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Verein "paul Kocht"
Die Eröffnung mit 60 Gästen gefeiert

Neuss. Dass ein Lokal zur Neueröffnung den kirchlichen Segen erhält, ist wohl eher ungewöhnlich. Aber die Kochmanufaktur "Paul kocht" an der Kaarster Straße ist auch ein ungewöhnliches Restaurant. Behinderte und Nicht-Behinderte arbeiten gemeinsam in den Geschäftsräumen in der Nähe des Kaarster Bahnhofs. Hier produzieren sie rund 30 Feinkostprodukte wie Chutneys, Suppen oder Liköre, bieten einen täglichen Mittagstisch an sowie Kaffee und Kuchen am Nachmittag.

Zur Neueröffnung am Mittwoch waren etwa 60 geladene Gäste gekommen. Darunter auch Maike Neumann, Pfarrerin der evangelischen Kirchengemeinde, sowie der katholische Pfarrer Peter Seul. Neumann betonte in ihrem Gebet, dass "Paul kocht" nicht nur die Menschen kulinarisch versorge, sondern ein besonderer Ort der Inklusion sei. Seul segnete anschließend die hier arbeitenden Menschen, die Gäste, die Küche und das Lokal und wünschte allen ein gutes Miteinander und viel Phantasie für dieses neue Projekt.

Vier Jahre lang habe es gedauert seit Gründung des Vereins "Prima Arbeiten und Leben - Paul" bis hin zur tatsächlichen Eröffnung der Kochmanufaktur, sagte Sybille Hermeling-Krön, Vorsitzende des Vereins "Paul" und zudem Geschäftsführerin von "Paul kocht", der gemeinnützigen GmbH. Gemeinsam mit Susanne Grüters und Bärbel Birnbaum - alle drei Mütter von geistig behinderten Kindern - haben sie nun ihr Ziel erreicht. "Einen Ort zu schaffen, wo Inklusion selbstverständlich und fröhlich gelebt werden kann", so Hermeling-Krön. Sie dankte den zahlreichen Stiftern und Sponsoren - unter anderem die Werhahn-, die Wierichs- und die Bürgerstiftung Kaarst sowie der Neusser Verein "Initiative gemeinsam leben&lernen" (igll). Der Kaarster Stuckateurmeister Heinrich Walther hat zudem die originelle Wand mit dem "Paul kocht"-Emblem gestaltet und gespendet.

"Paul kocht" will jungen Menschen nach Kindergarten und Schule ein Arbeitsleben ermöglichen, das nicht nur in Behindertenwerkstätten stattfindet. "Wir haderten damit, dass unsere Kinder später in Parallelgesellschaften weiter leben und arbeiten würden", erklärt Birnbaum. "Wir wollen unsere Kinder aber nicht verstecken, sondern sie sollen mit ihrem lieben Wesen Teil unserer Gesellschaft sein." bab

Quelle: NGZ
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