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Hochzeitshain
Ein Baum als Symbol für die Dauerhaftigkeit der Ehe

Neuss. Einen Baum zur Hochzeit pflanzen ist eine jahrhundertealte Tradition. In Neuss hat die Stadt vor 20 Jahren dafür eine Fläche an der Erft frei gegeben. Rund 100 heimische Gehölze wurden seit 1996 von Hochzeitspaaren gepflanzt, berichtet Umweltdezernent Matthias Welpmann. Am Samstag setzten Paare, die sich in diesem Jahr das Ja-Wort gegeben haben, Bäume.

Für Venus und Sebastian Michalsky ist ihre Rotbuche eine schöne Erinnerung an die Familie, von der das Geschenk stammt. "Den Baum kann man immer wieder besuchen", erklärt Sebastian Michalsky. Von der Familie begleitet, schaufelte der junge Ehemann die letzte Erde an die Wurzeln.

Für Yvonne und Dirk Zschiesche hat der Baum durch sein Wachstum und seine Stärke eine besondere Symbolik. "Wir haben den Baum von einer Tante bekommen. Eine schöne Idee, so hat unser Sohn auch später noch einen Ort, zu dem er gehen kann", stellt Yvonne Zschiesche fest. Schon im Januar kann die kleine Familie den ersten Hochzeitstag am eigenen Baum feiern.

Auch eine prominente Neusser Person ist in dem kleinen Wald verewigt. Jörg Geerlings und seine Frau Marie-Florence bekamen einen Baum vom Heimatverein "Gartenvorstadt Reuschenberg" zur Hochzeit im Oktober geschenkt. Da das Paar aus gesundheitlichen Gründen nicht selber Hand anlegen kann, greift kurzerhand die Vorsitzende des Heimatvereins, Marlene Conrads, zur Schaufel. Viel arbeiten müssen die Paare allerdings nicht. Die Mitarbeiter des Amtes für Umwelt und Stadtgrün haben den Großteil bereits erledigt, nur noch die letzten Schaufeln voll Erde braucht es noch.

Die Arbeit macht Jochen Klümpel mit seiner Frau Christine Kohl gern. Das Paar hat sich bewusst eine Hainbuche ausgesucht, da dies ein Schutzbaum ist. Auch der Nachwuchs ist schon auf der Plakette verewigt. "Als wir vor einigen Jahren nach Neuss kamen, hatten wir den Hochzeitswald am Barfußpfad entdeckt. Als wir geheiratet haben, haben wir uns daran erinnert", erklärt Christine Kohl. Sie haben sich den Baum daher selbst geschenkt.

Die weitere Pflege der gestifteten Bäume übernimmt die Stadt. Nach 20 Jahren ist schon die zweite Fläche des Hochzeitswäldchen bepflanzt. Die nächsten Paare werden auf das dritte Feld gehen. Ute Böhm

Quelle: NGZ
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