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Schützenfest Für Anfänger
Das kleine Einmaleins für das Fest der Feste

Schützenfest Für Anfänger: Das kleine Einmaleins für das Fest der Feste
Bei der Traditionsveranstaltung durften auch Bürgermeister Reiner Breuer (3. v.r.) und das Schützenkönigspaar (rechts) nicht fehlen. FOTO: woi
Neuss. Wie kann man einem erklären, wie das Ringstechen der Reiter funktioniert? Was haben Karneval und Schützenfest gemeinsam?

"Schützenfest für Anfänger" heißt eine Traditionsveranstaltung der Heimatfreunde, die in der Woche vor Schützenfest in geselliger Runde Antworten auf all diese Fragen und noch mehr geben soll. Und wobei es letztlich darum geht, sich mit dem langjährig gesammelten Wissen aktiver Schützen auf die kommenden Tage einstimmen zu lassen. Die pure Lust auf Sonntag, heißt der Schützenlustball. Die pure Lust auf's Schützenfest, das haben die im alten Neusser Ratssaal versammelten zum Teil in die Jahre gekommenen "Anfänger" jetzt mit nach Hause genommen. So wie Hildegard Roeb. Mittlerweile Oma mit drei aktiven Söhnen und einem Enkel ist sie zwar ein echtes Nüsser Röske, doch hat sie noch nie hinter die Kulissen geblickt.

"Reiter eine elitäre Truppe; Reiter, zu faul zu laufen." Mit Stereotypen räumte Randolf Coburg vom Reitercorps gern auf: "Das müssen wir uns immer wieder anhören. Doch wir hängen nicht auf Pferden rum, sondern müssen mit dem Tier arbeiten, damit es den Befehlen folgt und wir ein gutes Bild abgeben. Und der Reitsport ist auch kein Privileg reicher Leute mehr. Halt ein Hobby, das wie andere auch natürlich was kostet." Mit einer filmreifen kabarettistischen Aufführung zeigte er auch, wie das Ringstechen vor sich geht. Moderator Herbert Breidenbach musste den Ring halten, Coburg trieb sein Kinder-Steckenpferd mit leichtem Galopp und gezückter Peke Richtung Breidenbach-Galgen, wo er mit gekonntem Schwung den Ring aufspießte. Natürlich seien etliche Regeln zu befolgen, Interessenten lädt er ein, sich am kommenden Dienstagnachmittag auf der Festwiese das Geschehen anzusehen.

Nur schmückendes Beiwerk zu sein, dieses Etikett möchte sich das Neusser Röske Erna Haeffs nicht zu eigen machen: "Den Mann aus dem Bett scheuchen, die Uniform auf Vordermann bringen, ihn bei Kräften halten - es gibt genug zu tun. Und wir Röskes haben auch ein strammes Eigenprogramm." Grenadier-Ehrenmitglied Achim Tilmes zeigte in bestem Nüsser Platt vom Antreten über Kirmesstrafen und Radiese-Essen das ganze Geschehen aus Männersicht. Domdechant Robert Kleine, aktiver Schütze in Neuss, verglich in höchst unterhaltsamer Weise, dass Schützenfest und Karneval vieles gemeinsam haben. Das Schöne daran: Karneval gebe es eine Session, das Schützenwesen sei das gesamte Jahr eine verbindende Gemeinschaft.

Mundart-Autor Heinz Gilges und Horst Hanrath bildeten ein Duo der Extraklasse, das seine Liebe zur Vaterstadt gekonnt in Wort und Gesang kleidete. Zum Abschluss wie gewohnt zum Mitsingen und Mitmachen: "Nüsser Tönches" mit schönen alten Kirmesliedern. Rolf Hoppe

Quelle: NGZ
 
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