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Lokalsport
Volleyballer auf dem Weg ins Nationaltrikot

Lokalsport: Volleyballer auf dem Weg ins Nationaltrikot
Am Ende jubelten nicht nur die Mädels des WVV, sondern auch die Jungs. Beide Teams sicherten sich beim WVV-Cup den Turniersieg. FOTO: ANJA TINTER
Dormagen. Beim WVV-Cup in Dormagen zeigten die Landesauswahlteams der U16 ihr Können. Dabei drückte der WVV dem Turnier seinen Stempel auf. Von Hendrike Gierth

Wolfgang "Wolle" Schütz ist ein ausgewiesener Kenner der Volleyballszene Deutschlands. Seit Jahrzehnten verfolgt er das Geschehen der Sportart nicht nur, sondern hat sie mitgestaltet - an der Wurzel. Seit 2001 ist er hauptamtlicher Auswahl-Trainer des Westdeutschen Volleyball-Verbandes (WVV), zuvor sammelte er Erfahrungen als Spieler und Coach in der Bundesliga und als Co-Trainer auf Verbandsebene. Er weiß vielleicht wie kaum ein anderer, wie steinig der Weg für die jungen Volleyballtalente bis ins Nationaltrikot ist. "Neben körperlichen Voraussetzungen ist mittlerweile die Einstellung und die Motivation das Wichtigste", sagt Schütz.

Denn wer es ganz noch oben schaffen will, der muss einige Strapazen auf sich nehmen - und zwar schon in jungen Jahren. Denn Volleyball ist eine technisch anspruchsvolle Sportart, die trainingsintensiv ist. "Es ist extrem schwer, Kinder für den Sport zu begeistern - vor allem Jungen", hat Schütz in den vergangenen Jahren beobachtet. Dass sich seine (Basis-) Arbeit und die seiner Trainerkollegen in den anderen Bundesländern lohnt, das zeigten die Talente beim WVV-Cup, der zum zweiten Mal von der Volleyballabteilung des TSV Bayer Dormagen ausgerichtet wurde. Elf U16-Auswahlmannschaften der Bundesländer NRW, Hessen, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Bayern und Niedersachsen sowie eine Jugendmannschaft des Ausrichters wetteiferten an zwei Tagen um den Sieg, wobei die Teams des WVV dem Turnier ihren Stempel aufdrückten.

Sowohl bei den Mädchen als auch bei den Jungen standen die Teams am Ende ganz oben, bei den Jungs gab es sogar einen Doppelsieg. "Für viele war es das erste Turnier im Trikot des WVV. Und dieser Erfolg wird den Jungs einen richtigen Motivationsschub für die kommenden Aufgaben geben", ist sich Schütz sicher.

Seit Mai des vergangenen Jahres ist Schütz damit beschäftigt, die neue U16-Auswahlmannschaft des WVV zusammenzustellen. Mit seinem Co-Trainer Martin Schattenberg ist er durch die Hallen in NRW getingelt, hat Talente unter die Lupe genommen und rund 70 von ihnen zu Sichtungstrainings eingeladen. Inzwischen gehören noch 20 zum erweiterten Kader, erhalten Sondertraining und Lehrgänge. "36 bis 40 Lehrgangstage mit Training und Turnieren in ganz Deutschland stehen pro Jahr auf dem Plan", erklärt Schütz, "dazu kommen Trainingseinheiten an verschiedenen Standorten in NRW." Außerdem trainieren und spielen die jungen Volleyballer in ihren Heimatvereinen. "Diese Auswahlmannschaften sind eine Vorstufe zur Nationalmannschaft", sagt Schütz, der schon einige Talente auf dem Weg dorthin begleitet hat. Ob der aktuelle Nationalspieler Christian Dünnes oder auch Beach-Olympiasieger Julius Brink - sie gingen durch Schütz' Schule. Sechs Wochen Urlaub hat Schütz im Jahr, den Rest widmet er voll und ganz dem Volleyball. Betreut Teams, macht Videoanalysen, gibt den Heimtrainern Feedback und tingelt durch Hallen - immer auf der Suche nach neuen Talenten.

Quelle: NGZ
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