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Lokalsport
Zentralisierung soll dem Fußball helfen

Lokalsport: Zentralisierung soll dem Fußball helfen
FOTO: Novesia-Cup
Neuss. Im Vorfeld des Novesia-Cups ist die schlechte Lage der "Sportstadt Neuss" das große Thema bei den Verantwortlichen. Von Felix Strerath

Seit dem Absturz des VfR 06 Neuss gibt es in der Stadt Neuss keinen hochklassigen Fußball mehr. Im Rahmen eines Pressegesprächs vor dem anstehenden Novesia-Cup (Sonntag ab 10 Uhr) war die schlechte Lage im Leistungsbereich das Hauptthema.

Der Novesia-Cup findet nach einem Jahr Pause, nun gesponsert von der International School on the Rhine (ISR), wieder auf der Ludwig-Wolker-Anlage statt. Er soll den Kindern der Neusser Stadtauswahl und der Mannschaft des Rhein-Kreises die Möglichkeit bieten, sich mit internationalen Spitzenklubs zu messen. In diesem Jahr sind die U12- Vertretungen von Borussia Mönchengladbach, dem 1. FC Köln, Alemannia Aachen, Fortuna Düsseldorf, Galatasaray Istanbul und Legia Warschau am Start. "Der Dank der Kinder ist den Verantwortlichen sicher. Das Turnier ist für sie eine einmalige Gelegenheit", so Hans-Peter Gummersbach, Trainer der Stadtauswahl. Doch eigentlich ist der Novesia-Cup nur Teil eines großen Projektes, das allen Teilnehmern am Herzen liegt: der Fußball in Neuss soll wieder konkurrenzfähig werden.

Der Fokus soll hierbei auf den Jugendfußball gelegt werden. Profifußball werde es aufgrund der Stadionsituation wohl nicht mehr geben, sagt Dirk Gärtner, Vorsitzender des Fußballkreises 5 Grevenbroich/Neuss. Hierbei nimmt auch der Stadtsportverband eine zentrale Rolle ein. Auf seinen Wunsch hin erklärte sich Turniergründer Klaus Vossen bereit, den Novesia-Cup wieder aufleben zu lassen. Klaus Becker, 2. Vorsitzender des SSV, erklärte: "Unser Ziel ist es, den Jugendfußball zu stärken und dass die Vereine in Neuss mehr zusammenarbeiten." Das sei weiterhin das Hauptproblem im Neusser Fußball. Eine gute Zusammenarbeit unter den Vereinen, geschweige denn ein Leistungszentrum, gebe es nicht. Gnadental und Erfttal zeigten mit ihrer Kooperation zwar einen hoffnungsvollen ersten Ansatz. Doch das reiche bei weitem noch nicht aus, um den Fußball zu stärken. Mario Vossen, Sohn von Klaus Vossen und Chefkoordinator Scouting von Borussia Mönchengladbach, lieferte einige interessante Ansätze: "Man muss ein starkes anerkanntes Leistungszentrum mit einem guten Angebot schaffen. Es ist nichts Anrüchiges, wenn man die Leistung in den Vordergrund rückt."

Das Mannschaftsbild mit Nationaltorhüter Manuel Neuer. Der Weltmeister nahm 1998 mit Schalke 04 am Novesia-Cup teil. Die Neusser Stadtauswahl kickte bei der vorangegangenen Auflage 2015 gegen den Nachwuchs von Besiktas Istanbul. FOTO: FOTO: Cup/woi

Peter Solimann, geschäftsführender Gesellschafter der ISR, gefiel dieser Ansatz. Er erklärte: "Wir haben großes Interesse daran, über viele Jahre in ein Leistungszentrum zu investieren." Entstehen soll dies nach dem Wunsch von Solimann auf der der Schule gegenüberliegenden Sportanlage des PSV Neuss: "Wir wären bereit, langfristig in bezahlte Trainer und einen Kunstrasenplatz zu investieren." Der Grundgedanke ist gut, doch eines ist klar, wird das Angebot nicht angenommen, bringt diese Investition nichts. Die Bereitschaft der Vereine, sich zusammenzuschließen und auch Talente an die Konkurrenz aus Neuss ziehen zu lassen, muss da sein. Einen Ansatz dafür gab es schon: Gärtner veranstaltete ein Treffen mit den Verantwortlichen der Neusser Vereine und klärte über Kooperationsverträge auf. "Das war ein positiver erster Schritt", so Gärtner. Für Becker steht fest: "Wir müssen auch mal Wege machen, die nicht alle mitgehen. Wenn das funktioniert, werden sie schon nachziehen." Aus dem Gespräch ging hervor, dass es allen Beteiligten ein Anliegen ist, den Jugendfußball zu stärken - und die Lösung soll eine Zentralisierung der Leistung sein.

Im Rahmen des Turniers findet morgen auch zum dritten Mal der internationale Begegnungstag in Erfttal statt. Yasar Calik, 2. Vorsitzender der SG Erfttal, Politiker und Geschäftsmann, ist Veranstalter des Treffs. "Die Integration beginnt bei uns. Wir müssen den Gästen die Strukturen der Stadt näherbringen und sie bei uns in Familien unterbringen", sagt er: "Wir wollen eine Begegnungsstätte schaffen und der Jugend eine Perspektive bieten."

Quelle: NGZ
 
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