht mal mit der Mannschaft trainiert. Das sollte eigentlich unter der Woche passieren, gelang indes nicht. "Aber wir jammern deshalb nicht herum", sagt die Trainerin.

Quelle: NGZ
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