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Voltigierer haben "Bock auf Tryon"

Lokalsport: Voltigierer haben "Bock auf Tryon"
Weltreiterspiele sind immer etwas Besonderes - das war 2014 in Caen so (Bild oben), das wird 2018 in Tryon nicht anders sein. Janika Derks (mit Trainer Jessica Lichtenberg, linkes Bild v.r.) und das von Elisabeth Simon (rechte Bild l.) geführte Team haben Chancen, dabei zu sein. FOTO: Daniel Kaiser
Neuss.. Die Weltreiterspiele in den USA sind das große Ziel für die Voltigierer vom RSV Grimlinghausen - im Team, im Einzel und im Pas de Deux Von Daniel Kaiser (Text und Fotos)

Eine aufregende Saison 2017 mit unerwarteten Erfolgen - unter anderem den Titeln beim CHIO Aachen und der Deutschen Meisterschaft in Verden - liegt hinter den Voltigierern vom RSV Neuss-Grimlinghausen. Eine ebenso spannungsgeladene Saison steht vor der Tür. Über allen Ereignissen im Kalender für das Jahr 2018 thronen die Weltreiterspiele in Tryon im US-Bundesstaat North Carolina im September. Für die junge Mannschaft um Elisabeth Simon ein durchaus erstrebenswertes Ziel - für die Einzelvoltigiererin Janika Derks und das Pas-de-Deux Derks/Johannes Kay sehr realistisch - und auch für Pauline Riedl machbar.

Elisabeth Simon hat als aktive Voltigiererin des Teams Neuss alles erlebt, war eine tragende Säule des langjährigen Erfolgs. Im Jahr 2018 steht für die 30 Jahre alte Physiotherapeutin nun ihre mittlerweile dritte Saison als Cheftrainerin der ersten Mannschaft an - erstmals mit Eva Adrian als Co-Trainerin an ihrer Seite. Mit einem extrem jungen und unerfahrenen Team waren die Rheinländer 2017 angetreten. Am Ende standen schier unfassbare Triumphe zu Buche. Sieg beim CHIO in Aachen, zudem die nationale Krone in Verden und der Sieg über die frisch gekürten Europameister aus Köln-Dünnwald.

Damit katapultierten sich die Pferdeakrobaten vom Nixhof schlagartig vom Außenseiter zurück in die Position des Top-, zumindest jedoch Mit-Favoriten für den deutschen Startplatz beim Championat anno 2018. Diese Meisterschaft ist keine gewöhnliche. Weltreiterspiele, bei denen alle Pferdesportdisziplinen ihre WM gleichzeitig austragen, finden nur alle vier Jahre statt. Für die nicht-olympische Disziplin Voltigieren ist es das Highlight schlechthin. Der mediale Fokus ist um ein vielfaches höher. Dementsprechend auch der Druck von Verband und Bundestrainerteam.

Von Druck und Favoritenrolle will Elisabeth Simon jedoch nichts hören. "Natürlich hätte 2017 für uns besser nicht laufen können. Es hat uns gezeigt, dass wir auf einem guten Weg sind und uns positiv bestärkt." Dennoch hat sich an der Ausgangslage für die Trainerin nichts geändert. "Die anderen deutschen Teams haben deutlich mehr Erfahrung", weiß Simon. Für einen Vierjahres-Höhepunkt durchaus ein entscheidendes Kriterium. Und dennoch: "Wir wollen die Entscheidung natürlich offen halten und es der Konkurrenz nicht leicht machen." Um am Ende eventuell das Ticket für die Reise in den US-Bundesstaat North Carolina in den Händen zu halten, steht für das personell nahezu unveränderte A-Kader-Team fünf Mal in der Woche Training auf dem Programm. Gefeilt wird in den 20 Wochenstunden vor allem an der körperlichen Fitness. 500 Liegestütze pro Woche sind da Normalität. "Wir arbeiten hart daran, unseren Traum von einer Championatsteilnahme irgendwann zu erfüllen," sagt die Trainerin. Ob das schon 2018 möglich ist? "Wenn es kommt, nehmen wir es gern. Und wenn wir es nicht wollen würden, wären wir falsch im Bundeskader."

Dem Kürprogramm fehlt aktuell noch der Feinschliff. "Wir befinden uns noch im Prozess der Ausarbeitung", berichtet Simon und sieht dies als Vorteil. Denn dadurch bleibe die Arbeit in den Wintermonaten kreativ und abwechslungsreich. Vom Konzept wird noch nicht viel verraten. "Es wird etwas völlig Gegensätzliches zur Saison 2017". Die Auflösung gibt es erst beim Preis der Besten in Warendorf im Mai im unmittelbaren Wettstreit mit der deutschen Spitze.

Die Wahrscheinlichkeit, dass Neusser Voltigierer im Tryon-Team vertreten sein werden, ist angesichts der starken Aufstellung sehr hoch. Die weiteren heißen Eisen im Feuer betreut Jessica Lichtenberg. Zur Crew der 36-Jährigen gehören nicht nur Janika Derks als Mitfavoritin auf einen Startplatz bei den Damen, sondern auch Trainingskollegin Pauline Riedl sowie das Pas-de-Deux Derks/Johannes Kay. "Wir haben tolle Programme", verrät Lichtenberg. Für die Voltigier-Meisterin haben alle Athleten - einschließlich des Teams - Chancen auf Tryon. "Da stehen derzeit aber noch zu viele Fragezeichen, um genaue Prognosen abzugeben. Die Weltreiterspiele sind gefühlt noch sehr weit weg und ungewiss. Da sind zu viele Faktoren vage", sagt Lichtenberg.

Und natürlich steht und fällt alles mit den Pferden. Das Team geht die Saison mit Delia FRH und Smarti an, Janika Derks und Pauline Riedl turnen auf den Rücken von Carusso Hit und Auxerre. Für das Pas-de-Deux ist Diamond Sky vorgesehen. Allesamt verdiente Vierbeiner, die mit ihren Leistungen eine Reise in die USA möglich machen können. Lichtenberg bringt es auf den Punkt: "Wir wissen noch nicht genau, wo wir stehen, aber Bock auf Tryon haben wir auf jeden Fall."

Quelle: NGZ
 
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