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Hubertuszug "brasselsäck"
Alabonnör-Orden für Julia Zels und Cristina Batista

Neuss. "Alabonnör" nennt sich der Orden, mit dem der Hubertuszug "Brasselsäck" mit Zugführer Oberleutnant Andreas Struppe seit 2000 alljährlich zum Schützenfest Persönlichkeiten und Einrichtungen auszeichnet, die sich durch ihr Engagement für die Gemeinschaft besonders verdient gemacht haben - Menschen wie Wolfgang Kriesemer, Peter Söhngen, Familie Zülow oder die Schwestern vom armen Kinde Jesu.

In diesem Jahr sind es zwei junge Frauen, Julia Zels und Cristina Batista, die diese Auszeichnung in Empfang nehmen durften. Sie sind zusammen mit Mutter Milan ein in der Flüchtlingshilfe arbeitendes Team von Mitarbeiterinnen des "mikas" (Mobile individuelle Sozialpädagogik), einer sozialen Einrichtung in Neuss und anderen Städten, die unbegleitete, oft auch traumatisierte Jugendliche aus Krisengebieten betreut.

"Quasi", so Cristina Batista, eine ausgebildete Erzieherin, "eine Zwischenstation, die die Jugendlichen erst einmal aufnimmt und fördert, um sie dann für eine dauerhafte Lösung fit zu machen." So wie Kovan aus dem Irak, den die Gäste des Hubertuszuges am Samstag kennenlernten. Der 18-Jährige ist seit einem Jahr in Deutschland, spricht schon recht gut Deutsch und könnte demnächst in einer Wohngruppe ein selbstständiges Leben beginnen.

Diese Entwicklung ist für Batista ein Zeichen von Multikulti: "Das ist eine Chance für uns und die Menschen, die zu uns kommen. Integration gelingt am Besten, wenn wir diese Menschen ernst nehmen." Die 43-Jährige geht einen Schritt weiter: "Jeder von uns hat Fähigkeiten und Ressourcen, welche er in einem Ehrenamt einsetzen kann. Dazu gehört, dass man Projekte nicht nur finanziell unterstützt, sondern auch mit Herz aktive Hilfe leistet." Ulrich Gross, Geschäftsführer der Neuss Düsseldorfer Häfen und Mitglied des Zuges "Brasselsäck", hat als Laudator dieses ebenso empfunden und ist noch weiter gegangen.

Für einen zurückhaltenden Hanseaten, wie er sich selbst bezeichnet, forderte er ungewohnt emotional die Politik auf, mehr als bisher Flagge zu zeigen und mit Deutlichkeit "Wir schaffen das" als Maxime auszugeben. Und die Menschen in unserem Lande zu neuem Denken anzuregen: "Überall, wo Menschen respektvoll auf Augenhöhe miteinander umgehen, ohne politische Einflüsse, verwischen Grenzen wie Nationalität, Religion und Hautfarbe. Nicht wegschauen, sondern Probleme lösen.

Schätze, die unsere Väter geschaffen haben, für Menschen nutzen, die Hilfe brauchen." Gross glaubt, dass das Lied "Freiheit" der Söhne Mannheims dies optimal wiedergibt. ho-

Quelle: NGZ
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