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Gottfried Dorschner
Abschied aus dem Vorzimmer der Macht

Gottfried Dorschner: Abschied aus dem Vorzimmer der Macht
Stefan Crefeld (l.) und Peter Ott (r.) verabschiedeten Gottfried Dorschner im Bezirksausschuss Uedesheim. FOTO: woi
Neuss. Den Job des Blitzableiters der Verwaltung in den vier Bezirksausschüssen wollte so recht niemand machen, als 2013 der damalige Bezirksdezernent Lothar Häck in den Ruhestand ging. Der Ex-Wehrpflichtige Gottfried Dorschner allerdings tat daraufhin, wovor bei der Bundeswehr immer gewarnt wird: Er meldete sich freiwillig für diesen Dienst. Und er fand darin seine Erfüllung. Diese letzten vier Jahre waren die schönsten in 44 Jahren öffentlicher Dienst - und die gestrige Sitzung des Bezirksausschusses Uedesheim seine letzte.

Der direkte Kontakt mit den Politikern in den Ortsteilen, das Aufnehmen von deren Anliegen und die Erfahrung, "auch wirklich etwas regeln zu können", gefielen dem fast 60-Jährigen. Im Umkehrschluss sah auch die Politik in ihm eine Art Bestbesetzung. Er sei "ausgleichender Pol zwischen Politik und Verwaltung" hörte Dorschner mehr als einmal bei seiner "Abschiedstournee", die nur noch einen Termin für ihn vorsieht: In der Ratssitzung am 15. Dezember, die dann auch seine 100. Ratssitzung als Ratsprotokollführer ist, gibt er sein letztes Amt an Johanna Steffens ab.

Im Rathaus wird man Dorschner dann nur noch einmal sehen, wenn er nämlich im kommenden Jahr letztmalig - und nur vertretungsweise - den Blutspendemarathon organisiert. Der lag ihm ebenso am Herzen wie die Tanz- und Tennis-Gala, die er jahrelang als Vorsitzender des Tanzsportclub Neuss mitorganisiert und begleitet hat. Sie lebt als Unicef-Gala weiter - und bewirkt mit ihren Erlösen weiter Gutes. . Dorschner selbst wird sie höchstens als Tänzer besuchen, denn Vorsitzender seines Vereins bleibt er.

Geboren wurde der Wahl-Kaarster in Goslar am Harz. Die alte Kaiserstadt gehörte damals zum Zonenrandgebiet. Entsprechend waren auch die beruflichen Perspektiven - und entsprechend offen war Dorschner für die Verlockungen des Rheinlandes, das ihm in Person seiner heutigen Frau begegnete. Einer Langenfelderin. Auch ihr zuliebe gab er seine hoffnungsfroh gestartete Karriere beim Landkreis Goslar im Jahr 1981 auf, stand danach zunächst für drei Jahre im Dienst der Stadt Wermelskirchen, bevor er 1984 zur Stadt Neuss wechselte.

Sechs Jahre war Dorschner im Rechnungsprüfungsamt, bevor ihn der damalige Stadtdirektor Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff zum Referenten machte und in das Vorzimmer der Macht holte. Dort blieb er, diente danach Berthold Reinartz loyal und unaufgeregt und danach Herbert Napp, der ihn 2005 zum Amtsleiter des Büros der Stadtvertretung machte. Christoph Kleinau

Quelle: NGZ
 
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