| 00.00 Uhr

Lokalsport
VfL Gummersbach wird Favoritenrolle gerecht

Neuss. Bundesligist gewinnt Pierburg-Cup durch 31:27-Finalsieg über den Bergischen HC. Gastgeber Neusser HV verpasst Platz drei nur knapp. Von Volker Koch

Emir Kurtagic hatte schon vor dem gestrigen Finale ein gutes Gefühl: "Die Mannschaft ist weiter, als ich dachte." Seine Spieler bestätigten den 35-Jährigen auf der Trainerbank des VfL Gummersbach in den folgenden sechzig Finalminuten gegen den Bundesliga-Rivalen Bergischer HC und machten ihm mit dem Gewinn des "Pierburg-Cups" ein um genau zwei Wochen verfrühtes Geburtstagsgeschenk.

Unverhofft kam es nicht, denn abgesehen von der ersten Halbzeit gegen Gastgeber Neusser HV, gegen den sie zur Pause mit 14:15 im Hintertreffen lagen, waren die Oberbergischen auch ohne ihre in Rio befindlichen Europameister Julius Kühn und Carsten Lichtlein das bestimmende Element bei der überaus gelungenen zweiten Auflage des "Pierburg-Cups", der auf gutem Wege ist, eines der (wenigen) Highlights im Neusser Sportkalender zu werden.

Dafür sorgte Gastgeber Neusser HV auf und neben dem Parkett. Im Lob für die "beinahe perfekte Organisation" (BHC-Trainer Sebastian Hinze) waren sich die beteiligten Trainer schnell einig. Das Lob für die beherzte Vorstellung der Schützlinge von Trainer Ceven Klatt spiegelt sich allein schon in den Ergebnissen wider: 29:28 über Zweitligist TuS Ferndorf, 24:32 nach eben jener 15:14-Pausenführung gegen den VfL Gummersbach, 31:32 (Halbzeit 16:12) im Spiel um Platz gegen den TBV Lemgo, den Torhüter Jonas Maier zwölf Sekunden vor Schluss mit einem gehaltenen Strafwurf gegen Daniel Pankofer vor der Blamage rettete, ins Siebenmeterwerfen gegen einen Drittligisten zu müssen. Ein solches hatte zuvor die Partie um Platz fünf zwischen den beiden jüngsten, gleichzeitig auch schwächsten Teams TuS Ferndorf und TSV Bayer Dormagen zugunsten der Siegerländer entschieden. "Für uns ist das alles ein bisschen unglücklich gelaufen", kommentierte deren Sportlicher Leiter Mirza Sijaric das Abschneiden des TuS, dem im Abstiegskampf der Zweiten Liga schwere Zeiten drohen dürften - immerhin fehlte nur Linkshänder Florian Baumgärtner im Aufgebot von Trainer Michael Lerscht.

Der lange Schlaks feierte derweil mit dem VfL Gummersbach, für den genau wie der Ex-Korschenbroicher Daniel Mestrum ein Zweitspielrecht besitzt, den Turniersieg. So viel Spannung wie in den voraufgegangenen Platzierungsspielen wollte im Finale nicht aufkommen, dem die Gummersbacher von Beginn an ihren Stempel aufdrückten. Das lag zu großen Teilen an Simon Ernst: Der Ex-Dormagener, der im Januar beim Titelgewinn der deutschen Nationalmannschaft schon ein paar Minuten EM-Luft schnuppern durfte, wurde als bester Spieler des Turniers ausgezeichnet. Der Ehrenpreis für den besten Torhüter ging an NHV-Neuzugang Vladimir Bozic.

"Mit ihm haben wir einen guten Griff getan", war Thomas Koblenzer schon vor der Siegerehrung überzeugt. Nicht nur wegen des Kroaten hatte der NHV1-Geschäftsführer allen Grund, zufrieden drein zu blicken: "Ich denke, wir haben uns gut präsentiert, als Gastgeber und auch sportlich", stellte er nach drei für Spieler und Helfer anstrengenden Turniertagen fest. Lohn für die Bemühungen war ein Zuschauerzuspruch, "mit dem wir so gar nicht gerechnet hatten" (Koblenzer): 350 Besucher am Freitag und Sonntag, am Samstag noch mal 100 mehr - die Neusser haben offenbar ihr Herz für den Handball entdeckt. "Und für die Fans machen wir das ja auch", sagt der NHV-Chef.

Quelle: NGZ
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Lokalsport: VfL Gummersbach wird Favoritenrolle gerecht


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.