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Konzert Für Verstorbenen Soundkonvoy-Bassisten
600 Wegbegleiter nehmen Abschied von Hajo

Neuss. Im kleinen Kreis hatten am vergangenen Donnerstag schon Verwandte und enge Freunde von Soundconvoy-Bassist Hans-Joachim "Hajo" Schröder bei einer Trauerfeier Abschied von dem 59-Jährigen genommen. Die Fans und Wegbegleiter des Musikers hatten dazu nun ebenfalls die Gelegenheit, und zwar bei einem Konzert in der Wetthalle. Mit dabei: die Mitglieder von Soundconvoy, Schröders erste Band mit dem Namen Mayflower und insgesamt rund 600 Gäste im Publikum.

"Wir wollten mit diesem Konzert auf keinen Fall eine zweite Trauerfeier begehen, sondern ein Fest für Hajo feiern. Und das ist uns sehr gut gelungen, es war eine richtige Party", sagt Band-Leader Rolf Vogels, der das Konzert für seinen verstorbenen Freund und Kollegen organisiert hatte. Es sei ein Abend voller Musik gewesen, immer wieder hätten Freunde aus der Musikszene im laufenden Bühnenprogramm zu ihren Instrumenten gegriffen und die Musiker auf der Bühne dann unterstützt. "So etwas habe ich in dieser Form noch nicht erlebt", sagt Vogels.

Hajo Schröder war Mitte November während eines Auftritts auf dem Hubertusball im "Theater der Träume" mitten auf der Bühne leblos zusammengebrochen. Ein Rettungsteam brachte ihn noch ins Krankenhaus, wo er schließlich den Folgen eines Infarktes erlag. Der Schock bei Soundconvoy und in der gesamten Neusser Musikergemeinschaft war groß, gehörte Schröder, der die bekannte Partyband gemeinsam mit Vogels und Bert Hollmann im Jahr 1981 gegründet hatte, doch zu den Urgesteinen der Szene. Sein tragischer Tod auf der Bühne im Alter von nur 59 Jahren kam für Familie, Freunde und Wegbegleiter vollkommen unerwartet.

Groß war deshalb auch die Anteilnahme, die sogar Anlass für eine ganz besondere Premiere bot: Denn erstmals seit 35 Jahren stand bei dem Abschiedskonzert auch Hajos erste Band Mayflower auf der Bühne in der Wetthalle. "Die Sängerin lebt inzwischen in Australien und ist zufällig derzeit in Deutschland", sagt Vogels. In Originalbesetzung habe die Band bei dem Konzert alle ihre alten Hits, die auch Hajo mitkomponiert habe, gespielt, darunter auch den Song mit dem in diesem Zusammenhang traurig-schönen Titel "Way to Heaven". "Das ganze Konzert war eine riesige Musikparty, die eigentlich sogar Wiederholung verlangt, vielleicht unter dem Titel ,Soundconvoy and Friends'", meint Rolf Vogels.

Trotz der Trauer um Hajo haben er und die anderen Musiker von Soundconvoy beschlossen, weiterzumachen, und sind schon für zahlreiche Auftritte im Karneval gebucht. Während dieser Auftritte wird Hajo vorerst noch von Andreas "Lumpi" Lüppertz von der Neusser Band Realtones vertreten. "Er hat auch beim Abschiedskonzert den Bass gespielt und einen wirklich tollen Job gemacht", so Vogels. Nach der Session aber wird die Band auf die Suche nach einem neuen Bassisten gehen. Und der tritt in ziemlich große Fußstapfen. Laura Ihme

Quelle: NGZ
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