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9. Tour De Furth
Die Kleingärten: Grüne Oasen und soziale Netzwerke

9. Tour De Furth: Die Kleingärten: Grüne Oasen und soziale Netzwerke
Janet Kremkau (3. v. l.) vom Verein "Nordkanal" stellt das Kleingartenwesen in Neuss vor. Gottfried Scheulen (r.) vom Initiativkreis Nordstadt leitete jetzt die 9. Tour de Furth. FOTO: Woi
Neuss. Nachwuchssorgen kennen sie nicht. Über Integration reden sie nicht, sie leben sie. Warteliste statt Leerstände. Gute Zahlungsmoral ist Standard. Allen Brüchen und Sollbruchstellen in der Gesellschaft zum Trotz - das Kleingartenwesen boomt auch im digitalen Zeitalter. "Unsere Vereine sind lebendige Gemeinwesen", sagt Friedhelm Doll. Dem Vorsitzenden des Stadtverbandes der Kleingärtnervereine konnten die Teilnehmer der 9.

Tour de Furth nur zustimmen. Auf einer zwölf Kilometer langen Radtour querten sie zehn der 14 Kleingarten-Anlagen der Nordstadt. Stadtweit sind 28 Vereine aktiv mit rund 1600 Mitgliedern; in der Regel auch Gärtner mit einer eigenen Parzelle. Zu der Tour de Furth hatten wiederum der Initiativkreis Nordstadt und die Neuß-Grevenbroicher Zeitung eingeladen. Gottfried Scheulen, der Leiter des Arbeitskreises Geschichte, führte die 30-köpfige Radlergruppe von der Anlage "Nordkanal" an der Viersener Straße bis zum Willi-Graf-Haus, wo sich eine Mobile NGZ-Redaktion unter der Moderation von Chefreporter Ludger Baten anschloss, bei der Nordstadt-Themen von der Autobahn-Brücke nahe Morgensternsheide bis zur Frage, ob ein Bezirksausschuss für den mit 40.

000 Einwohnern größten Neusser Stadtteil sinnvoll ist, diskutiert wurden. Doch im Mittelpunkt des vierstündigen Programms standen die Kleingärtner mit ihren öffentlich zugängigen Anlagen und Klubhäusern, die allen Neussern offenstehen. Neben dem Aspekt, in der Natur Erholung zu suchen und die Freizeit zu genießen, sieht Janet Kremkau vor allem drei Beweggründe, sich als Kleingärtner zu engagieren: Schutz der Umwelt, Obst und Gemüse zu ziehen und einen Beitrag zur Artenvielfalt zu leisten.

Kremkau ist stellvertretende Vorsitzende im Stadtverband und Schriftführerin in ihrem Verein "Nordkanal", der 1926 gegründet wurde. Werde eine Parzelle frei, sei eine "superschnelle" Vergabe kein Problem. Den Preis legt ein sogenannter Wertermittler fest. Je nach Gartengröße und nach Qualität der Laube muss der neue Kleingärtner zwischen 2000 und 6000 Euro bezahlen; hinzu kommt die Pachtgebühr. Die liegt nach Angaben von Jürgen Vortanz, Vorsitzender bei "Nordstadt", bei etwa 250 Euro plus X im Jahr.

Viele Neusser mit Migrationshintergrund sind Kleingärtner. Sie kommen aus Russland, Polen oder der Türkei. "Alle Landsmannschaften sind bei uns zuhause", sagt Kremkau, "unser Multi-Kulti-Fest wurde sehr gut angenommen."

Quelle: NGZ
 
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