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Ausgezeichnet
Ehrendoktorwürde für Michael Hesemann

Neuss. Der Völkermord an den Armeniern gilt als "Urverbrechen des 20. Jahrhunderts". Etwa 1.5 Millionen Menschen fielen ihm zum Opfer. Dank Michael Hesemann (52) bekam das Geschehen von 1915/1916 eine neue Perspektive: Fünf Jahre lang forschte der in Düsseldorf geborene, in Neuss aufgewachsene Historiker und Autor in den Archiven des Vatikans nach Dokumenten und fand 3000 Seiten bis dato unveröffentlichter, interner Berichte. Sein Buch "Völkermord an den Armeniern" erschien 2015 und wurde zum Bestseller.

Übersetzungen in vier Sprachen (Englisch, Russisch, Rumänisch und Armenisch) sollen bald erscheinen. Besonders in Armenien fand Hesemanns Entdeckung große Beachtung. Der Historiker gastierte in TV-Sendungen, hielt Vorträge an der Akademie der Wissenschaften, dem Genozid-Museum an der Völkermord-Gedenkstätte und der Diplomatenschule von Jerewan. Jetzt wurde seine Arbeit auf ganz besondere Weise geehrt. Die Nationale Akademie der Wissenschaften der Republik Armenien verlieh Hesemann "in Anerkennung seiner Verdienste für die historische Forschung über dieses dunkelste Kapitel in der Geschichte des armenischen Volkes", so Radik M.

Martirosyan (80), Präsident der Akademie, die Ehrendoktorwürde. Zu den ersten Gratulanten gehörten der Vizepräsident der Akademie, Yuri Shoukourian und der Leiter des Instituts für Orientalische Studien, Ruben Safrastyan, sowie, als Vertreter der katholischen Mechitharistenkongregation, Pater Vahan Hovagimian. Hesemann erklärte in seiner Dankesrede: "Wir sind den Opfern gegenüber verpflichtet, dass ihnen Gerechtigkeit widerfährt.

" Das armenische Volk als ihre Nachkommen habe "Anspruch auf Wiedergutmachung." Um seine Quellen für armenische Historiker nutzbar zu machen, übergab Hesemann der Akademie Kopien der 1100 wichtigsten Dokumente.

Quelle: NGZ
 
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