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Lokalsport
Wenn Inklusion zur Selbstverständlichkeit wird

Lokalsport: Wenn Inklusion zur Selbstverständlichkeit wird
Lauter Gewinner: Für die Teilnehmer am Unified-Turnier des NTC Stadtwald ging es um mehr als Medaillen. FOTO: NTC
Neuss. Benefiz-Tennis-Turnier am Neusser Stadtwald: Mehr als 30 Unified-Sportler greifen für den guten Zweck zum Schläger. Von Stephan Glasmacher

Mehr als 30 Sportler nahmen am 28. Benefiz(Unified-)Turnier des NTC Stadtwald teil. Dabei bildeten jeweils ein Athlet mit geistiger Behinderung und ein Spieler ohne Handicap ein Doppel. "Wir haben die Paarungen so zusammengesetzt, dass die Gegner immer in etwa gleich stark waren", erläuterte Turnierleiter Ewald Eifert den Modus, bei dem nach 20-minütigen Spielrunden die Paarungen immer wieder neu zusammengestellt wurden.

Die Ergebnisse seien freilich total nebensächlich gewesen, sagte NTC-Vorsitzender Wolfgang Mußmann: "Hier steht der Spaß im Vordergrund." Im Hinblick auf die Gäste aus dem Neusser Süden sagte er: "Es freut mich, dass die Grün-Weißen wieder in voller Mannschaftsstärke hier sind." GW-Akteur Tim Jaeschke war Feuer und Flamme, freute sich über seine Siege, "es läuft gut", vergaß dabei aber nicht den Grundgedanken des Turniers: "Es geht hier nicht um Medaillen, sondern um den Spaß am Spiel." Da konnte ihm Teamkollege Patrick Haberland nur beipflichten: "Es gefällt mir hier super. Es geht nicht nur um den Sport. Jedes Jahr trifft man hier nette Tennisfreunde und lernt neue kennen". Unified-Partner Jürgen Schmidt war vor 15 Jahren zum ersten Mal mit von der Partie, ist der Veranstaltung seither eng verbunden. "Mir gefällt vor allem die Fairness der Sportler untereinander", sagte er. Als Schiedsrichter bei den NRW-Landesspielen von Special Olympics im Juli hatte er erlebt, wie fair die Athleten auch bei strittigen Entscheidungen miteinander umgegangen waren: "Es ist toll, wie sich hier alle reinhängen. Ich finde es schön, ein Teil hiervon zu sein."

"Alle, die hier mitspielen, sind schon Gewinner", ergänzte Landrat und Schirmherr Hans-Jürgen Petrauschke. "Ich freue mich, dass hier Integration im Sport gelebt wird." Mußmann betonte, dass der gesamte Verein voll hinter dem Turnier stehe. "Es gibt viel Unterstützung", versicherte er. "Generell ist hier die Akzeptanz für Inklusion in den vergangenen Jahren viel größer geworden." So verabredeten sich die Spieler mit und ohne Behinderung auch mal zum gemeinsamen Training. "Genauso soll es sein", stellte Mußmann fest. Eifert zog ebenfalls ein positives Fazit: "Eine runde und schöne Veranstaltung." Er hatte die Turnierleitung übernommen, nachdem Hermann Müller, Inklusions-Urgestein beim NTC, Ende vergangenen Jahres nach mehr als 30 Jahren abgetreten war. Petrauschke bezeichnete ihn als "Geburtshelfer" der Inklusionsarbeit beim NTC, Mußmann dankte dem Ehrengast noch einmal für sein Engagement im Neusser Tennisclub. Neben der Inklusion im Sport hatte das Turnier noch einen weiteren Zweck. Die Erlöse der Tombola gehen an die Schule am Nordpark, die schon weiß, wofür sie das Geld einsetzen wird: Für die nationalen Spiele von Special Olympics im Mai 2018 haben sich acht Schüler qualifiziert, die bei der Reise nach Kiel nun finanziell unterstützt werden sollen.

Quelle: NGZ
 
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