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Kreisjugendamt
Einsätze von Familienhelfern nehmen zu: 42 Kinder in Heime gebracht

Grevenbroich. Manchmal werden sie von Erzieherinnen in Kitas informiert, manchmal kommen auch die Eltern selbst zu ihnen: Die Mitarbeiter der Jugend- und Familienhilfe im Kreisjugendamt sind immer dann gefragt, wenn Probleme in Familien auftauchen. Dazu gehören häusliche Gewalt und traumatisierte Kinder ebenso wie Pubertätsstress. Ulrike Gerhards ist eine der Ansprechpartnerinnen: Seit 25 Jahren kümmert sich die Diplom-Sozialarbeiterin um vernachlässigte Kinder und Jugendliche in Not. Für sie gibt es keinen routinierten Alltag - sie weiß morgens oft nicht, was der Tag bringt. Wenn zum Beispiel Nachbarn einen Verdacht auf Kindeswohlgefährdung melden, fährt sie mit einem Kollegen raus, um mit den betroffenen Familien zu sprechen. Marion Klein, Leiterin des Kreisjugendamtes, das für Korschenbroich, Jüchen und Rommerskirchen zuständig ist, betont, dass sie und ihre Mitarbeiter auf Kooperation setzen: "Wir versuchen, zusammen mit den Betroffenen eine Lösung zu finden. Denn jede Intervention richtet Schaden an."

Wenn erforderlich, entwickelt das Team von der Jugend- und Familienhilfe ein Hilfsprogramm. Manchmal unterstützen flexible Familienhelfer zum Beispiel von Caritas oder Diakonie stunden- oder tageweise Familien. Nur wenn diese Hilfe nicht ausreicht, werden Kinder und Jugendliche kurzfristig aus ihrem Umfeld genommen. Das passierte im vergangenen Jahr 42 Mal in Korschenbroich, Jüchen und Rommerskirchen.

Eine steigende Tendenz verzeichnet das Kreisjugendamt seit mehreren Jahren bei der Zahl derjenigen, die Hilfe brauchen. So waren im vergangenen Jahr Familienhelfer 83 Mal in Korschenbroich, Rommerskirchen und Jüchen im Einsatz; 2010 waren es noch 56. Ebenfalls erhöht hat sich die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die Unterstützung in Tagesgruppen erhielten - von vier im Jahr 2010 auf elf im vergangenen Jahr. 42 Kinder waren 2015 in einem Heim untergebracht, 2010 waren es 28 Mädchen und Jungen.

Marion Klein sagt, "dass der Druck auf ihre Mitarbeiter in den nächsten Jahren nicht abnehmen wird." Sie betont, dass es nicht immer einfach sei, die Gefahr in einer Krise richtig einzuschätzen. "Manchmal reicht ein Gespräch", sagt sie, "aber wenn Kinder wirklich gefährdet sind, müssen sie von den Eltern getrennt werden. Dabei ist unser oberstes Ziel, sie nur kurz aus ihrem Umfeld zu nehmen."

Quelle: RP
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