| 00.00 Uhr

Lokalsport
Wie ein Phönix aus der Asche

Grevenbroich. Handball in der Schlossstadt war so gut wie tot. Doch der TuS Grevenbroich schickt sich mit großem Enthusiasmus an, an vor allem von der SG Gustorf/Gindorf geprägte glorreiche Zeiten anzuknüpfen. Von Julius Hayner

2014 war in Grevenbroich nicht mehr viel übrig geblieben von der alten Handball-Herrlichkeit, die einst die SG Gustorf/Gindorf (war 1989 im TuS Grevenbroich aufgegangen) als Verbandsligist verbreitete. Konkreter gesagt: 2014 stand die Handballabteilung des TuS Grevenbroich kurz vor der Auflösung. Die Mitgliederzahlen sanken rapide, Jugendmannschaften verließen fast kollektiv den Verein, die Herrenmannschaft spielte mit einem Altersschnitt von über 40 Jahren oft außer Konkurrenz.

Doch drei Jahre später erscheint Handball in der Schlossstadt wieder in einem ganz anderen Licht: Die Mitgliederzahlen steigen konstant, sechs Jugendmannschaften sind mittlerweile wieder im Spielbetrieb und die Herrenmannschaft peilt nach einer Verjüngungskur den Aufstieg in die Bezirksliga an. Maßgeblich am Wiederaufbau beteiligt ist Daniel Reckel, der 2014 das Amt des Abteilungsleiters übernahm und den Neuanfang einläutete. Bereits ein Jahr nach seinem Amtsantritt knackte die Handballabteilung die 100-Mitglieder-Marke. Danach wurden Sport und Verwaltung voneinander getrennt und Reckel übernahm den Job des Geschäftsführers. Seine unermüdliche Arbeit trägt bereits Früchte. Bei den sechs Jugendmannschaften, die wieder am Spielbetrieb teilnehmen, sind einige Jahrgänge dabei, die vielversprechend für die Zukunft sind. Reckel: "Der 2003er-Jahrgang ist unser Flaggschiff und konnte in der C-Jugend-Kreisklasse bereits in der vergangenen Spielzeit den Titel holen."

Einen Neustart, oder besser gesagt, einen radikalen Umbruch kann auch die erste Herrenmannschaft verzeichnen. Der Alterschnitt von über 40 Jahren wurde inzwischen auf 22,8 Jahre gesenkt. Zu ermöglichen wussten das vor allem die ehemaligen Jugendspieler des TuS Grevenbroich, die dem Verein in jungen Jahren verlassen hatten und jetzt zurück in die alte Heimat gekehrt sind. Ein Beispiel dafür ist Lars Diekers, der es als Talent des ART Düsseldorf sogar bis in die A-Junioren-Bundesliga schaffte, danach dem Profisport allerdings ade sagte und in Grevenbroich nun seine Erfahrung als Spielertrainer weitergibt. Seine Mannschaft harmoniert prächtig, die Chemie zwischen Alt und Jung stimmt, folglich ist der Aufstieg von der Kreis- in die Bezirksliga das sportliche Ziel für die nächsten Jahre.

Von Anfang an mit von der Partie ist auch Sozialwartin Julia Katharina, die die Initiative "Recht auf Spiel" in den Verein brachte. Seit 2014 dient der TuS Grevenbroich als Integrationsmöglichkeit für Flüchtlingskinder und bietet ihnen ein Rund-um-Paket an. Neben dem kostenfreien Training hilft Katharina den Familien auch mit Anträgen und berät sie um Umgang mit Ämtern und der Stadt. Zusätzlich hat der Klub auch ein Nachhilfe-Angebot für Flüchtlingskinder aufgebaut.

Der Anfang ist also gemacht, aber der TuS Grevenbroich will weiterwachsen und setzt sich neue Ziele: Bis 2020 sollen in allen Jahrgängen Jugendmannschaften am Spielbetrieb teilnehmen. Vielleicht kann der TuS in Zukunft sogar wieder an alte erfolgreiche Zeiten der SG Gustorf/Gindorf anknüpfen.

Quelle: NGZ
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Lokalsport: Wie ein Phönix aus der Asche


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.