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Lokalsport
Vikings reisen ohne ein Rückraum-Trio nach Würzburg

Düsseldorf. Beim schnellen Blick auf die Tabelle könnte man annehmen, das Glück des HC Rhein Vikings sei perfekt. Mit dem Ziel Klassenerhalt war der Aufsteiger in die Saison der 2. Handball-Bundesliga gegangen, und mit Platz zwölf bei 12:14 Punkten liegt die Neuss-Düsseldorfer Spielgemeinschaft nach 13 Spieltagen vollauf im Soll. Doch der Schein trügt ein wenig, denn eine beinahe schon groteske Verletzungsseuche relativiert die Freude von Trainer Ceven Klatt. Kaum kehrt ein Spieler aus dem Lazarett zurück, meldet sich schon der nächste mit einer Blessur ab - häufig sogar langfristig. Von Bernd Jolitz

Der aktuelle Fall ist Rückraumspieler Thomas Bahn, der sich einen Riss der Bizepssehne zuzog und sich damit zu den bereits langzeitverletzten Leistungsträgern Alexander Oelze und Daniel Pankofer gesellt. "Die schlechten Nachrichten reißen einfach nicht ab", sagt Klatt, der deshalb auch die derzeitige Position seines Teams im scheinbar gesicherten Tabellenmittelfeld nicht überbewerten will. "Sicher haben wir zuletzt einen guten Lauf hingelegt", sagt der Coach. "Das Ganze ist aber trügerisch, da wir in den nächsten Wochen gegen einige Spitzenteams spielen müssen. Da kann es schnell nach unten gehen."

Kann - muss es aber nicht. Denn die Vikings haben bewiesen, dass sie mit kritischen Situationen umgehen können. Noch im Heimspiel gegen Eisenach vor zwei Wochen (27:32) schien es so, als ob sie die Ausfälle der Routiniers Oelze und Pankofer nicht kompensieren könnten. Es folgte der Doppelspieltag in Aue und gegen Saarlouis mit der Optimalausbeute von vier Punkten. "Zum Glück hatten wir in der Vorbereitung mehr Zeit als vor Eisenach", erklärt Klatt. "Wir haben unser System etwas vereinfacht, noch mehr Wert auf gute Abwehrarbeit und mehr Disziplin im Angriffsspiel gelegt. Das war der Grundstein."

Ob das auch im Gastspiel bei den Wölfen Rimpar in Würzburg hilft (Sonntag, 17 Uhr), muss man abwarten. Zumindest ist dann erstmals in dieser Saison der Kapitän an Bord: Bennet Johnen, der bei der Saisoneröffnung im August gegen den THW Kiel einen Bandscheibenvorfall erlitten hatte, steht wieder im Kader. "Bennet hatte schon in Aue seine Sachen dabei", verrät Klatt, "aber sein Einsatz erschien uns noch zu riskant. Das ist jetzt anders, und er wird die Lücke füllen, die Thomas Bahn hinterlässt. Bennet ist ein ganz wichtiger Mann für uns."

Irgendwann sollte die Verletzungsserie dennoch einmal reißen. "Anfangs war es reines Pech", meint der Coach. "Doch in der Folge liegt manche Blessur schon daran, dass die verbleibenden Spieler auf Dauer zu hohen Belastungen ausgesetzt sind."

Quelle: NGZ
 
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